Boos (Ebersbach-Musbach)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ebersbach-Musbach
Ebersbach-Musbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ebersbach-Musbach hervorgehoben
47.9558333333339.5802777777778580Koordinaten: 47° 57′ N, 9° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Ravensburg
Gemeindeverwal-
tungsverband:
Altshausen
Höhe: 580 m ü. NN
Fläche: 26,86 km²
Einwohner: 1806 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88371
Vorwahl: 07584
Kfz-Kennzeichen: RV
Gemeindeschlüssel: 08 4 36 093
Adresse der Gemeindeverwaltung: Kirchplatz 4
88371 Ebersbach-Musbach
Webpräsenz:
Bürgermeister: Roland Haug

Ebersbach-Musbach ist eine oberschwäbische Gemeinde im Nordwesten des Landkreises Ravensburg in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Atzenberger Höhe auf dem Gemeindegebiet ist Teil der Europäischen Wasserscheide (Rhein-Donau-Wasserscheide).

Ebersbach-Musbach lag ursprünglich in einer Hochmoor-Landschaft, die bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zur Torfgewinnung genutzt wurde. Das Landschafts- und Naturschutzgebiet „Musbacher-Booser Ried“ ist Lebensraum von seltenen Tier- und Pflanzenarten.

Nachbargemeinden

Ebersbach-Musbach grenzt an die Stadt Aulendorf, die Gemeinden Altshausen und Boms im Landkreis Ravensburg sowie Bad Saulgau im Landkreis Sigmaringen und die Stadt Bad Schussenried im Landkreis Biberach.

Geschichte

Im heutigen Gemeindegebiet wurden beim Torfstechen Tonscherben, Knochen und Rinderzähne gefunden, die auf eine Besiedlung bereits in der jüngeren Steinzeit schließen lassen. 1921 wurde ein Steinbeil gefunden, das etwa 2200 v. Chr. entstanden ist.

Geschichte der Teilorte bis 1971

Ebersbach

1269 wurde Ebersbach urkundlich erstmals erwähnt, als Ulrich von Gundelfingen den Ort und das Kirchenpatronat an die nahe Kommende Altshausen des Deutschen Ordens verkaufte. Die Kommende erwarb in der Folge noch mehr Landbesitz in der unmittelbaren Umgebung. In Lichtenfeld saß der Landkomtur der Kommende, in der Parzelle Tiergarten wurde ein Lusthaus errichtet (1699 in einen Hof umgewandelt) sowie ein Tiergehege eingerichtet (1699 aufgehoben).

Mit der Säkularisierung kam Ebersbach 1806 an das Königreich Württemberg. 1825 wurde die politische Gemeinde Eberbsach begründet. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden die bis dahin zu Altshausen gehörenden Orte Arnetsreute, Lichtenfeld und Tiergarten eingemeindet; im Tausch wurden Stuben und Ober-Atzenberg an Altshausen bzw. Renhardsweiler zugeschlagen.

Musbach

Wappen

Musbach wurde erstmals 1286 urkundlich erwähnt, als die Kommende Altshausen Höfe verkaufte. In Musbach hatten später hauptsächlich der Stift Buchau und das Kloster Baindt Grundbesitz, den sie nach und nach bis 1788 den Grafen von Königsegg verkauften. Mit der Mediatisierung kam der Ort Anfang des 19. Jahrhunderts zum Königreich Württemberg. Am 27. Juli 1842 wurde Musbach, das bis dahin zur königseggischen Residenz Aulendorf gehörte, zur selbständigen Gemeinde. Ebenfalls 1842 kam es vom württembergischen Oberamt Waldsee zum Oberamt Saulgau. 1967 wurde die Gemeinde Geigelbach eingemeindet.

Geigelbach

1231 bestand im Pfarrdorf Boos (damals Bohoz, Boz oder Boss geschrieben) ein Kloster der Zisterzienserinnen, dessen Konvent 1240 in das neu gestiftet Kloster Baindt verlegt wurde. 1374 wurde die Pfarrei Boos dem Kloster inkorporiert. Später ist ein „Amt Geigelbach“ der vorderösterreichischen Landvogtei Schwaben belegt, das aus Geigelbach, Boos, Ingenhard sowie den Gemeinden Altshausen und Ebisweiler bestand. 1796 wurde der Ort von französischen Truppen geplündert. 1806 gelangte das Amt Geigelbach mit der Mediatisierung zum Königreich Württemberg. Unter dem Namen des ehemaligen Amtes – Geigelbach – wurde eine politische Gemeinde gebildet, deren größter Ort das Pfarrdorf Boos war. Diese Gemeinde gehörte zum Oberamt Saulgau, dem späteren Landkreis Saulgau. 1967 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Geigelbach nach Musbach eingemeindet.

Geschichte der Gesamtgemeinde

Die Gemeinde entstand am 1. September 1971 als Zusammenschluss der vorher selbständigen Gemeinden Ebersbach und Musbach.

