Bonlanden auf den Fildern
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Filderstadt
Filderstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Filderstadt hervorgehoben
48.6802777777789.2183333333333371Koordinaten: 48° 41′ N, 9° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 371 m ü. NN
Fläche: 38,54 km²
Einwohner: 43.946 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 1140 Einwohner je km²
Postleitzahl: 70794
Vorwahlen: 0711 und 07158
Kfz-Kennzeichen: ES
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 077
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Aicher Straße 9
70794 Filderstadt
Webpräsenz:
Oberbürgermeisterin: Gabriele Dönig-Poppensieker (SPD)

Filderstadt ist eine Stadt in der Mitte Baden-Württembergs, direkt südlich der Landeshauptstadt Stuttgart gelegen. Die erst 1975 im Rahmen der Gemeindereform entstandene Stadt hatte bereits bei ihrer Gründung mehr als 20.000 Einwohner und wurde daher mit Wirkung vom 1. Juli 1976 zur Großen Kreisstadt erklärt. Heute ist sie nach Esslingen am Neckar die zweitgrößte Stadt des Landkreises Esslingen und gehört zum Mittelbereich Stuttgart innerhalb des gleichnamigen Oberzentrums.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Filderstadt liegt auf der inneren Filderhochfläche auf 327 bis 474 Meter Höhe. Die Landschaft gab der Stadt ihren Namen. Am Westrand, beim Stadtteil Plattenhardt, beginnt der Naturpark Schönbuch. Die Schwäbische Alb liegt in Sichtweite der Stadt.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Filderstadt. Sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, genannt:
Stuttgart (Stadtkreis), Neuhausen auf den Fildern, Wolfschlugen und Aichtal (alle Landkreis Esslingen), Waldenbuch (Landkreis Böblingen) sowie Leinfelden-Echterdingen (Landkreis Esslingen).

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Filderstadts besteht aus den 5 Stadtteilen Bernhausen (13.216 Einwohner), Bonlanden (10.296 Einwohner), Plattenhardt (8.482 Einwohner), Sielmingen (7.566 Einwohner) und Harthausen (4.094 Einwohner). Die Stadtteile sind identisch mit den ehemaligen Gemeinden desselben Namens. Die offizielle Bezeichnung der Stadtteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Stadt und durch Bindestrich verbunden nachgestellt der Name der Stadtteile.[2]

  • Zum Stadtteil Bernhausen gehören das Dorf Bernhausen, das Haus Klinkermühle, der Bernhäuser Forst mit Tagungszentrum und Ferienwaldheim, der nur von L.-E.-Stetten aus angefahren werden kann, ein Großteil der Start- und Landebahn des Stuttgarter Flughafens sowie die abgegangenen Ortschaften Dachtgraben, Horwe, Sigelinshuos und Wolfschlugen (evtl. auf der Gemarkung Plattenhardt).
  • Zum Stadtteil Bonlanden gehören das Dorf Bonlanden und das Anwesen Gutenhalde.
  • Zum Stadtteil Harthausen gehört Dorf Harthausen (heutige Bebauung im nordöstlichen Bereich teilweise auf ursprünglicher Sielminger Gemarkung).
  • Zum Stadtteil Plattenhardt gehört das Dorf Plattenhardt und die Häuser Obere Kleinmichelesmühle, Untere Kleinmichelesmühle, Bechtenrain und Ziegelhütte sowie die abgegangenen Ortschaften Diemannsweiler, Horb und Wolfschlugen (evtl. auf Gemarkung Bernhausen).
  • Zum Stadtteil Sielmingen gehören das Dorf Sielmingen, der Wohnplatz Bei den drei Linden mit den namensgebenden Friedenslinden, die zugleich den höchsten Punkt der Filderebene markieren, sowie die abgegangenen Ortschaften Weiler[3] (an deren Existenz heute noch der Name des Schafhof im Weiler in Sielmingen mit benachbartem Verkehrsübungsplatz und Kleintierzuchtanlage sowie der Weilerbrunnen mit vermutlich mittelalterlichem Brunnentrog erinnern) und Tuwingen bzw. Teubingen (nördlich der heutigen L 1209 von Bernhausen nach Neuhausen), ferner in Richtung Neuhausen und Wolfschlugen noch einige Aussiedlerhöfe auf freiem Feld.

