Bord (Heraldik)
Wappen von Speichersdorf mit sechzehnmal rot-silbern gestücktem Bord

Ein Bord ist ein Heroldsbild in der Wappenkunde (Heraldik) und ähnelt einer Einfassung. Obwohl die umlaufende Linie zur Bildung dieser Figur nicht den Schildrand berührt, wie es für diese Gruppe Heroldsbild notwendig wäre, wird das Bild trotzdem als Heroldsbild und nicht als Wappenfigur gezählt. Eine schmale Einfassung wird auch Schnur genannt[1].

Er kann als Band einer bestimmten Breite parallel zum Schildrand innerhalb des Wappens verlaufen, dann handelt es sich um einen Innenbord. Er kann auch direkt den Schildrand berühren, dann bezeichnet man ihn nur als Bord. Vermutet wird, dass es sich um die metallische Einfassung des Wappenschildes aus der Zeit handelt, als der Schild noch Waffe war. Der Bord sollte ein Fünftel der Schildbreite nicht übersteigen. Als breiter Bord kann er den Herzschild umschließen. Ist er besonders schmal, wird er als Saum bezeichnet.

Er kann benagelt oder mit Figuren besetzt sein. Benagelt nennt er sich Nagelbord. Hier werden die Nägel durch stilisierte Kreise in anderer Farbe dargestellt. Es lässt sich herleiten, dass das Heroldsbild aus der ursprünglichen natürlichen Schildrandverstärkung entstanden sein kann.

Die Möglichkeit der Beschriftung mit Devisen oder auch nur mit Beizeichen oder Gnadenzeichen werden in der Heraldik genutzt. Auch innerhalb des Bordes wird ein Eck in der oberen rechten Schildecke als Lichteck blasoniert.

Die Varianten des Bords sind sehr vielschichtig und werden nach der Ausführungsart benannt. Beispiele sind Krückenbord, Lilienbord, Zinnenbord und Wellenbord. Die genauen Einzelheiten sind immer der Wappenbeschreibung zu entnehmen. Auch die Doppelbord-Varianten sind für alle Möglichkeiten vorgesehen. Ein außen und innen mit Lilien bestecktes Zwillingsinnenbord finden wir beim Wappen Schottlands. Der Drillingsinnenbord besteht aus drei ineinander geschachtelten Borden, wobei die Tinktur der einzelnen Innenborde nicht zwingend gleich sein muss.

Der Bord kann beispielsweise auch gestückt sein (Beispiel: Burggrafen von Nürnberg), in Farbe wechseln, ein geteilter, gevierter, geständerter oder mit Gegenständen (Kugeln, Sterne, Kreuze oder Herzen ...) belegter sein. Ein Beispiel ist der mit sieben goldenen Kastellen/Zinnentürmen belegte Bord des Staatswappens von Portugal. Einen Doppelwolkenbord finden wir beim Fürstenhaus Fürstenberg.

Ein Bord wird in der Heraldik häufig von Seitenlinien o.ä. zur Differenzierung von bestehenden Wappen verwendet (Brisur). Ein Beispiel ist das Wappen Bourbon-Parma mit dem muschelbelegten Bord.

Als eine Bord-Sonderform kann das Nesselblatt aufgefasst werden. Es ist als eine umlaufende Zick-Zack-Linie anzusehen, unabhängig seiner eigenen Geschichte.

Inhaltsverzeichnis

Beispiele

Siehe auch

Einzelnachweis

  1. Johann Christoph Gatterer, Abriss der Heraldik oder Wappenkunde, Gabriel Nicolaus Raspe, Nürnberg 1774, S.120

Weblinks

 Commons: Bord in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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