Bombentrichter

Ein Explosionskrater ist eine meist trichterförmige Vertiefung der Erdoberfläche.

Es gibt zweierlei Arten solcher Krater:

Verwandt mit dem Explosionskrater ist der durch Einschlag eines Himmelskörpers verursachte Impaktkrater.

Inhaltsverzeichnis

Vulkanische Explosionskrater

Vulkanischer Explosionskrater bei Brekkulægur südlich von Hvammstangi in Island

Es handelt sich hier um phreatische Ereignisse, d. h. eine Vulkaneruption, die mit sehr hoher Tephraproduktion einhergeht und die somit sehr gasreich ist. Auf diese Weise entstand z. B. der Explosionskrater Hverfell am See Mývatn und andere derartige Gebilde in Island.

Bombentrichter

Bombentrichter vom Luftangriff auf Wangerooge 1945

Durch den extremen Explosionsdruck unter der Bombe (Bodennullpunkt) wird das Erdreich zu den Seiten und nach oben hin verdrängt. Es entsteht eine meist kreisförmige Senke. An den Rändern entsteht aus einem Teil des ausgeworfenen Materials ein Wall, ein weiterer Teil fällt in den Krater zurück.
Je nach Stärke der Bombe sind Bombentrichter unterschiedlich groß und langlebig. In einigen deutschen Waldgebieten oder auf der Insel Wangerooge finden sich heute noch zahlreiche Bombentrichter aus dem Zweiten Weltkrieg. Im Lauf der Jahrzehnte können sich in Bombentrichtern ökologisch wertvolle Kleinbiotope entwickeln.

Durch Fliegerbomben

Siehe: Fliegerbombe

Durch Atomexplosionen

Krater der „Sedan“-Explosion

Eine Kraterbildung erfolgt nur bei Bodendetonationen oder bei Untergrunddetonationen, die in unzureichender Tiefe stattfinden. Bei einem statischen Überdruck von etwa 10 GPa kommt es zur Kraterbildung. Die Kraterbildung einer Atombombenexplosion soll ausgenutzt werden um Erdwälle wie z. B. aufgeschüttete Staudämme zu zerstören. Die entstehende Stoßwelle im Untergrund soll Bunkeranlagen und Raketensilos zerstören.

Sprengkraft 20 kt 100 kt 500 kt 4,5 Mt
Interkontinentalrakete Typ Nagasaki-Bombe GB/USA Trident II GUS SS-25, SS-27 China DF-5a
Zielpunktabweichung mehrere Kilometer 90 m 350 m 500 m
Kraterdurchmesser 45 m 73 m 118 m 228 m
Bunker zerstört 56 m 91 m 147 m 285 m

Diese Werte für den Kraterdurchmesser gelten für die Detonation auf trockenem und festem Untergrund, wobei der größte Teil der Energie oberirdisch als Luftdruckwelle und Wärmestrahlung abgegeben wird (Prinzip des geringsten Widerstands); unterirdische Explosionen führen zu weitaus größeren Kratern. So ist einer der größten Explosionskrater der Krater des Sedan-Experiments der Operation Plowshare vom 6. Juli 1962 auf dem Nevada-Testgelände. Die Sprengung war Teil eines Programms zur friedlichen Nutzung von Atomwaffen für Erdbewegungsarbeiten.

Der Sprengkopf hatte eine Sprengkraft von 104 kt und wurde als Untergrunddetonation in 193 m Tiefe gezündet. Die Explosion bewegte 12 Millionen t Erdreich, verursachte ein künstliches Erdbeben der Stärke 4,75 auf der Richter-Skala und hinterließ einen hochradioaktiv verstrahlten Krater mit 390 m Durchmesser und einer Tiefe von 97 m, also wesentlich größer als der Tabellenwert. Ähnliches gilt auch für Impaktkrater.

Auch bei feuchtem oder weichem Untergrund entstehen sehr große Krater. Einer der größten Atombombenkrater überhaupt stammt vom Castle-Bravo-Test (15 Mt, größte von den USA gezündete Bombe) auf dem Bikini-Atoll; sein Durchmesser beträgt ca. 3000 m, seine Tiefe dagegen nur ca. 80 m.


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