Geschichte

Die Stadt Filderstadt entstand am 1. Januar 1975 durch Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden Bernhausen, Bonlanden, Harthausen, Plattenhardt und Sielmingen zunächst unter dem Namen „Gemeinde Filderlinden“. Am 25. Juli desselben Jahres wurde der Name in „Filderstadt“ geändert. Mit Wirkung vom 1. Januar 1976 erhielt die neue Gemeinde das Stadtrecht und ein halbes Jahr später, zum 1. Juli 1976 wurde sie auf Antrag der Stadt von der baden-württembergischen Landesregierung zur Großen Kreisstadt erklärt. Die fünf ehemaligen Gemeinden haben jedoch eine lange Geschichte.

Stadtteile

Bernhausen

Bernhausen wurde 1089 als „Berinhusen“ (als frühschwäbische Bezeichnung für „Wohnstätten des Bero“) erstmals erwähnt. Einige adelige Familien der Herren von Bernhausen hatten die Rechte über den Ort, doch fiel er in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts an Württemberg. Die Gemeinde gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen.

Bonlanden

Bonlanden wurde Anfang des 12. Jahrhunderts als „Bonlandum“, was so viel wie „baumbestandene Lande“ bedeuten dürfte, erstmals erwähnt. Der Ort gehörte zunächst den Herren von Bernhausen, später deren von Stöffeln, von Stammheim und von Sachsenheim. Württemberg tauschte den Ort Zug um Zug. Um 1400 war ganz Bonlanden württembergisch. 1820 wurde die Gemarkung um ein großes Waldgebiet des Schönbuchs vergrößert. Die Gemeinde gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen.

Harthausen

Harthausen wurde 1304 als „Harthusen“ erstmals erwähnt. Der Name bedeutet so viel wie „Häuser am Hart“, also Weidewald. Auch hier hatten die Herren von Bernhausen ihre Besitzungen. Über verschiedene Herren gelangte auch Harthausen ebenfalls an Württemberg, doch hatten die Herren von Stammheim und Thumb von Neuburg noch bis ins 16. Jahrhundert kleinere Rechte. Die Gemeinde gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen.

Plattenhardt

Plattenhardt wurde 1269 als „Blatinhart“ erstmals erwähnt und bedeutet wohl platte = eben und Hart = Weidwald. Neben den Herren von Bernhausen hatten auch die Herren von Urslingen Rechte am Ort, der aber bald mit Waldenbuch an Württemberg gelangte. 1833 wurde die zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart gehörige Gemeinde um einige Waldflächen vergrößert. 1938 kam Plattenhardt zum Landkreis Esslingen.

Sielmingen

Sielmingen wurde 1275 als „Sygehelmingen“ (wahrscheinlich abgeleitet vom Eigennamen „Sighelm“ bzw. „Sigehelm“) erstmals erwähnt. Schon damals wurde zwischen Ober- und Untersielmingen unterschieden. Obersielmingen gehörte den Herren von Bernhausen und kam mit Waldenbuch 1363 von den Herren von Urslingen an Württemberg. Untersielmingen gehörte verschiedenen Herren und kam dann teilweise an Württemberg. Das Spital Nürtingen behielt aber bis 1806 einen Teil des Ortes, bevor auch dieser an Württemberg gelangte. Bis 1850 waren beide Orte als Gemeindeverband organisiert, dann wurden sie zu selbständigen Gemeinden erklärt, 1923 jedoch unter dem Namen Sielmingen zu einer Gemeinde vereinigt. Beide Orte bzw. die Gemeinde Sielmingen gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen.

Religionen

Die Bevölkerung der fünf ehemaligen Gemeinden der heutigen Stadt Filderstadt gehörten ursprünglich zum Bistum Konstanz. Da die Orte politisch schon früh zu Württemberg gehörten, wurde auch hier ab 1535 durch Herzog Ulrich die Reformation eingeführt, daher waren sie über Jahrhunderte überwiegend protestantisch. In den Orten gibt es daher auch jeweils eine evangelische Kirchengemeinde mit einer Kirche. In Bernhausen wurde infolge des starken Zuzugs 1965 eine weitere Kirche, die Johanneskirche erbaut. Später folgte die Petruskirche. Die drei Kirchengemeinden bilden aber weiterhin die Gesamtkirchengemeinde Bernhausen. Die Kirchengemeinde Harthausen war lange Zeit eine Filiale von Bernhausen, später von Plattenhardt, dann von Untersielmingen und schließlich ab 1838 von Bonlanden. 1838 erhielt der Ort seine eigene Kirche und 1959 wurde auch eine eigene Pfarrei errichtet. Alle Kirchengemeinden Filderstadts gehörten früher zum Dekanat bzw. Kirchenbezirk Degerloch. 1981 wurde die Jakobuskirche Bernhausen Sitz eines eigenen Dekanats bzw. Kirchenbezirks innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, zu dem alle Kirchengemeinden im Stadtgebiet Filderstadts gehören. In Bernhausen sind auch die Altpietistische Gemeinschaft und Hahn’sche Gemeinschaft und in Sielmingen die Landeskirchliche Gemeinschaft vertreten.

