Boncourt JU
JU ist das Kürzel für den Kanton Jura in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Boncourtf zu vermeiden.
Boncourt
Wappen von Boncourt
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Jura
Bezirk: Porrentruyw
Gemeindenummer: 6774i1f3f4
Postleitzahl: 2926
UN/LOCODE: CH BCU
Koordinaten: (568102 / 260652)47.4958417.015305373Koordinaten: 47° 29′ 45″ N, 7° 0′ 55″ O; CH1903: (568102 / 260652)
Höhe: 373 m ü. M.
Fläche: 9.02 km²
Einwohner: 1297 (31. Dezember 2010)[1]
Website: www.boncourt.ch
Karte
Karte von Boncourt
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Boncourt ist eine politische Gemeinde im Distrikt Porrentruy des Kantons Jura in der Schweiz. Der frühere deutsche Name Bubendorf wird heute nicht mehr verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Boncourt liegt auf 373 m ü. M., 10 km nordnordwestlich des Bezirkshauptorts Porrentruy (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich in der Talniederung der Allaine (dt. Hall) im äussersten Norden der Ajoie (deutsch Elsgau) an der Grenze zu Frankreich. Der alte Dorfkern befindet sich westlich der Allaine, während neuere Wohngebiete entlang der Hauptstrasse entstanden.

Die Fläche des 9.0 km² grossen Gemeindegebiets umfasst im Zentralteil das rund 500 m breite flache Tal der Allaine, das in die gewellte Tafeljuralandschaft der nördlichen Ajoie eingetieft ist. Im Osten reicht die Gemeindefläche auf den Mont Renaud (506 m ü. M.), im Süden auf die bewaldeten Höhen von Le Recet und Le Neu Bois, der mit 548 m ü. M. den höchsten Punkt der Gemeinde darstellt. 1997 entfielen von der Gemeindefläche 12 % auf Siedlungen, 41 % auf Wald und Gehölze, 46 % auf Landwirtschaft und ungefähr 1 % war unproduktives Land.

Zu Boncourt gehören mehrere Einzelhöfe. Einzige Schweizer Nachbargemeinde von Boncourt ist Basse-Allaine, in Frankreich grenzt der Ort an Villars-le-Sec, Saint-Dizier-l’Évêque, Lebetain, Delle, Florimont und Courcelles.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 647
1900 932
1910 1026
1930 1138
1950 1299
1960 1493
1970 1528
1980 1468
1990 1354
2000 1358

Mit 1297 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010) gehört Boncourt zu den grösseren Gemeinden des Kantons Jura. Von den Bewohnern sind 96.6 % französischsprachig, 2.1 % deutschsprachig und 0.4 % italienischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Boncourt stieg bis 1970 kontinuierlich an. Seither wurde insgesamt ein rückläufiger Trend beobachtet.

Wirtschaft

Etwa um die Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich Boncourt vom Agrar- zum Industriedorf gewandelt. Die erste bedeutende Fabrik war die 1814 von Martin Burrus gegründete Tabakfabrik, welche die Entwicklung des Dorfes entscheidend beeinflusste. Heute sind in dieser Zigarettenfabrik rund 600 Angestellte beschäftigt. Weitere Arbeitsplätze gibt es im Grenzhandel und im Metallbau.

Verkehr

Boncourt ist verkehrsmässig gut erschlossen. Der Grenzübergang Boncourt – Delle ist der wichtigste des Kantons Jura an der Grenze zu Frankreich. Er liegt an der Hauptstrasse 6 von Porrentruy nach Belfort mit einer Abzweigung in Delle nach Montbéliard (dt. Mömpelgard). Im Rahmen des Autobahnbaus der A16 entsteht voraussichtlich bis 2007 ein neuer Grenzübergang westlich des Dorfes, der laut derzeitigen Plänen (2004) ab 2012 die Städte Belfort und Delémont (dt. Delsberg) durchgehend auf einer kreuzungsfreien Strasse verbinden soll. Am 23. September 1872 wurde durch die PD die Eisenbahnstrecke Porrentruy–Delle mit einem Bahnhof in Boncourt eröffnet. Ab dem 10. Dezember 2006 verkehren nach einem elfeinhalbjährigen Unterbruch wieder Züge zwischen Boncourt und Delle. Geplant ist eine Wiederinbetriebnahme der Strecke Delle–Belfort, um einen Anschluss an die in Bau befindliche Schnellfahrstrecke LGV Rhin-Rhône zu gewährleisten.

Geschichte

Erstmals wird Boncourt im Jahre 1140 als Bononis Curia erwähnt. Die Bezeichnung geht vermutlich auf den germanischen Personennamen Bobo oder Boso zurück. Das Gebiet war aber schon zur Römerzeit bewohnt, denn Archäologen entdeckten auf dem Hügel von Châtillon südwestlich des Dorfes Überreste einer römischen Siedlung.

Boncourt teilte die wechselvolle Geschichte der Ajoie, die 1271 an das Fürstbistum Basel kam. Es unterstand vom 16. bis zum 18. Jahrhundert dem Meieramt Bure. Von 1793 bis 1815 gehörte Boncourt zu Frankreich und war anfangs Teil des Département du Mont Terrible, ab 1800 mit dem Département Haut-Rhin verbunden. Durch den Entscheid des Wiener Kongresses kam der Ort 1815 an den Kanton Bern und am 1. Januar 1979 an den neu gegründeten Kanton Jura.

Sehenswürdigkeiten

Ein Turm auf dem Felsvorsprung links der Allaine ist der einzige Überrest der Burg Milandre, die im 13. Jahrhundert von den Grafen von Montbéliard erbaut und 1674 in der Folge der Besetzung der Franche-Comté durch die französischen Truppen von Marschall de Turenne zerstört wurde. Die Kirche von Boncourt, Saint-Pierre-et-Paul, wurde 1920–21 neu gebaut, wobei der gotische Chor und der Frontturm des Vorgängerbaus erhalten blieben. Zur bedeutenden Innenausstattung gehört der im Stil der barocken Holzschnitzkunst hergestellte Altar von 1725–30, ein Hauptwerk der Gebrüder Breton. Im alten Dorfkern links der Allaine sind noch einige typische alte Fachwerkhäuser des 18. und 19. Jahrhunderts zu sehen. Von 1909 stammt die im Stil des Eklektizismus errichtete Villa Burrus.

Sehenswert ist die Tropfsteinhöhle der Grotte de Milandre südlich des Dorfes.

Galerie

Weblinks

 Commons: Boncourt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Population résidante permanente des communes, selon le sexe et la nationalité, au 31 décembre 2010 – Données officielles à utiliser pour tous les calculs financiers (PDF), Fondation interjurassienne pour la statistique (fistat), vom 22. März 2011, abgerufen am 12. April 2011
  1. WEITERLEITUNG Vorlage:Navigationsleiste Bezirk Porrentruy

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