Bonn-Kessenich
Kessenich
Stadt Bonn
Koordinaten: 50° 43′ N, 7° 7′ O50.7126020388947.10884094238287Koordinaten: 50° 42′ 45″ N, 7° 6′ 32″ O
Einwohner: 12.365 (31. Dez. 2008)
Postleitzahl: 53129
Vorwahl: 0228
Karte
Lage von Kessenich in Bonn
Haribo-Stammwerk in der Hans-Riegel-Straße
Kath. St.-Nikolaus-Kirche in Kessenich

Kessenich ist ein Ortsteil von Bonn mit 12.365 Einwohnern auf einer Fläche von ca. 2 Quadratkilometern.[1] Er liegt im Südteil von Bonn zwischen den Stadtteilen Südstadt und Dottendorf am Fuße des Venusbergs.

Kessenich ist eine der ältesten Siedlungen in Bonn, der Name geht auf das keltische cassanos (Eiche) zurück. Anderen Quellen zufolge könnte er sich vom römischen castiniacum (Festung) herleiten.

Erstmalig urkundlich erwähnt wurde die Propstei Kessenich, zu der auch das Krongut Dottendorf gehörte, im Jahre 843. Kaiser Lothar I., ein Enkel Karls des Großen, schenkte das Lehen an den hessischen Gaugrafen Esiko, der es seinerseits an die Benediktinerabtei Corvey weitergab. Seit der Römerzeit wurde von den Kessenicher Bauern vor allem Wein angebaut.[2]

1904 wurde Kessenich nach Bonn eingemeindet. Im Jahre 1920 gründete Hans Riegel in Kessenich die Firma Haribo, die sich zu einem der wichtigsten Wirtschaftsunternehmen der Stadt entwickelte und den Stadtteil mit mehreren Fabrikgebäuden, einer Sporthalle und dem markanten Lakritz-Geruch prägt.

Die Initiative Kessenich ist Kult unterstützt seit 2004 neben der Gründung einer Gewerbegemeinschaft auch kulturelle und sportliche Aktivitäten und nicht zuletzt ein 'Kessenich-Gefühl' durch verschiedene Aktionen.

Das Wasserland

Bis in die 1970er Jahre war Kessenich vom südlich angrenzenden Dottendorf deutlich abgegrenzt durch ein fast unbebautes Gebiet, das man das Wasserland nannte. Der Name stammt aus der Zeit, in welcher der Rhein noch unzählige Nebenarme hatte und demzufolge weite Gebiete an seinen Ufern versumpft waren. Dort siedelten einige Bauern, ein Schäfer trieb seine Herde von Kessenich aus in Richtung Bad Godesberg und wieder zurück, und das Gelände war weitgehend untauglich für eine weitere Bebauung. Infolge der Wohnungsnot nach dem zweiten Weltkrieg wurde dann dieses Gebiet notdürftig entwässert und man begann dort, großflächig Sozialwohnungen zu errichten. Eine Müllkippe samt Baggersee wurde zugeschüttet, und inzwischen befinden sich an dieser Stelle großzügig angelegte Fußball-, Tennis- und Hockeyplätze. Die ursprüngliche Herkunft dieses Wohngebiets lässt sich heute noch an den Straßennamen ablesen: diese tragen alle die Namen benachbarter Rheinzuflüsse (Lahnweg, Siegweg, Erftweg usw. ). In östlicher Richtung schloss sich das Wasserland über das Johanniter-Viertel (heute Gronau) an die Rheinauen an und ging dann über in eine riesige Grünfläche, die sich bis nach Plittersdorf im Süden erstreckte.

Einzelnachweise

  1. Statistiken zu Kessenich
  2. D. Partzsch, S. 8 ff. (Geschichtlicher Überblick)

Literatur

Dieter Partzsch: Kennen Sie Kessenich? Verlag Divossen, Bonn 1999, ISBN 3-931-54358-7


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