Katholiken gibt es in Filderstadt erst wieder seit dem 20. Jahrhundert. In Bernhausen entstand 1968 die Kirche St. Stephanus. Zur Kirchengemeinde gehört auch Sielmingen, doch gibt es dort seit 1963 eine eigene Kirche: St. Michael. In Bonlanden wurde 1958 die katholische Kirche „Zu Unserer Lieben Frau“ gebaut, eine Pfarrei gibt es dort seit 1961. Die Kirchengemeinde umfasst auch Plattenhardt. Beide Kirchengemeinden (Bernhausen und Bonlanden) gehören zum Dekanat Esslingen des Bistum Rottenburg-Stuttgart und bilden eine Seelsorgeeinheit. In Harthausen wurde 1968 eine katholische Kirche erbaut, die zur Pfarrei der Nachbargemeinde Grötzingen (Stadt Aichtal) gehört. Diese ist dem Dekanat Nürtingen des Bistum Rottenburg-Stuttgart zugeordnet.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Filderstadt auch Freikirchen und Gemeinden, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche (Bonlanden) und die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Esslingen-Fildern in Sielmingen. Auch die Neuapostolische Kirche, die Christengemeinschaft und die Zeugen Jehovas sind in Filderstadt vertreten.

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung als Diagramm

Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
31. Dezember 1975 34.603
31. Dezember 1980 37.300
31. Dezember 1985 36.757
27. Mai 1987 ¹ 36.323
Jahr Einwohnerzahlen
31. Dezember 1990 38.498
31. Dezember 1995 41.145
31. Dezember 2000 42.234
31. Dezember 2005 43.717

¹ Volkszählungsergebnis

Politik

Gemeinderat

Wahlergebnisse
24. Oktober 1999 13. Juni 2004
Partei 1999 Sitze Partei 2004 Sitze
CDU 28,92 % 10 CDU 27,26 % 9
FW 23,26 % 8 FW 22,7 % 7
SPD 21,89 % 7 SPD 21,19 % 7
Grüne 12,3 % 4 Grüne 14,6 % 5
FDP 8,19 % 2 FDP 8,57 % 3
FFL 5,42 % 1 FFL 5,63 % 1
Wahlbeteiligung
48,0 % 50,59 %

Bürgermeister

An der Spitze der Stadt steht der von der Bevölkerung auf acht Jahre gewählte Oberbürgermeister. Er ist auch Vorsitzender des ebenfalls von der Bevölkerung auf fünf Jahre gewählten Gemeinderats. Er hat als allgemeinen Stellvertreter einen 1. Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung „Erster Bürgermeister“ und einen weiteren Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.

Stadtoberhäupter seit Bildung der Stadt 1975:

  • 1975–1983: Karl Feßler, Bürgermeister, ab 1. Juli 1976 Oberbürgermeister
  • 1983–2007: Dr. Peter Bümlein (SPD)
  • seit 3. Oktober 2007: Gabriele Dönig-Poppensieker (SPD)

Jugendgemeinderat

Der Jugendgemeinderat der Großen Kreisstadt Filderstadt wurde im Oktober 1987 gegründet. Er stellte in der politischen Landschaft Baden-Württembergs eine Besonderheit dar – er war die erste Jugendvertretung, die von den Wahlberechtigten direkt in Urwahl gewählt wurde.

Die Initiative für die Einrichtung eines Jugendparlaments kam aus der Mitte des Gemeinderats. Die Stadtverwaltung entwickelte gemeinsam mit den Mitgliedern des Gemeinderats die neue Form der Beteiligung von Jugendlichen – das „Filderstädter Modell“ des Jugendgemeinderats.

