Borgward-Haus
Landhaus Focke-Fritze, Wohnhaus von C. Borgward in Bremen Horn

Die Borgward-Villa ehemals Landgut Focke-Fritze befindet sich im Bremer Stadtteil Horn-Lehe an Horner Heerstraße Nr. 11. Als Landgut im Jahre 1750 entstanden, wurde es von 1952 bis 2000 von der Familie Borgward bewohnt. Seit 1973 steht es unter Denkmalschutz.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Landhaus wurde 1750 vom späteren Bürgermeister Dr. Hieronymus Klugkist (1711–1773) errichtet. Es befand sich an der Zuwegung zu einem Landgut, das sich mit einer Länge von fast 2 Kilometern von der Horner Heerstraße bis zum Achterdiek erstreckte. Er vererbte es an seinen Sohn, den späteren Bürgermeister Daniel Klugkist (1748–1814). Nach dessen Tod wurde es von Heinrich Uhlhorn erworben, der es 1819 an den Kaufmann Hermann Focke (1766–1824) verkaufte. Focke ließ es 1819–1820 vom damaligen Stadt-, Bau- und Ratszimmermeister Johann Georg Poppe um- oder neubauen. Nach dem Tod von Herrmann Focke ging der Besitz an seine Tochter Elisabeth über, die den Kaufmann und Eltermann Carl Wilhelm Fritze (1791–1842) heiratete. Bis 1915 blieb das Gut im Besitz der Familie Fritze. 1921 erwarb es der Geheime Kommerzienrat und Direktor der Hansa-Lloyd Werke Dr. Robert Anton Hinrich Allmers (1872–1951), der es 1921 nach den Plänen von Rudolf Alexander Schröder umbauen ließ. Nachdem Allmers 1931 Bremen verlassen hatte, wurde es von verschiedenen Mietern bewohnt. 1936 wurde der dazugehörige Park vom Bremer Staat erworben und an den Rhododendronpark angeschlossen. Dieser Parkteil trägt weiterhin den Namen Allmers’ Park.

1938 wurde das Landhaus an den Kaufmann August Georg Nebelthau verkauft. Im Juni 1952 wurde das Haus vom Automobilbauer Carl F. W. Borgward erworben. Borgward ließ es 1952–1953 vom Architekten Rudolf Lodders nach seinen Vorstellungen umbauen. Der Garten wurde von dem Gartenarchitekten Bernd Kuhlwein gestaltet. Nach dem Tod von C. Borgward wurde das Haus von seiner Witwe und seinen Kindern bis 2000 bewohnt. Wenige Jahre später wurde es von einem Geschäftsmann erworben, der die Innenräume für geschäftliche Nutzung umbaute. Am Ende des Gartens baute er sich ein als Pendant zur Villa ein Wohnhaus, das dem Stil der Villa angepasst ist.

Architektur

Ein Steinwappen über dem Eingang bekundet das Baujahr des ersten Gebäudes von 1750. Unklar ist, ob es sich bei den von Poppe vorgenommenen Änderungen um einen Umbau oder um einen Neubau handelt, in den der Stein über dem Eingang aufgenommen wurde. Das im klassizistischen Stil erbaute Landhaus hatte eine Länge von 29 Metern; an den Enden befanden sich mit je zwei Fenstern ausgestattete, 6 Meter lange Vorlagen, die einen Meter vorsprangen. Die mittleren drei Öffnungsachsen mit der Eingangstür wurden durch Pilaster gefasst und durch ein breites, halbkreisförmiges Fenster im Dach betont. An der Gartenseite befand sich ein ähnliches aber kleineres Rundbogenfenster, das die große ausladende Fläche des Krüppelwalmdachs aufbrach.

1862 wurden im Dachgeschoss Zimmer eingerichtet. Das Gebäude wurde aufgestockt und erhielt einen Dreiecksgiebel. Die vier Pilaster im Erdgeschoss wurden im neuen Erker mit ionischen Kapitellen fortgeführt. Abgeschlossen wurde der Erker von einem flachgeneigten Dreiecksgiebel. Rudolf Alexander Schröder erweiterte 1921 den Erker auf beiden Seiten um eine Fensterachse und vergrößerte den Mittelraum im Erdgeschoss der Gartenseite. Der Vorbau, der einen Söller trägt, wurde an den Seiten durch Pergolen erweitert, die an den Ecken durch ionische Säulen gestützt wurden.

Einzelnachweise

  1. Denkmaldatenbank des LfD

Literatur

  • Gustav Brandes: Aus den Gärten einer alten Hansestadt. A. Geist Verlag, Bremen 1939
  • Rudolf Stein: Klassizismus und Romantik in der Baukunst Bremens. Bremen 1965
  • Bremer Häuser erzählen Geschichte. Band 2, Bremen 2001, Döll Edition
  • E. Pühl: Wegweiser durch den Botanischen Garten und den Rhododendronpark Bremen. Hrg. Verein der Freunde des Rhododendronparks

Weblinks

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