Borgfelde
Lage des Stadtteils

Borgfelde

Lage des Bezirks

Hamburg-Mitte

Basisdaten
Bundesland: Hamburg
Bezirk: Hamburg-Mitte
Fläche: 0,9 km²
Einwohner: 7099 (2006)
Bevölkerungsdichte: 7888 Einwohner je km²
Vorwahl: 040
Geografische Lage: 53° 33' 17" n. Br.
10° 2' 4" ö. L.
Kfz-Kennzeichen: HH

Borgfelde ist ein Stadtteil von Hamburg im Bezirk Hamburg-Mitte. Er gehörte ursprünglich zum Stadtteil Hamm.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im Jahr 1256 erhielt Hamburg von den Schauenburger Grafen die sogenannte „alte Bürgerweide“ zugesprochen. Sie liegt im nördlichen Teil des heutigen Stadtteils Borgfelde.Vermutlich ist der Stadtteilname von den früher hier weidenden Schweinen (plattdeutsch „borg“) abgeleitet. Möglich ist aber auch die Ableitung von „Bürgerfeld“, wofür die o.g. Bezeichnung „alte Bürgerweide“ spricht.

Geesthang mit Stützmauer von 1908

Erst nachdem die Stadt Hamburg die Torsperre aufgehoben hatte, setzte ab 1860 östlich des Berliner Tors die städtische Besiedelung ein. Zuvor war das Gebiet seit 1679 als Vorfeld (sog. Glacis) der Stadtbefestigung freigehalten. Es wurde hauptsächlich als Viehweide genutzt. Nach der Erhebung zum Vorort 1871 begann die planmäßige und rasante Besiedlung des oberen Borgfeldes auf dem Geesthang. Als seit 1884 das Marschgebiet des äußeren Hammerbrooks erschlossen wurde, wurde das Gebiet zwischen Bille und Geesthang soweit es an Borgfelde angrenzte diesem zugeschlagen und ebenfalls bebaut. Während Oben-Borgfelde eher bürgerlich strukturiert war, fanden in Unten-Borgfelde eher sozial schwächer gestellte Familien Unterkunft.

In der Nacht vom 28. auf den 29. Juli 1943 wurde Borgfelde im Zuge des Hamburger Feuersturms zu großen Teilen durch die abgeworfenen Bomben zerstört. Die Einwohnzahl fiel auf lediglich noch ein Achtel der Vorkriegsbevölkerung. Beim teilweisen Neuzuschnitt der Hamburger Stadtteile wurde 1949 das Gebiet zwischen Mittelkanal und Bille wieder dem Hammerbrook zugeordnet. Der Wiederaufbau schuf auch in Borgfelde die typische Nachkriegs-Zeilenbauweise anstelle der früheren Blockrandbebauung.

Erlöserkirche in der Jungestraße

Religionen

Neben der evangelisch-lutherischen Erlöserkirche, die im äußersten Westen des Stadtteils steht und aufgrund ihrer exponierten Lage auf dem Geesthang bis Billstedt im Osten zu sehen ist, und der neuapostolischen Kirche in der Klaus-Groth-Straße ist die römisch-katholische Kirche lediglich mit einer kleinen Kapelle in der Sankt-Ansgar-Schule vertreten.

Missione Cattolica Italiana in der Bürgerweide

Der organisierte Katholizismus verfügt aber ansonsten über viele Einrichtungen im Stadtteil. Mit der Sankt-Ansgar-Schule ist eines von zwei katholischen Gymnasien in Hamburg hier ansässig. Das Agnes-Neuhaus-Heim des Sozialdienstes katholischer Frauen in der Hinrichsenstraße betreut psychisch kranke Frauen und auch die Missione Cattolica Italiana ist im Stadtteil vertreten.