Die vom Gemeinderat am 24. Juni 1987 einstimmig beschlossenen Eckpunkte zur Gründung des Jugendgemeinderats (JGR) haben bis heute Gültigkeit:

  • Aufgabe des Jugendgemeinderats ist, in allen die Jugend betreffenden Angelegenheiten mitzuwirken und zum Teil mitzubestimmen.
  • Die zu behandelnden Themen sollen grundsätzlich aus den Reihen des Jugendgemeinderats kommen. Aktuelle Themen können von der Verwaltung eingebracht werden.
  • Die Beschlüsse des JGR gelten als Vorschläge für Gemeinderat und Verwaltung und werden dort je nach Zuständigkeit behandelt.
  • Wählbar und wahlberechtigt sind alle Jugendlichen vom vollendeten 14. Lebensjahr bis zum noch nicht vollendeten 18. Lebensjahr, unabhängig von der Staatsangehörigkeit.
  • Der Jugendgemeinderat hat 20 Mitglieder.
  • Die Amtszeit beträgt 2 Jahre.
  • Der Oberbürgermeister wird im ersten Jahr die Sitzungsleitung übernehmen.

Die Jugendlichen sollten weder in vorgegebene Strukturen gezwängt werden, noch sich einem übertriebenen Formalismus unterwerfen müssen.

Die Jungparlamentarier hatten die Chance, sich selbst eine Struktur zu geben und haben die Möglichkeit, diese den Erfordernissen anzupassen. Gegen Ende der ersten Amtszeit haben die Jugendgemeinderäte sich selbst eine Geschäftsordnung erarbeitet, die bis heute Gültigkeit hat.

Wappen

Das Wappen der Stadt Filderstadt zeigt einen „von Gold und Grün fünf mal geteilten“ Schild. Die Stadtflagge ist gelb-grün. Wappen und Flagge wurden durch das Regierungspräsidium Stuttgart am 10. August 1977 verliehen. Das Wappen ist das Wappen der Edelfreien von Bernhausen, die in allen heutigen Stadtteilen eine historische Rolle spielten.

Städtepartnerschaften

Filderstadt unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

  • Dombasle-sur-Meurthe (Frankreich), seit 1972 mit der damaligen Gemeinde Bernhausen
  • La Souterraine/Creuse (Frankreich), seit 1972 mit der damaligen Gemeinde Bernhausen
  • Poltawa (Ukraine), seit 1988 – die Partnerschaft mit Poltawa wurde zusammen mit den Nachbarstädten Ostfildern und Leinfelden-Echterdingen geschlossen
  • Oschatz (Sachsen), seit 1990
  • Selby (Großbritannien), seit 2002

Kultur, Sport und Sehenswürdigkeiten

Theater

  • Kultur- und Kongresszentrum „Filharmonie“ in Bernhausen
  • Kommunikationszentrum „Alte Mühle“ in Bonlanden
  • „die eulen“ und die Filderbühne als Theatergruppen

Sport

  • SV Bonlanden
  • TSV Plattenhardt
  • Bundesweit bekannt wurde Filderstadt durch das von 1978 bis 2005 in Filderstadt-Plattenhardt ausgetragene Porsche Tennis Grand Prix-Tennisturnier der Damen, an dem in dieser Zeit die Tennisweltelite teilnahm. Mittlerweile ist das Tennisturnier nach Stuttgart abgewandert.
  • Am 14. Juni 1980 hat Guido Kratschmer mit 8649 Punkten im Fleinsbachstadion in Bernhausen einen Weltrekord im Zehnkampf aufgestellt. Dies gelang am 6. Juni 1983 auch Jürgen Hingsen mit 8779 Punkten am gleichen Ort.

Museen

Im ehemaligen Bonländer Rathaus befindet sich das Gottlob-Häussler-Heimatmuseum. Gezeigt wird das frühere Alltagsleben auf den Fildern mit Landwirtschaft, Handwerk (Schuster-, Schreiner- und Bürstenbinderwerkstätten), Küche und einem „Tante-Emma-Laden“.

