ASDS
Navy Seals machen SDV klar

Das SEAL Delivery Vehicle (SDV) auch Swimmer Delivery Vehicle, Seal Delivery System oder Swimmer Delivery System genannt ist ein Mini-U-Boot der United States Navy SEALs, einer Spezialeinheit der US Navy. Es verfügt über einen sehr leisen Elektroantrieb.

Inhaltsverzeichnis

SDV

Es verfügt über keine Druckkammer, so dass mit ihm nur maximal 4 Taucher über eine Entfernung von 5 bis 10 Kilometer transportiert werden können.

Entsprechend besteht der Zweck des Gerätes darin, ein kleines Team unbemerkt an Land bringen zu können.

Aufgrund dieser geringen Reichweite werden SDV mit U-Booten in die Nähe des Einsatzortes verbracht.

U-Boote der Los-Angeles-Klasse werden häufiger mit SDV ausgerüstet. Dazu können hinter dem Turm sogenannte Dry Deck Shelter montiert werden, die eine Trockenschleuse zum Boot, einen SDV-Hangar und eine Druckkammer enthalten.

Die Seal-Teams an Bord können sich in dieser Schleuse im Trockenen einsatzklar machen, während das U-Boot sich dem Zielgebiet nähert und müssen erst unmittelbar vor dem Fluten auf ihre Rebreather zurückgreifen.

ASDS

USS Greeneville mit Advanced SEAL Delivery System

Das Advanced SEAL Delivery System (ASDS) ist etwa 20 Meter lang und hat eine Verdrängung von etwa 70 Tonnen. Es wird von einer zweiköpfigen Crew (Pilot und Copilot) bedient. Eine Lithium-Ionen-Batterie versorgt das Vehikel mit ausreichend Energie für einen Einsatzradius von rund 200 km bei einer Geschwindigkeit von fast 7,5 Knoten (14 km/h) und einer Tauchtiefe von 200 Fuß (61 m).

In der trockenen Druckkammer können dabei bis zu 14 Soldaten mit leichtem Gepäck oder 8 Soldaten mit Standardausrüstung, Tauchausrüstung und Waffen transportiert werden. Das ASDS verfügt über eine Schleuse (sog. Lock-In-Out-Kammer, kurz LIO), die es ermöglicht SEALs unter Wasser abzusetzen und wieder aufzunehmen, ohne das gesamte U-Boot fluten zu müssen. Darüber hinaus ist das ASDS mit einem passiven und aktiven Sonar sowie Navigations- und Kommunikationsequipment ausgerüstet.

Die ersten Studien für das ASDS wurden 1983 in Auftrag gegeben, in den späten 80er Jahren wurden verschiedene Entwürfe ausgearbeitet. Das Ziel war es, ein tauchfähiges Transportmittel zu entwickeln, das unbemerkt maritime Spezialkräfte über lange Strecken transportieren kann. Die trockene Tauchzelle soll anders als beim Seal Delivery Vehicle (SDV) den unnötig langen Aufenthalt im kalten Meerwasser vermeiden.

Mit dem Bau des ersten ASDS wurde 1996 begonnen, es wurde im Jahr 2000 ausgeliefert. Es kostete rund 300 Millionen Dollar, damit überstieg es die anfänglichen Kalkulationen um 140 Millionen Dollar. Für die bestellten 5 geplanten U-Boote wurde mit Baukosten von rund 125 Mio. Dollar das Stück gerechnet. Jedoch wurde die Produktion des zweiten ASDS im Dezember 2005 auf Eis gelegt und im April 2006 wurde letztendlich die gesamte Bestellung zurückgezogen und das Programm zur Anschaffung von ASDS eingestellt.

Vorläufer/Entwicklung

Vor der Entwicklung des SDV/ASDS wurden Seals wie Waffentaucher derzeit noch in den meisten anderen Ländern bei verdeckten Einsätzen durch U-Boote zum Einsatzort verbracht, wenn eine Verbringung auf dem Luftwege nicht möglich war. Die dabei deutlich größere Reststrecke wird schwimmend oder unter Wasser tauchend zurückgelegt. Der Ein- und Ausstieg erfolgte Anfangs durch die Torpedorohre, bis zu Beginn der 80er Jahre zu diesem Zweck bei größeren Booten Schleusen in die Boote eingebaut wurden, die die gleichzeitige Ausschleusung größerer Taucherrotten ermöglichten. Die Konzeption mit 2 DDS, die jeweils eine Taucherrotte von 20 Mann oder 1 SDV, ersatzweise 4 Schlauchboote, aufnehmen können war 1990 eine logische Weiterentwicklung.

Miniaturuboote nach dem Modell der SDV/ASDS wurden bereits im Zweiten Weltkrieg eingesetzt und zwischenzeitlich von den meisten Marinen entwickelt und eingesetzt.

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