Borgwürfel

Star Trek ist der übergreifende Titel für sechs Science-Fiction-Fernsehserien mit insgesamt 726 Episoden sowie elf Kinofilme, zahlreiche Romane, Computerspiele und andere Werke, deren Inhalte auf der 1966 von Gene Roddenberry geschaffenen Fernsehserie Raumschiff Enterprise basieren. Star Trek ist einer der populärsten Namen in der Geschichte der Science-Fiction-Unterhaltung und eines der bekanntesten Franchises in der Geschichte des Fernsehens. Das Phänomen „Star Trek“ wird länderübergreifend immer wieder in kulturellen, technischen oder gesellschaftlichen Zusammenhängen zitiert. Die Rechte an Star Trek sind zurzeit aufgeteilt, die Filmrechte liegen bei Paramount Pictures, die TV-Rechte bei der CBS Corporation.

Inhaltsverzeichnis

Übersicht

Idee und Grundkonzept

Star Trek beschreibt eine utopische Zukunft, in der die Menschheit enorme technische Fortschritte erzielt hat. Erzählt werden die Geschichten von Offizieren und Reisenden auf Raumschiffen und -stationen der militärischen und wissenschaftlichen Sternenflotte. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Fähigkeit, mit Überlichtgeschwindigkeit das Weltall zu bereisen – was den Kontakt mit extraterrestrischen Spezies ermöglicht. Darüber hinaus hat die Menschheit die meisten der heutigen Probleme, wie etwa soziale Ungleichheit, Rassismus, Intoleranz, Armut und Krieg, überwunden. Auch Kapitalismus und Geldfunktion existieren nicht mehr. Die Menschheit ist zu einer globalen Einheit herangewachsen und besiedelt über die Erde hinaus weitere Planeten. Dabei verfolgt sie das Prinzip der friedlichen Koexistenz mit anderen Lebensformen. In diesem Sinne schloss sie sich mit einer Vielzahl weiterer Spezies zur Vereinigten Föderation der Planeten zusammen, in der die Menschheit allerdings eine überragende Stellung innehat. Obwohl mit der Sternenflotte eine militärische Organisation herausgebildet wurde, gilt die friedliche Erforschung fremder Welten und Zivilisationen als Leitmotiv. Die Menschheit und die Föderation werden jedoch von anderen Spezies, die zumeist imperiale Motive verfolgen, als Konkurrenz wahrgenommen, was zu neuen Kriegen führt.

Der Star-Trek-Schöpfer Gene Roddenberry war ein leidenschaftlicher Fürsprecher egalitärer Politik und benutzte die Serien häufig, um seine Vision einer auf diesen Prinzipien basierenden zukünftigen Gesellschaft zu vermitteln.

Die Idee zu einer Science-Fiction-Serie hatte er in den frühen 1960er Jahren. Die grundsätzliche Idee war, eine Serie in einer „positiven Zukunft“ spielen zu lassen – eine Bemerkung, die im Zusammenhang mit dem Kalten Krieg, der vorangegangenen Kubakrise und einem zu dieser Zeit realistischerweise zu befürchtenden Atomkrieg zu verstehen ist.

Fernsehserien

Star Trek als Franchise besteht im Wesentlichen aus sechs Fernsehserien, die zwischen 1966 und 2005 produziert wurden. Ein Kurzabriss über die einzelnen Folgen findet sich in diesem Artikel nachfolgend. Details zu diesen Produktionen in den folgenden Artikeln:

  1. Raumschiff Enterprise (Star Trek, Star Trek: The Original Series, TOS) von 1966 bis 1969, 3 Staffeln, 79 Folgen
  2. Die Enterprise (Star Trek: The Animated Series, TAS) von 1973 bis 1974, Zeichentrickserie mit 2 Staffeln, 22 Folgen
    Star Trek: Phase Two (Nachfolgeserie zu Raumschiff Enterprise, wurde nicht produziert)
  3. Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert (Star Trek: The Next Generation, TNG) von 1987 bis 1994, 7 Staffeln, 178 Folgen
  4. Star Trek: Deep Space Nine (DS9/DSN) von 1993 bis 1999, 7 Staffeln, 176 Folgen
  5. Star Trek: Raumschiff Voyager (Star Trek: Voyager, VOY) von 1995 bis 2001, 7 Staffeln, 172 Folgen
  6. Star Trek: Enterprise (ENT) von 2001 bis 2005, 4 Staffeln, 98 Folgen

Kinofilme

Die Filme 1–6 basieren auf der originalen Enterprise-Serie, die Filme 7–10 auf „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“. Der elfte Star-Trek-Film soll ein Prequel zur originalen Serie aus den 1960er Jahren werden.

  1. Star Trek: Der Film (1979)
  2. Star Trek II: Der Zorn des Khan (1982)
  3. Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock (1984)
  4. Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart (1986)
  5. Star Trek V: Am Rande des Universums (1989)
  6. Star Trek VI: Das unentdeckte Land (1991)
  7. Star Trek: Treffen der Generationen (1994)
  8. Star Trek: Der erste Kontakt (1996)
  9. Star Trek: Der Aufstand (1998)
  10. Star Trek: Nemesis (2002)
  11. Star Trek (2009)

TV-Serien

Raumschiff Enterprise (Star Trek, später: Star Trek – The Original Series / TOS)

Erster Pilotfilm

1964 bekam Gene Roddenberry die Möglichkeit, einen Pilotfilm zu drehen. Der Fernsehsender NBC lehnte The Cage (Der Käfig) jedoch aus unterschiedlichen Gründen ab. Die Verantwortlichen bei Paramount hielten die Charakterverteilung für zu mutig und radikal: Eine Frau als Erster Offizier und ein „Alien, das aussieht wie Satan“, seien dem amerikanischen Fernsehpublikum nicht zumutbar. NBC gab Roddenberry jedoch die Möglichkeit, einen weiteren Pilotfilm zu produzieren, unter der Voraussetzung, dass entsprechende Änderungen vorgenommen würden. Im Laufe der Originalserie wurde dieser Film jedoch in der Doppelfolge „Talos IV-Tabu“ wieder aufgegriffen. Große Teile des ersten Pilotfilms wurden in die Handlung eingebaut. Erst Ende der 1980er Jahre wurde der Pilotfilm ausgestrahlt.