Bauwerke

Uhlbergturm

Die evangelische Jakobuskirche Bernhausen ist das Wahrzeichen Bernhausens: Die ursprünglich dem Heiligen Gallus geweihte Kirche ist bereits seit 1275 bezeugt. Die heutige Pfarrkirche ist eine Westturmanlage mit frühgotischem Turm sowie achteckigem Aufbau von 1680. Das Schiff von 1475 wurde mehrfach verändert und 1956 erweitert.

Das Rathaus in Bernhausen wurde 1616 als Fachwerkhausbau mit barockem Unterbau errichtet. Das Pfarrhaus stammt aus dem 17. Jahrhundert. Hier wohnte 1814 der Dichter Gustav Schwab. Das alte Schulhaus wurde 1537 erbaut und bis 1951 als solches genutzt.

Die evangelische Pfarrkirche Georgs-Kirche Bonlanden ist im Kern spätgotisch, der Westturm besitzt ein Kreuzrippengewölbe, der Chor ein Netzgewölbe. Das Schiff wurde mehrmals verändert, zuletzt 1912. Hier gibt es auch eine Kelter von 1718. Die Kirche in Harthausen wurde erst 1838 im späten Klassizismus erbaut, doch gab es ab 1601 bereits eine Kapelle, die 1763 als Schule diente. Plattenhardt hat eine turmlose spätgotische Kirche (Antholianuskirche) mit Tonnengewölbe.

Die Sielminger Martinskirche stammt von 1489 und hat einen vieleckigen Chor mit kreuzrippengewölbter Vorhalle. Sehenswert ist auch das Hahn’sche Haus von 1581, in dem der Vater des Erfinders Philipp Matthäus Hahn geboren wurde.

Vom Uhlbergturm hat man eine gute Aussicht auf den Schönbuch, die Filderebene und die Schwäbische Alb. Schon 1890 wurde am heutigen Standort des Turmes auf 469 m über dem Meeresspiegel ein hölzernes Aussichtsgerüst errichtet, das 1903 durch einen Holzturm von 17 m Höhe ersetzt wurde. Dieser musste 1961 wegen Baufälligkeit abgerissen werden und wurde 1963 durch das heutige, 25 m hohe Bauwerk ersetzt. Der vom Schwäbischen Albverein gewartete und bewirtschaftete Turm ist zu bestimmten Zeiten geöffnet und ist mit einem Kiosk, einer Picknickwiese und einem Spielplatz ausgestattet.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Februar/März: Pferdemarkt in Bernhausen
  • 1. Mai: Hammelfest des Schwäbischen Albvereins am Uhlbergturm in Plattenhardt
  • Juni: Bärenfest in Bernhausen und Marktplatzfest in Harthausen
  • Juli: Saifest in Bonlanden und Straßenfest in Plattenhardt
  • Letztes Augustwochenende: Straßenfest des Musikverein Bernhausen in der Rosenstraße
  • Anfang September: Kirchplatzfest in Sielmingen (in ca. 10-jährigem Abstand stattdessen viertägiges Heimatfest auf dem Festplatz an der Jakobstraße, zuletzt im Jahr 2008)
  • Dezember: Nikolaus- und Weihnachtsmarkt in Bernhausen sowie in Plattenhardt

Wirtschaft und Infrastruktur

TÜV im Stadtteil Bernhausen
Die vierspurige B 27 zwischen Bonlanden und Harthausen, im Hintergrund der Albtrauf mit der Burg Hohenneuffen und dem Jusi.

Die größten Arbeitgeber Filderstadts sind der Etikettenhersteller Herma, das Klimatechnik-Unternehmen Modine und der TÜV Süd mit seinem zweitgrößten Standort. Im Luftfrachtzentrum des Stuttgarter Flughafens, das sich im Stadtteil Bernhausen befindet und eine Fläche von rund 150.000 m² umfasst, sind mehr als 70 Unternehmen der Logistikbranche ansässig. Im produzierenden Gewerbe, das etwa 30 Prozent der Arbeitsplätze in Filderstadt stellt, sind überwiegend mittelständische Automobilzulieferer tätig.

Verkehr

Der Stuttgarter Flughafen liegt unmittelbar nördlich von Filderstadt. Die Start- und Landebahn befindet sich auf Filderstädter Gemarkung, ebenso der Tower, der in Bernhausen am Rande der Wohnbebauung steht.

