Bonito (Auto)

Der Fiberfab FT Bonito ist ein deutsches Bausatzfahrzeug der 1970er Jahre mit Kunststoffkarosserie und sportlicher Optik.

Fiberfab FT Bonito
Fiberfab FT Bonito, Heck

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Jörgfrieder Kuhnle, Inhaber der kleinen Firma Fiberfab in Auenstein, einem Ortsteil von Ilsfeld bei Heilbronn, hatte den Umgang mit Glasfaser-verstärktem Kunststoff (GFK) in den USA gelernt und mit den beiden Bonito-Vorgängermodellen Aztec und Bonanza bereits einschlägige Erfahrungen sammeln können, die ihm bei der Konzeption des Bonito zugute kamen.

Auf der Frankfurter IAA im September 1969 präsentierte er den Fiberfab Bonito erstmals der Öffentlichkeit. Der Wagen war ein formal gut gelungenes 2+2 sitziges Sportcoupé mit flacher Bugpartie, niedriger Gürtellinie und kantigem Abrissheck – darunter die Käfer-Mechanik. Der Bonito entsprach vom Aussehen her den gängigen Vorstellungen eines rassigen Sportwagens dieser Zeit.

Fiberfab bot den Bonito ausschließlich als Kit Car an, als Bausatz zum Selberbauen. Lediglich die Musterfahrzeuge wurden fahrfertig aufgebaut. Normalerweise wurden die Bonito-Bausätze mit der Bahn transportiert, und zwar in eigens zu diesem Zweck gezimmerten großen Holzkisten. Viele Kunden holten ihren Bonito-Bausatz allerdings auch selbst ab. Ein VW-Pritschenwagen oder ein offener PKW-Anhänger reichten dafür völlig aus.

Während seiner knapp zehnjährigen Bauzeit wurden bei Fiberfab nach Angaben vom Firmenchef Jörgfrieder Kuhnle mehr als 1000 Bonito-Bausätze hergestellt. Nach Informationen der "Bonito & KitCar IG Deutschland" existieren allein in Deutschland noch rund 100 Käfer mit Bonito-Karosserie. Nicht einmal die Hälfte von ihnen ist aber noch fahrtüchtig bzw. mit einer Strassenzulassung versehen.

1978, ein Jahr vor dem Auslaufen der Bonito-Fertigung, kostete der Bausatz 4490,00 Mark; hinzu kamen eine Reihe von Zubehörteilen, die Verpackungs- und Versandkosten und die obligatorische Mehrwertsteuer.

Bausatz

Die Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff wurde bei Fiberfab in Handarbeit im Spritzverfahren hergestellt. Arbeitstäglich konnte eine Karosserie gefertigt werden, denn das Gemisch aus Glasfäden und Polyesterharz brauchte gut einen Tag zum Austrocknen, ehe es zur Weiterverarbeitung aus der Negativform herausgehoben werden konnte.

Im Bonito-Bausatz enthalten waren die grundierte Rohkarosserie, die beiden Türen, Motor- und Kofferraumhaube, die komplette Innenverkleidung, das Instrumentenbrett sowie der Himmel und die Seitenverkleidungen. Hinzu kamen weitere wichtige Bauteile wie beispielsweise die Versteifungselemente für das Chassis, die Seitenscheiben, Fenster- und Türdichtungensprofile, Zierleisten, eine ausführliche Bauanleitung mit vielen anschaulichen Detailfotos und das Mustergutachten für den TÜV.

In der mitgelieferten Bauanleitung waren neben der Beschreibung für den Aufbau der Karosserie auch etliche nützliche Tips enthalten, denn viele Teile, wie Front- und Heckscheibe, Lampen, Rückleuchten oder Blinker waren nicht im Lieferumfang enthalten.

Basisfahrzeuge und Großserienteile

Als Basisfahrzeug wurden gebrauchte VW Käfer verwendet, die vom Käufer des Bausatzes selbst zu beschaffen waren. Nach dem Abnehmen der Käfer-Karosserie ließ sich die fertig montierte Bonito-Karosserie auf das Käfer-Chassis aufsetzen und wurde, wie beim Käfer üblich, mit der Bodengruppe verschraubt. Fiberfab veranschlagte für die komplette Montage rund 100 Arbeitsstunden. Hinzu kam die Lackierung.

Nahezu alle Käfer-Bauteile konnten wiederverwendet werden, so auch Motor und Getriebe und die komplette technische und elektrische Ausrüstung. Fahrfertig wog der Fiberfab FT Bonito nur rund 680 Kilogramm und war damit rund 40 Kilogramm leichter als der Serien-Käfer. Vorn saß man in anatomisch geformten Sitzschalen, im Heck reichte es nur für eine Notsitzbank.

Als Windschutzscheibe empfahl Fiberfab die des Ford 12M P6, als Heckscheibe die des Opel Rekord Coupè C. Die Scheinwerfer stammten vom Ford 15M P6, die Rückleuchten von Hella, die Blinker vom NSU Prinz.

Beliebt war auch, einen leistungsgesteigerten Motor auf Basis des VW Käfer oder Typ 3 einzubauen und damit die Fahrleistungen der sportlichen Optik des Fahrzeugs anzupassen. Mit den VW-Serienaggregaten von 34 bis 54 PS (1600-ccm-Motor mit D-Jetronic) war der Bonito eher knapp motorisiert.

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