Bohlingen
Bohlingen
Ehemaliges Gemeindewappen von Bohlingen
Koordinaten: 47° 43′ N, 8° 54′ O47.7208333333338.8958333333333412Koordinaten: 47° 43′ 15″ N, 8° 53′ 45″ O
Höhe: 412 m ü. NN
Einwohner: 1.790 (31. Dez. 2010)
Eingemeindung: 1. Jan. 1975
Postleitzahl: 78224
Vorwahl: 07731

Das Dorf Bohlingen ist ein Stadtteil mit 1790 Einwohnern (Stand: 31. Dez. 2010[1]) von Singen (Hohentwiel) im Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Bohlingen liegt auf einer Höhe von 412 m ü. NN im südlichen Hegau, in dem Bohlinger Gletscherzungenbecken zwischen dem Schiener Berg im Süden und dem Galgenberg im Norden. In dem mit eiszeitlichen Sedimenten verfüllten Becken fließt die Aach, ohne an der Ausbildung des Beckens oder des Tales wesentlich beteiligt gewesen zu sein.

Die Aach läuft bei Bohlingen in 400 m Höhe. Der steile Nordrand des Schiener Berges erhebt sich fast 300 m über das Aachtal und erreicht mit der Ruine Schrotzburg die Höhe von 691 m ü. NN.

Blick auf Bohlingen auf einem der fünf auf der Galgenberg-Aussichtsplattform öffentlich aufgestellten Schaubilder

Nördlich von Bohlingen erhebt sich der Galgenberg etwa 100 m über das Aachtal und im Nordosten hat die Gemarkung Anteil an der Verlandungsebene des Zeller Sees, die sich mit 398 m Höhe nur drei Meter über dem Mittelwasserstand des Bodensees (394,7 m) erhebt.

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden und Singener Ortsteile grenzen an Bohlingen: Überlingen am Ried, Moos, Öhningen und Rielasingen-Worblingen (alle Landkreis Konstanz).

Geschichte

Bohlingen wurde 773 als Wobolginga erstmals erwähnt. Besitzungen (Kelnhof) hatte unter anderem das Kloster St. Gallen. Später gehörte es dem Bischof von Konstanz, der es durch Ministerialien verwalten ließ. Später bestand eine eigene Herrschaft Bohlingen, die ab 1416 als österreichisches Lehen in den Händen der Herren von Homburg war. 1456 gelangte die Herrschaft an das Kloster Salem, 1469 an die Grafen von Sulz und 1497 an den Konstanzer Bischof. Die Hochgerichtsbarkeit lag ab dem 15. Jahrhundert bei der Landgrafschaft Nellenburg. Bohlingen war ab 1686 Sitz eines Amtes. 1803 kam Bohlingen an Baden und war zunächst Sitz eines Bezirksamtes, das 1810 aufgelöst wurde. Dann gehörte der Ort zum Bezirksamt Radolfzell. Bei dessen Auflösung 1872 kam Bohlingen zum Bezirksamt Konstanz. Am 1. Januar 1975 wurde Bohlingen in die Stadt Singen eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

Die folgende Tabelle zeigt die Einwohnerentwicklung von Bohlingen seit 2002 bis heute:

Jahr 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
Einwohnerzahl (am 31. Dez.)[1] 1.869 1.842 1.843 1.811 1.819 1.818 1.789 1.812 1.790
Änderung zum Vorjahr k.A. -27 1 -32 8 -1 -29 23 -22
Änderung in % k.A. -1,44 0,05 -1,74 0,44 -0,05 -1,60 1,29 -1,21

Politik

Ortsvorsteher

Ortsvorsteher von Bohlingen ist Stefan Dunaiski (Stand 2009).

Wappen

Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Bohlingen zeigt in Silber ein rotes Kreuz, belegt mit einem silbernen Herzschild, darin ein blauer Wellenschrägbalken.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Auf Bohlinger Gemarkung finden sich Reste von sieben Schlösser und Burgen:

  • Die Burg Bohlingen befindet sich auf einem Plateau in Spornlage im Norden Bohlingens „Am runden Turm“ bei der jetzigen Pfarrkirche St. Pankratius. Der Hocheinstieg des Runden Turmes klassifiziert die Bewohner des Wohnturms als eine adlige Familie.
  • Die Burg Kastenbühl befindet sich südwestlich von Bohlingen am Nordhang des Schiener Berges (708 m ü. NN).
  • Die 1455 erwähnte Frankenburg, eine Turmburg, befindet sich südöstlich von Bohlingen.

Des Weiteren können auf Singens Stadtteil Bohlingen der Burgstall, das Jagdschloß und der Wittenspurg genannt werden. Durch Zufall stieß der Historiker Michael Losse bei seinen Forschungen am Schiener Berg auf Ringwälle, die klare Indizien auf eine weitere bisher namenlose Burgstelle geben.[2]

Am 1. Mai 2010 wurde auf dem Galgenberg (501 m) nördlich von Bohlingen die sogenannte "Blattform" eingeweiht. Die 7,60 m hohe Aussichtsplattform ermöglicht eine 360°-Aussicht an den Schiener Berg, in den Hegau und über den Untersee.[3]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

Einzelnachweise

  1. a b Einwohner Singen Statistiken
  2. Sabine Tesche: Bohlingen hat nun eine Fuchsburg. In: Südkurier vom 7. Januar 2003
  3. Rolf Hirt: Eine ganz neue Perspektive. In: Südkurier, 3. Mai 2010. Abgerufen am 18. Juni 2011

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