Einwohnerentwicklung

  • 1880: 6.858
  • 1905: 15.509
  • 1939: 24.993
  • 1950: ca. 3.000
  • 2002: 6.526
  • 2006: 7.099

Politik

Bei der Bürgerschaftswahl 2004 verteilten sich die Stimmen wie folgt:

Für die Wahl zur Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Borgfelde zum Wahlkreis Hamburg-Mitte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Seit dem 5. September 2004 gibt es mit dem Hamburger Sprechwerk in der Klaus-Groth-Straße 23 ein Theater, das der freien Hamburger Theaterszene einen großen Spielort bietet und für über 125 Zuschauer Plätze hat. Seit Juni 2006 befindet sich im ehemaligen Gemeindehaus der Erlöserkirche das Theater Klabauter, ein Theaterprojekt, in dem Menschen mit Behinderungen als professionelle Schauspieler arbeiten. Es gehört zur Individuellen Arbeitsbegleitung (IAB) des Rauhen Hauses und besteht seit 1998.

Kriegsopfermahnmal von Hans Kock an der Erlöserkirche

Bauwerke

Die Erlöserkirche von 1952, erbaut nach Plänen von Henry Schlote und Friedrich R. Ostermeyer, ersetzt den Vorgängerbau, eine neoromanische Backsteinkirche von 1901, der dem Bombenkrieg zum Opfer fiel. An die Kriegsopfer beider Weltkriege erinnert das Mahnmal von Hans Kock an der Ostfassade der Kirche.

Ebenfalls sehenswert ist das um die Ecke gelegene Haus des Allgemeinen Deutschen Bauarbeiterverbandes, 1910 erbaut, das heute der IG BAU als Verwaltungsstelle für Norddeutschland dient.

Sport

Größter Verein im Stadtteil ist der Hamburger Turnerbund von 1862.

Bekannt ist aber auch der TuS Hamburg 1880, weil er unter seinem langjährigen Vorsitzenden Horst Peterson seit Jahren ein großes internationales Hallenfußballturnier (derzeit Salzbrennercup) in Hamburg ausrichtet. Der TuS Hamburg bezeichnet sich selbst als „ältester Fußballverein Hamburgs“. Seine Wurzeln liegen in Rothenburgsort, entstand er doch 1947 als Fusion des Hamburg-Rothenburgsorter Turnvereins von 1880 (HRT), des Rothenburgsorter Fußballklubs von 1908 (RFK) und des Sportclub Komet von 1908, der ursprünglich aus Hammerbrook stammte. Seit 1951 hat er seinen Sportplatz und sein Vereinsheim jedoch am Gesundbrunnen in Borgfelde. Der HRT erreichte 1926 das Endspiel um die Fußball-Meisterschaft der Deutschen Turnerschaft, verlor jedoch mit 2:3 gegen den MTV Fürth.

Wirtschaft und Infrastruktur

Alida-Schmidt-Stift

Soziale Einrichtungen

In Oben-Borgfelde bestehen verschiedene soziale Einrichtungen, die zum Teil schon aus dem 18. Jahrhundert stammen. Im Alida-Schmidt-Stift wird Frauen in Not geholfen. Das St.-Gertrud-Stift, das ursprünglich in der Innenstadt ansässig war, besteht bereits seit 1454 und bietet heute 33 Wohnungen für ältere alleinstehende Damen. Neben dem o.g. Agnes-Neuhaus-Heim befindet sich das Mathias-Stift, das heute Wohnungen für HIV-positive Menschen beherbergt und von Hamburg-Leuchtfeuer unterhalten wird.

In der Denkmalschutzliste: Das 1883 bis 1884 nach Plänen der Architekten Manfred Semper & Karl Friedrich Phillip Krutisch entstandene Hiob-Hospital und das Alida-Schmidt-Stift.

Hiobs-Hospital

Bildung

Neben dem katholischen Gymnasium gibt es in Borgfelde vor allem berufliche Schulen. Auf dem Gelände der im Zweiten Weltkrieg zerstörten ehemaligen Realschule Brekelbaumspark, bekanntester Schüler war Arno Schmidt, befinden sich heute die Gewerbeschulen für Fertigungs- und Flugzeugtechnik bzw. für Ernährung und Hauswirtschaft. Die Reformschule Burgstraße, hier war Hannelore Schmidt Schülerin, beherbergt heute die Berufsschule für Friseure.

Weblinks

53.5547510.034477Koordinaten: 53° 33′ N, 10° 2′ O


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