Die Gemeinde ist seit 1. Januar 1972 Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Altshausen mit Sitz in Altshausen.

Mit der Auflösung des Landkreises Saulgau wurde Ebersbach-Musbach am 1. Januar 1973 Teil des Landkreises Ravensburg.

Religionen

Ebersbach-Musbach ist wie ganz Oberschwaben römisch-katholisch geprägt. In der Gemeinde gibt es zwei Pfarreien, die zum Dekanat Saulgau gehören: die Pfarrei St. Michael in Ebersbach und die Pfarrei St. Valentinus in Boos.

Die evangelischen Christen der Gemeinde gehören zur Kirchengemeinde Altshausen im Kirchenbezirk Biberach.

Einwohnerentwicklung

  • 1975: 1169 Einwohner
  • 2004: 1802 Einwohner
  • 2005: 1813 Einwohner

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:

  1. FWG 83,3% (+1,4) - 9 Sitze (+1)
  2. Frauenliste 16,7% (-1,4) - 1 Sitz (-1)

Wappen

Wappenbeschreibung: In Silber (Weiß) ein doppelreihig von Rot und Silber (Weiß) geschachteter Schrägbalken (Zisterzienserbalken), überdeckt mit einem durchgehenden schwarzen Tatzenkreuz (Deutschordenskreuz).

Das am 30. August 1974 verliehene Gemeindewappen erinnert an die jahrhundertelange Zugehörigkeit des Gemeindegebiets zu geistlichen Grundherrschaften: das „Deutschordenskreuz“ steht für die Kommende Altshausen, zu der Ebersbach lange gehörte; der „Zisterzienserbalken“ für die Beziehungen zum Zisterzienserkloster Baindt.

Die gleichzeitig verliehene Gemeindeflagge hat die Farben Rot-Weiß (Rot-Silber).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Pfarrkirche St. Valentin, Boos: Die spätmittelalterliche Kirche wurde 1888 bis auf den Chor abgerissen und durch einen Neubau im Stil der Neugotik ersetzt. 1929 und 1966 wurde im Rahmen von Renovierungen die historistische Ausstattung wie vielerorts völlig entfernt. Die Kanzel ging dabei verloren, die Altäre wurden jedoch auf dem Dachboden der örtlichen Schule aufbewahrt. So konnten der neugotische Hochaltar und die beiden Seitenaltäre nach einem grundlegenden Wandel in der Bewertung neugotischer Kirchenausstattung im Rahmen einer Restaurierung 1987–1990 wieder in der Kirche aufgestellt werden. Auch der Kreuzwegzyklus von 1888 fand wieder an seinen Platz zurück. Die Kirche beherbergt außerdem ein Wandtabernakel, ein Kruzifix und eine Pietà aus dem späten 15. Jahrhundert.
  • Pfarrkirche St. Michael, Ebersbach: 1754 von Johann Caspar Bagnato erbaut, 1870 und 1927 umgebaut.
  • Pfarrscheuer, Ebersbach: ehemalige Zehntscheuer, heute Bürgermeisteramt und Veranstaltungsraum
  • Kapelle, Musbach: Glocke von 1534, Turm und Gebäude wohl wesentlich älter

Sport

Der Sportverein Ebersbach e. V. mit den Abteilungen Fußball, Aerobic, Badminton, Basketball, Skigymnastik und Turnen ist in der Seebachhalle in Ebersbach und den umliegenden Sportanlagen beheimatet.

Der Tennisclub Ebersbach betreibt drei Tennisplätze in Ebersbach und hat 140 Mitglieder.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Buslinien verbinden Ebersbach mit Altshausen und den Kurstädten Aulendorf und Bad Buchau. Die Gemeinde gehört zum Tarifgebiet des Bodensee-Oberschwaben-Verkehrsverbunds (bodo).

Bildung

Die Grundschule Ebersbach hat etwa 100 Schüler. Weiterführende Schulen gibt es im nahen Altshausen. In Musbach wurde 1832 eine Schule eingerichtet, die bis 1970/1971 bestand; in Boos bestand von 1833 bis 1970 eine Schule.

Söhne und Töchter der Stadt


Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand

Literatur

  • Chronik des Kreises Ravensburg. Landschaft, Geschichte, Brauchtum, Kunst. Chroniken-Verlag Boxberg, Hinterzarten 1975
  • Oskar Sailer (Hrsg.): Der Kreis Ravensburg. Theiss, Stuttgart 1976 ISBN 3-8062-0145-5
  • Doris Blübaum: Die neugotische Einrichtung der Pfarrkirche St. Valentin in Boos/Ebersbach-Musbach. In: Sakrale Kleinode aus dem Landkreis Ravensburg. (= Kleinode; Band 6). Kreissparkasse Ravensburg, Ravensburg 1999, S. 30-31

Weblinks


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