Boisseree
Sulpiz Boisserée
Sulpiz Boisserée. Gedenktafel am Geburtshaus in Köln, Blaubach 14

Johann Sulpiz Melchior Dominikus Boisserée (* 2. August 1783 in Köln; † 2. Mai 1854 in Bonn) war ein deutscher Gemäldesammler, Kunst- und Architekturhistoriker sowie ein bedeutender Förderer der Vollendung des Kölner Domes.

Leben

Er war ein Sohn des Kaufmanns Nicolas Boisserée. Er wuchs unter der streng katholischen Obhut seiner Großmutter auf, nachdem seine Mutter bereits 1790 und sein Vater 1792 verstorben waren. Sein jüngerer Bruder Melchior Boisserée (23. April 1786 Köln - Bonn 14. Mai 1851) war ebenfalls Kunstsammler. 1799, während seiner Lehrzeit in Hamburg, entdeckte Sulpiz Boisserée sein Interesse an der Kunst.

1804 begannen die Brüder mit dem systematischen Sammeln altdeutscher und altniederländischer Tafelgemälde. Sie taten dies zusammen mit dem gemeinsamen Freund Johann Baptist Bertram (6. Feb. 1776 Köln - München 19. April 1841), der Mitbesitzer ihrer Gemäldesammlung war. Sie pflegten einen regelmäßigen Umgang mit Ferdinand Franz Wallraf, Friedrich Schlegel und dessen Frau Dorothea. Sulpiz war ein enger Freund Johann Wolfgang von Goethes, mit dem er mehrfach in Frankfurt zusammentraf und der ihn in Heidelberg aufsuchte, um dessen umfangreiche Gemäldesammlung zu sehen. Dort traf auch Herzog Karl August von Weimar mit Goethe und dem Ehepaar Willemer aus Frankfurt zusammen.

Die 215 Tafelgemälde umfassende Sammlung verkauften er und sein Bruder 1827 an König Ludwig I. von Bayern, ab 1836 waren große Teile der Sammlung in der Münchner Alten Pinakothek zu sehen.

Sulpiz hatte für fast zwei Jahre das Amt des bayrischen Generalkonservators inne, bevor er sich 1836 auf Reisen begab. Er bereiste bis 1838 Italien und Südfrankreich. Bereits seit 1808 träumte er von der Vollendung des Kölner Doms. 1816 fand er eine Hälfte des 4,05 m großen überarbeiteten mittelalterlichen Fassadenplanes des Dombaumeisters Johannes in Paris. Er war einer der engagiertesten Aktivisten, als es ab 1840 darum ging, einen Dombau-Verein in Köln zu gründen um das große Werk zu vollenden.

Im Jahr 1845 wurde Sulpiz vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. zum Geheimen Hofrat ernannt.

Seinen großen Traum, die Vollendung des Kölner Doms, konnte Sulpiz Boisserée nicht mehr erleben, er verstarb am 2. Mai 1854 in Bonn.

Literatur

Miklós Sirokay: Sulpiz Boisserée in Italien. Die Geisteshaltung eines Kunstsammlers und Kunstkritikers aus der Zeit der Romantik, in: Peter Heil/Martin Kröger/Georg Mölich (Hg.): Geschichte in Köln. Zeitschrift für Stadt- und Regionalgeschichte Bd. 55, Köln, SH-Verlag, 2008.

Weblinks


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