Bogenführung

Als Bogenführung (siehe auch Bogenhaltung) bezeichnet man die Handhabung des Bogens der Streichinstrumente, gewöhnlich mit der rechten Hand, die für das Spiel von ebenso großer Bedeutung ist wie die Applikatur, also die Tätigkeit der anderen Hand, welche die Saiten verkürzt (greift). Je nachdem, ob der Bogen mit der Hand von oben her oder von unten gehalten wird, spricht man von der Bogenführung im Ober- oder Untergriff. Bei den heutigen Orchesterinstrumenten Violine, Viola und Violoncello ist die Bogenführung im Obergriff üblich. Beim Kontrabass sind beide Bogenführungen möglich, in Deutschland ist die Bogenführung im Untergriff üblich und wird deshalb deutsche Bogenführung genannt. Dagegen wird beim Kontrabass die Bogenführung im Obergriff französische Bogenführung genannt. Weitere Beispiele für Instrumente mit Bogenführung im Untergriff sind die Gambe , aber auch die chinesische Erhu.

Die Reinheit des Tons beziehungsweise die Tonhöhe hängt von der Applikatur ab, alles andere aber von der Bogenführung, nämlich Weichheit oder Härte des Tons, Ausdruck, Vortragsart (Staccato, Legato usw.).

Solange der Bogen die Saiten nicht verlässt, erscheint das Spiel gebunden (legato), auch beim Bogenwechsel; verschiedene Arten des nicht gebundenen Vortrags sind das durch selbständiges An- und Absetzen jedes Tons bei bleibender oder stets wechselnder Bogenführung entstehende eigentliche Staccato, ferner das Spiel mit springendem Bogen (spiccato) und das durch loseste Bogenführung bewirkte Virtuosenstaccato (Pikieren).

Man unterscheidet bei der Bogenführung den Abstrich oder Herunterstrich oder Herstrich und den Aufstrich oder Hinaufstrich oder Hinstrich.

In Orchestern wird darauf geachtet, dass sämtliche Streichergruppen mit der gleichen Stimmführung auch mit einheitlichen Strichen spielen; deshalb werden auch die Bogenstriche genau in die einzelnen Noten-Stimmen eingezeichnet (dies wird „Einrichten“ der Stimmen genannt). Gewöhnlich wird der Wechsel der Strich-Richtung nur durch über die Noten gezeichnete Bogen angedeutet.


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