Bootshafen (Kiel)
Blick auf den Bootshafen
Blick auf den Bootshafen Richtung Süden
Der Bootshafen zwischen Kleinem Kiel und Förde
Plan der Kieler Altstadt um 1910 – der noch mit der Kieler Förde verbundene Bootshafen ist erkennbar

Der Bootshafen (auch Alter Bootshafen) in Kiel ist eine 4.200 Quadratmeter große, dreieckige Wasserfläche, südlich der Altstadt und westlich des Schwedenkais und der Kieler Förde gelegen.

Der Bootshafen ist – zusammen mit den beiden als Kleiner Kiel bezeichneten Wasserflächen – ein Überbleibsel des von der Kieler Förde abzweigenden ursprünglichen Meeresarmes, der die damals auf einer Halbinsel gelegene Altstadt Kiels im Süden und Westen umschloss. Im 19. Jahrhundert wurde der Bootshafen von den heute als Kleiner Kiel bezeichneten Wasserflächen und der Kieler Förde abgetrennt und ist seitdem nur noch über Rohre mit ihnen verbunden.

Geschichte

Über einen langen Zeitraum diente das Areal als stark frequentierter Hafen für Handelsschiffe. Durch den Bau von Kaianlagen, Straßen und Brücken am Westufer der Kieler Förde erfolgte im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts allmählich eine Abtrennung von der Kieler Förde und damit auch der Ostsee.

Im Jahre 1846 wurde zwischen dem heutigen Bootshafen und der Kieler Förde ein Damm für den Hafenbetrieb gebaut, der anfangs mit einer Klappbrücke und später mit einer Drehbrücke ausgestattet war. Seitdem konnten nur noch kleinere Schiffe in diesen Bereich hineinfahren und anlegen, so dass sich der Begriff Bootshafen etablierte.

1904 wurde der Bootshafen dann vom Kleinen Kiel abgetrennt, als die Verbindung nach Abriss der Holstenbrücke zugeschüttet und durch ein Rohr ersetzt wurde. Damit erhielt der Bootshafen seine heutige, dreieckige Form.

Von 1974 bis 1989 konnte man den Bootshafen mit der Seilbahn Kaufhaus Weipert überqueren.

Im Jahr 1982 wurden für den Fährverkehr nach Göteborg in Schweden ein neuer Fähranleger, der Schwedenkai gebaut. Im Rahmen dieses Baus wurden die Wasserflächen zwischen Förde und Bootshafen zugeschüttet. Über ein Rohr im Osten steht er noch mit der Kieler Förde in Verbindung, der ursprüngliche Zusammenhang mit der Förde ist durch die riesigen Hafenflächen des Schwedenkais allerdings kaum noch zu erkennen. In den darauf folgenden Jahren verfielen die hohen Spundwände des ungenutzten Bootshafens zunehmend, außerdem gab es häufig Algenprobleme, die sich auf Optik und Geruch des Wassers nachteilig auswirkten.

Gegenwart

Im Jahre 2002 wurde der Bootshafen neu gestaltet, womit Plänen, die ein Zuschütten vorsahen, eine Absage erteilt wurde. Dabei wurden die ihn umgebenden Flächen durch großzügige treppenartige Terrassen bis an die Wasserfläche hinunter grundlegend neugestaltet. Allerdings wurde auch die Wasserfläche ein weiteres Mal verkleinert. Es wurden neue, tiefergelegte Flächen direkt am Wasser geschaffen, die in seltenen Fällen bei Hochwasser von mehr als einem halben Meter überspült werden. Daneben wird die Wasserqualität durch eine Belüftungspumpe hoch gehalten.

An der Westseite wurde ein Art Bühne gebaut und auf der Wasserfläche ein schwimmender Ponton dauerhaft installiert, der als Werbefläche genutzt werden kann. An der Nordseite sind Sitzstufen gebaut worden, in den Ecken befinden sich jeweils Rampen, die zur Fläche direkt am Wasser hinunterführen. Daneben ist für die Dämmerung und die dunkle Jahreszeit ein Lichtkonzept für den Bereich Bootshafen ausgearbeitet worden.

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