Bonn-Nord
Castell
Stadt Bonn
Koordinaten: 50° 45′ N, 7° 6′ O50.7459060799657.09489345550547Koordinaten: 50° 44′ 45″ N, 7° 5′ 42″ O
Postleitzahlen: 53117, 53111
Vorwahl: 0228
Karte
Lage von Castell in Bonn
Siedlung „Am Römerkastell“
Universitätsgebäude AVZ III

Bonn-Castell (ehemals Bonn-Nord) ist ein nördlich der Innenstadt am Rhein gelegener Ortsteil von Bonn. Er liegt auf dem Gebiet des früheren römischen Lagers. Begrenzt wird der Stadtteil durch den Rhein im Osten, die A 565 im Norden, den Rheindorfer Bach und die Kölnstraße im Westen sowie die Wachsbleiche an der Beethovenhalle im Süden.

Bonn-Castell besteht überwiegend aus Wohnbebauung sowie Büro- und Verwaltungsgebäuden. Zur Zeit leben dort etwa 10.500 Menschen, überwiegend in Stadthäusern.

An der Römerstraße, in dem Gebäude der ehemaligen Pädagogischen Akademie, befinden sich mehrere Institute der Universität Bonn sowie eine Mensa und Sportanlagen für den Hochschulsport. In unmittelbarer Nachbarschaft stehen mehrere, teilweise 17-stöckige Hochhäuser, die als Studentenwohnheime verwendet werden.

Auf der östlichen Seite der Graurheindorfer Straße befinden sich mehrere Bundesbehörden, darunter die 2. Dienstsitze des Finanz- und des Innenministeriums. Auf der westlichen Seite hat die Deutsche Telekom Stiftung ihren Sitz auf dem Gelände des ehemaligen Straßenbahn-Betriebshofs.

Der Landschaftsverband Rheinland betreibt auf dem Gelände zwischen Kölnstraße und Kaiser-Karl-Ring die Rheinischen Kliniken Bonn, Fachkliniken und Zentren für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie. Weitere Krankenhäuser in Bonn-Castell sind die Kaiser-Karl-Klinik, eine Fachklinik für Rehabilitative Medizin sowie das St. Johannes-Hospital.

An der Ecke Römerstraße/Augustusring liegt ein jüdischer Friedhof. Gegenüber befindet sich die Rekonstruktion eines Römerkrans, der 2005 plötzlich abgerissen und nun wieder neu aufgebaut wurde. „Erst hieß es, der Römerkran sei von allein umgekippt. Dann findet die Stadt heraus, dass sie selbst für dessen Zerstörung verantwortlich ist. Jetzt ist nur noch ein Haufen morsches Holz mit ein paar Metallteilen übrig. Das erhitzt nicht nur die Gemüter, sondern treibt die Politiker auch zu sonst eher ungewohnter Einigkeit an. In der Bezirksvertretung erfuhren die Bonner Politiker am 7. Juni 2005, dass ein Bautrupp der Stadt ein Seil des Krans einfach gekappt hatte. So setzten sich die Parteien am Mittwoch noch einmal zusammen und verurteilten in einer interfraktionellen Pressemitteilung die ‚unsensible Vorgehensweise der Verwaltung‘, die über den Abriss niemanden informiert hatte.“ (Bonner General-Anzeiger, 2005)

Direkt am Rhein, zwischen den Universitäts-Instituten und der A 565 liegt das 1939 eröffnete und 1974 erweiterte Freibad Römerbad. Neben einem 50-Meter-Sportbecken und einem Einschwimmbecken gibt es als Attraktionen auch einen Zehn-Meter-Sprungturm sowie ein Wellenbad. Im Römerbad fanden die Schwimmwettbewerbe der Schwimm-Europameisterschaft 1989 statt. Eine weitere Erholungsmöglichkeit bietet die längs des Rheins verlaufende Promenade mit Fuß- und Radweg sowie Grünanlagen und Spielgeräten. Diese setzt sich auch südlich von Bonn-Castell bis in die Rheinaue fort.

An der Ecke Kaiser-Karl-Ring/Graurheindorfer Straße befindet sich die katholische Pfarrkirche Sankt Joseph von 1931. Der Backsteinbau im Bauhaus-Stil mit romanisierenden Elementen wurde von den Kölner Architekten Boell und Neuhaus entworfen. 1944 wurde die Kirche schwer beschädigt, jedoch nach dem Krieg detailgetreu wieder aufgebaut. Die Kirche ist eine einschiffige Hallenkirche mit erhöhtem Chorraum (darunter Krypta), einer hohen Holzdecke und an der Südseite angebautem Turm. Die Kirchenfenster stammen vom Künstler Prof. Wilhelm Rupprecht aus Fürstenfeldbruck. Die Kirche hat ca. 350 Sitzplätze. Die sechs Glocken stammen aus dem Jahr 1958, die Klais-Orgel aus 1931. Der Vorraum der Kirche ist täglich zu Besichtigung und Gebet geöffnet.

Geschichte

Rekonstruktion eines Römerkrans in Bonn-Castell

Um 10 v. Chr. legten die Römer ein Lager namens Bonna, das in den folgenden Jahren ausgebaut wurde, an. Im Jahre 40 war eine Legion mit ca. 7.000 Soldaten im Castra Bonnensia stationiert. Südlich des Lagers entwickelte sich eine Siedlung, die zur Keimzelle der heutigen Stadt Bonn wurde. An das römische Legionslager erinnern heute nur noch einige Straßennamen und die bei Niedrigwasser sichtbaren Reste des römischen Hafens im Rhein.

2003 wurde der bisherige Stadtteil Bonn-Nord, um Verwechslungen mit der benachbarten Nordstadt auszuschließen, umbenannt. In Erinnerung an die Geschichte des Ortsteils fiel die Wahl auf die Bezeichnung Bonn-Castell.

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