Boll bei Hechingen
Boll
Stadt Hechingen
Koordinaten: 48° 20′ N, 8° 59′ O48.338.9872222222222550Koordinaten: 48° 19′ 48″ N, 8° 59′ 14″ O
Höhe: 550 m ü. NN
Fläche: 11,5 km²
Einwohner: 1189 (31. Dez. 2007)
Eingemeindung: 1. Apr. 1971
Postleitzahl: 72379
Vorwahl: 07471

Das Dorf Boll ist ein Stadtteil der Zollernstadt Hechingen mit 1189 Einwohnern, erstmals erwähnt im Jahre 1266 in einer Schenkungsurkunde des Grafen Friedrich von Zollern.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Dorf Boll am Fuße der Burg Hohenzollern

Das Dorf liegt unmittelbar unterhalb des Albtraufs, also des nördlichen Steilabfalls der Schwäbischen Alb. Es liegt am nordöstlichen Fuße des Zollers (855 m ü. NN.) mit der Burg Hohenzollern, unterhalb des Zeller Horns (912 m ü. NN.) und des Raichbergs (956 m ü.NN.) auf einer Höhe von 550 m ü. NN. Östlich des Dorfes im Friedrichstal entspringt der Reichenbach.

Geschichte

Boll von der Burg Hohenzollern aus gesehen (im Hintergrund der Dreifürstenstein)
Burg Hohenzollern mit Hechingen, gut zu erkennen der Bollemer Hausberg, der Wingenrain (Kupferstich von Merian, um 1650)
Die Pfarrkirche St. Nikolaus vom Wingenrain aus

Urkundlich tauchte der Name des Dorfes erstmalig in einem Vertrag des Klosters Zwiefalten im Jahre 1266 auf, wesentlich später als die meisten anderen Orte der Grafschaft Zollern (Hechingen beispielsweise 786 in einer Urkunde des Klosters St. Gallen).

Am nördlichen Steilhang des Zeller Horns befand sich die Burg Zell aus dem 13. Jahrhundert an der Stelle der heutigen Wallfahrtskirche Maria Zell.

In der Mitte des 14. Jahrhunderts verkaufte der Ortsadel, die Herren von Boll, seine Besitzungen und Rechte in Boll. In der Zeit des Niedergangs der Grafschaft Hohenzollern von 1415 bis 1429 war das Dorf an Württemberg verpfändet. Im Bickelspergschen Lagerbuch von 1435, das eine genaue Beschreibung des Besitzes und der daraus ableitenden Rechte der Zollerngrafen enthält, erscheint der weitaus größte Teil des Ortes jedoch wieder im Besitz der Hohenzollern.

Im 16. Jahrhundert gehörte Boll zum Amt Stetten. 1544 lebten in Boll rund 170 Personen in 35 Familien. Die Nähe zur Burg Hohenzollern brachte dabei keineswegs immer Vorteile. Besonders im Dreißigjährigen Krieg zogen die Belagerungen der Burg Hohenzollern auch das Dorf am Fuße des Berges in Mitleidenschaft: plündernde Soldaten und Requirierungen waren an der Tagesordnung. Das ging auch an der Bevölkerungszahl nicht spurlos vorüber. Im 18. Jahrhundert dürfte der in ziemlicher Armut darbende Ort kaum mehr als 40 Einwohner gehabt haben. Eine deutliche Verbesserung für die gesamte Infrastruktur brachte der 1838 fertig gestellte Fahrweg nach Hechingen. Zuvor hatte es nur einen Fußweg gegeben. Der wirkliche Fortschritt hielt aber erst nach dem Übergang von Hohenzollern-Hechingen an Preußen 1850 Einzug, Boll gehörte nun zu den Hohenzollerischen Landen. Der Übergang brachte weit reichende finanzielle und wirtschaftliche Verbesserungen, die auch an der stetig wachsenden Bevölkerungszahl abzulesen waren. 1880 hatte Boll so bereits 682 Einwohner.

Politik

Bis 1848 wurde vom Fürst von Hohenzollern-Hechingen ein Vogt zur Verwaltung Bolls eingesetzt, seitdem gibt es Wahlen. Heute wird ein Ortschaftsrat aus sieben Mitgliedern gewählt, der Ortsvorsteher ist Peter Beck.

Wappen

Unter von Silber und Schwarz geviertem Schildhaupt in Silber ein schwarzes Hirtenhorn mit schwarzer Fessel.

Weblinks


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