Bordsteinbeißen

Randsteinbeißen (engl. Curb stomping, Curbjob), ugs. Bordsteinkick, Bordsteinbreaker oder auch Bordsteinfressen, beschreibt eine Gewalttat, bei der das Opfer mit seinem Mund bzw. seinen Zähnen an einer festen Stelle – meist einem Bordstein – fixiert und in den Nacken getreten wird. Die Folge ist oft ein Genickbruch und damit der Tod des Opfers.

Eine solche Tat wird unter anderem in dem Film American History X gezeigt und führte nach dessen Veröffentlichung zu einer kontroversen Diskussion über diese Gewaltdarstellung. Die deutschen Filme Kombat Sechzehn und Oi!Warning enthalten in Schlüsselszenen ebenfalls diese Darstellung der Gewalttat.

Am 12. Juli 2002 wurde der 16-jährige Marinus Schöberl von jugendlichen Neonazis in einem Schweinestall im brandenburgischen Potzlow durch einen solchen Tritt – in diesem Fall an einem Schweinetrog – schwer verletzt und anschließend ermordet. Die Täter gaben später an, den Film American History X zu kennen und die zuständige Richterin vermutete, dass sie durch die Darstellung dieser Gewalttat zu ihrem Verbrechen motiviert wurden.[1] Die drei Täter erhielten Strafen von 15 Jahren Haft für den Erwachsenen und 8 Jahren, 6 Monaten für einen der Minderjährigen und zwei Jahre Jugendhaft auf Bewährung für den dritten Täter, wobei diese Strafe 2004 jedoch rückwirkend in eine dreijährige Gefängnisstrafe umgewandelt wurde.

Die Ermordung von Marinus Schöberl wurde 2006 unter der Regie von Andres Veiel in Der Kick filmisch dargestellt.

Einzelnachweise

  1. Bis zu 15 Jahre Haft für Potzlow-Mord. Gericht: Rechtsextreme Motivation. Ein Artikel von Simone Rafael beim Netzwerk Mut gegen rechte Gewalt.

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