Bolaspinne
Bolaspinnen
Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
Unterfamilie: Cyrtarachninae
Tribus: Bolaspinnen
Wissenschaftlicher Name
Mastophorini

Die Bola- bzw. Lassospinnen (Tribus Mastophorini) gehören zur Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae). Es sind weltweit drei Gattungen bekannt; die in Australien vorkommende Odgarius, Cladomelea aus Afrika sowie die Gattung Mastophora aus Nordamerika. Insgesamt werden 66 Arten zu dieser Gruppe gerechnet.

Inhaltsverzeichnis

Lebensweise

Alle drei Gattungen besitzen eine spezielle Methodik der Beutejagd, auf Grund dessen diese Spinnen ihren speziellen Namen erhielten. Bolaspinnen produzieren im Gegensatz zu ihren Verwandten Arten der Radnetzspinnen keine Netze, sondern spinnen einen einzelnen Faden, an dem sich endständig eine Schleimkugel befindet. Der Inhalt dieser Schleimkugel ist mit einem speziellen Pheromon (Sexuallockstoff) gefüllt, der jeweils auf ganz bestimmte Beutetiere hin eine Wirkung erzielt. Die Spinne imitiert mit Hilfe der Pheromonkugel einen potenziellen Sexualpartner. Eine bewusste Vortäuschung falscher Tatsachen (hier die eines Sexualpartners) ist im Tierreich auch unter dem Begriff der Mimikry bekannt.

Sobald sich ein angelocktes Beutetier in der Nähe der Spinne befindet, versucht diese das Insekt mit Hilfe der Schleimkugel (ähnlich einem Bola-Lassowurf, daher auch der Name) einzufangen, indem sie den an den Vorderbeinen befindlichen Spinnfaden nach der Beute hin auswirft. Das Beutetier bleibt im klebrigen Sekret des Spinnfadens hängen, worauf die Spinne das Beutetier anschließend einspinnt.

Systematik

  • Mastophora (Amerikanische Bolaspinnen, 48 Arten)
  • Cladomelea (Afrikanische Bolaspinnen, vier Arten)
  • Ordgarius (Australasische Bolaspinnen, 12 Arten)

Literatur

  • K. F. Haynes, C. Gemeno, K. V. Yeargan, J. G. Millarund K. M. Johnson (2002): Aggressive chemical mimicry of moth pheromones by a bolas spider. Chemoecology: 99-105.
  • Gemeno, C., Yeargan, K.V. & Haynes, K.F. (2000). Aggressive Chemical Mimicry by the Bolas Spider Mastophora hutchinsoni: Identification and Quantification of a Major Prey's Sex Pheromone Components in the Spider's Volatile Emissions. Journal of Chemical Ecology 26(5):1235-1243
  • Yeargan, K.V. (1994). Biology of Bolas Spiders. Annual Review of Entomology 39:81-99
  • Scharff, N. & J.A. Coddington (1997). A phylogenetic analysis of the orb-weaving spider family Araneidae (Arachnida, Araneae). Zool. J. Linn. Soc. 120:355-434.
  • Wickler, W. (1968) Mimikry. Nachahmung und Täuschung in der Natur. Kindler Verlag, München
  • Lunau, K. (2002) Warnen, Tarnen, Täuschen. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Allomone — Ein Allomon (griech.: allos „anderer“, horman „antreiben“) ist im weiteren Sinne jede Substanz, die Information zwischen Individuen verschiedener biologischer Arten vermittelt. Meist wird der Begriff im engeren Sinn verwendet: ein Botenstoff… …   Deutsch Wikipedia

  • Allomon — Ein Allomon (griech.: allos „anderer“, hormon „antreiben“) ist im weiteren Sinne jede Substanz, die Information zwischen Individuen verschiedener biologischer Arten vermittelt. Meist wird der Begriff im engeren Sinn verwendet: ein Botenstoff… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”