Bombenangriff auf Königsberg

Mit schweren Luftangriffen auf Königsberg (Preußen) war im Zweiten Weltkrieg, bedingt durch die Lage in Ostpreußen, lange Zeit nicht gerechnet worden. Die sowjetische Luftwaffe flog zwar schon ab 23. Juni 1941 Angriffe mit geringem Umfang, die jedoch durch die rasche Frontbewegung bald zum Erliegen kamen.

Avro Lancaster werfen Bomben ab (hier Duisburg, 15. Okt. 1944)

Dies änderte sich im Sommer 1944, als in der Nacht vom 26. zum 27. August die 5. Bombergruppe der Royal Air Force einen ersten massiven Angriff mit 174 Avro Lancaster durchführte, wovon vier nicht zurückkehrten. Die Maschinen waren 950 Meilen entfernt gestartet, somit an der Grenze ihrer Reichweite, und mit relativ geringer Bombenlast ausgestattet. Die meisten Bomben fielen im Osten der Stadt.

Drei Tage später, in der Nacht vom 29. zum 30. August, warfen 189 Lancaster der No. 5 Group von J. Woodroffe insgesamt 480 Tonnen Bomben auf die Stadt ab, nachdem sie trotz Treibstoffmangel 20 Minuten lang auf eine Lücke in der Wolkendecke gewartet hatten. Zahlreiche Abfangjäger schossen 15 Lancaster-Bomber ab; dies entsprach ca. 8% der Angreifer. Das britische Bomber Command schätzte, dass 41% der Wohnungen und 20% der Industrie von Königsberg zerstört wurden.

Die historischen Innenstadtteile Altstadt, Löbenicht und Kneiphof wurden durch phosphorgefüllte Stabbrandbomben und Sprengbomben fast vollständig in Schutt und Asche gelegt. Auch Dom, Schloss und Universität brannten aus. Etwa 200.000 Königsberger wurden durch die Bombenangriffe obdachlos. Die Zahl der Toten wird auf 4000 geschätzt.

Die Schlacht um Königsberg führte 1945 zu weiteren Schäden; während der anschließenden sowjetischen Besetzung wurde noch vorhandene Bausubstanz teilweise absichtlich zerstört.

Literatur

  • Michael Wieck: Zeugnis vom Untergang Königsbergs, Beck-Verlag 2005, ISBN 3406511155

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