An der nördlichen Stadtgrenze Filderstadts führt die Bundesautobahn A 8 (Karlsruhe–Ulm) vorbei. Über die Anschlussstelle Stuttgart-Flughafen ist die Stadt direkt angebunden. Ferner führen die Bundesstraßen B 27 (Stuttgart–Tübingen) und B 312 (Flughafen–Reutlingen) durch das Stadtgebiet.

Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedient seit Herbst 2001 vor allem die Linie S2 (Filderstadt–Schorndorf über Stuttgart-Flughafen und Stuttgart Hauptbahnhof) der S-Bahn Stuttgart. Der S-Bahnhof befindet sich im Stadtteil Bernhausen. Ferner verkehren innerhalb des Stadtgebiets zehn Buslinien. Neun der Linien sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) zu benutzen, eine Ausnahme ist die Linie X3, die zwischen Pfullingen/Reutlingen und Stuttgart-Flughafen verkehrt und dem Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (Naldo) angehört.

Medien

Über das Tagesgeschehen Filderstadts berichtet die Filder-Zeitung, die den beiden Tageszeitungen Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten beiliegt.

Einrichtungen

Filderstadt hat ein Notariat.

Im Stadtteil Bernhausen befindet sich der Sitz des Kirchenbezirks Bernhausen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Bundesweit bekannt ist Filderstadt auch durch die anthroposophisch ausgerichtete Filderklinik.

Bildung

In Filderstadt gibt es alle allgemein bildenden Schularten. In Bernhausen besteht eine Grundschule (Bruckenackerschule), eine Grund- und Hauptschule (Gotthard-Müller-Schule), die Fleinsbach-Realschule, Eduard-Spranger-Gymnasium. Außerdem ist hier die Musikschule Filderstadt angesiedelt. Bonlanden hat eine Grundschule (mit den beiden Standorten Uhlbergschule und Schillerschule) sowie eine Haupt- und Realschule im Bildungszentrum Seefälle. In Harthausen gibt es eine Grund- und Hauptschule (Jahnschule mit der Lindenschule). Plattenhardt hat neben der Grundschule (Weilerhauschule) noch die Volkshochschule & Kunstschule Filderstadt. In Sielmingen gibt es eine Grund- und Hauptschule (Wielandschule), das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und eine Förderschule (Pestalozzischule).

Die private Waldorfschule „Gutenhalde“ rundet das Schulangebot in Filderstadt ab.

Ver- und Entsorgung

Die Stadt ist Mitglied im Zweckverband Filderwasserversorgung. Zur Reinigung des Abwassers werden die beiden Kläranlagen Bombach und Fleinsbach betrieben.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Johann Gotthard Müller (1747–1830), Kupferstecher, wurde in Bernhausen (Rosenstraße 22) geboren
  • Jacob Brodbeck (1821–1910), deutsch-amerikanischer Flugpionier, stammte aus Plattenhardt (Kirchstraße 26)
  • Georg Adam Bürkle (1825–1896), Gründer der Stadt Stuttgart in Arkansas/USA, wurde in Plattenhardt (Kirchstraße 27) geboren
  • Alfons Fügel (1912–1960), Sänger
  • Karl Schlecht (* 1932), Unternehmer
  • Werner Weinmann (1935–1997), geboren in Bonlanden, Politiker (SPD), Landtagsabgeordneter, Staatssekretär
  • Julia Nachtmann (* 1981), Schauspielerin
  • Fabian Schulze (* 1984), Stabhochspringer

Sonstige mit der Stadt verbundene Personen

  • Eduard Mörike (1804–1875), schwäbischer Lyriker, lebte während seiner Vikarszeit 1829 einige Monate im Plattenhardter Pfarrhaus
  • Roman Herzog, ehemaliger deutscher Bundespräsident, lebte während seiner Amtszeit als baden-württembergischer Innenminister (1980–1983) ab 1978 fünf Jahre in Bernhausen in der Ludwigstraße
  • Michael Ende, 1995 in Bonlanden (Filderklinik) gestorbener Schriftsteller

Literatur

  • Das Land Baden-Württemberg – Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III Regierungsbezirk Stuttgart, Region Mittlerer Neckar. Hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2.
  • Nikolaus Back: Von Filderlinden nach Filderstadt. Die Gemeindereform von 1975. Stadt Filderstadt 2000, ISBN 3-934760-01-5.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. Hauptsatzung der Stadt Filderstadt vom 5. Februar 1996, zuletzt geändert am 1. Mai 2006
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 178–183

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