Zweiter Pilotfilm und erste Serie

Siehe auch Hauptartikel Raumschiff Enterprise
Eine Nachbildung der Fernsehkulisse aus „Raumschiff Enterprise“

Die Zusammensetzung der Charaktere wurde im Folgenden geändert, erhalten blieb jedoch der nach wie vor von Leonard Nimoy gespielte Spock. Mit dieser Umorientierung und Neuverteilung der Rollen ging der wegweisende Gedanke einer Frau in einer Führungsposition verloren und wurde erst in den späteren Serien neu aufgegriffen. Der neue Pilotfilm Where No Man Has Gone Before (Spitze des Eisbergs) wurde vom Fernsehsender akzeptiert und die erste Staffel von Raumschiff Enterprise wurde gedreht. Gesendet wurde diese Folge jedoch als dritte Episode. Die erste öffentlich gesendete Folge war „Das letzte seiner Art“. Durch die Änderung der Reihenfolge der Episoden, erscheint die Folge „Spitze des Eisberges“ etwas unlogisch, da McCoy noch nicht an Bord ist und das Bühnenbild der Enterprisebrücke sowie die Uniformen noch an den ersten Pilotfilm „The Cage“ („Der Käfig“) erinnern.

Die Darstellung von Frauen und Minderheiten in der alten Serie war für ihre Zeit fortschrittlich und gewagt. Es gab ein wichtiges weibliches Crewmitglied, gespielt von Nichelle Nichols. Sie war eine der ersten schwarzen Frauen, die eine größere Rolle im US-amerikanischen Fernsehen spielen durfte. Nur zwei Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs hatte Star Trek einen japanischen Offizier, Hikaru Sulu (George Takei). In der zweiten Staffel wurde dann sogar ein russischer Charakter, Pavel Chekov (Walter Koenig), hinzugefügt.

Star Trek zeigte auch den ersten Kuss im Fernsehen zwischen einem weißen und einem schwarzen Charakter in den Vereinigten Staaten, jedoch verdeckt ein Kopf im letzten Moment die Sicht auf den Kuss – was damals bei Film- und Fernsehküssen üblich war. Szenen, in denen der Kuss deutlich zu sehen war, wurden zwar gefilmt, es wurde aber als zu risikoreich angesehen, diese zu senden. Viele US-Bundesstaaten verboten damals eine Ausstrahlung dieser Folge.

Die Fernsehserie wurde aufgrund mangelnder Einschaltquoten und trotz Protesten der Fans, die Star Trek bereits hatte, 1969 endgültig eingestellt, nachdem eine Briefkampagne der Fans zuvor noch die dritte Staffel (1968/69) ermöglicht hatte. Ursprünglich war geplant, die Serie bereits nach der zweiten Staffel (1967/68) einzustellen. Der progressive Charakter der Serie blieb auch bei nachfolgenden Produktionen erhalten. Raumschiff Enterprise erlangte jedoch durch zahlreiche Wiederholungen in den 1970er Jahren steigende Popularität, die die weitere Entwicklung des Franchise ermöglichten.

Die Enterprise (Star Trek: The Animated Series / TAS)

Mit der zwischen 1973 bis 1974 in 22 Episoden produzierten Zeichentrickserie „Die Enterprise“ wurde das Konzept fortgesetzt, welches die Serie der 1960er Jahre begonnen hatte. Viele Schauspieler, wie etwa William Shatner und Leonard Nimoy, wirkten als Synchronsprecher mit. Die Zeichentrick-Serie wurde 1975 mit einem Emmy ausgezeichnet. Gene Roddenberry war mit der Qualität der Trickversion unzufrieden und gab später zu, er habe die Serie nur des Geldes wegen zugelassen.

Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert (Star Trek: The Next Generation / TNG)

typisches Designelement der Serie, ein sogenanntes Okudagramm, nach Michael Okuda

Nach den finanziell erfolgreichen Star-Trek-Kinofilmen aus den 1980er Jahren (siehe unten) beschloss Paramount die Produktion einer neuen Serie: Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert (Abkürzung TNG für The Next Generation), die am 28. September 1987 Premiere hatte[1]. Die Serie bot einige Veränderungen: die Handlung spielt rund einhundert Jahre nach der von Raumschiff Enterprise, also im 24. Jahrhundert. Eine neue Besatzung wurde aus bekannten und unbekannten Schauspielern zusammengestellt. Das neue Raumschiff, die USS Enterprise NCC 1701-D, war größer, stärker und moderner. Mit zeitgemäßen Trickeffekten wurden neue Standards für spätere Produktionen gesetzt.

Die Serie bot neue Informationen über das Star-Trek-Universum. Die Föderation hat eine Überflusswirtschaft ohne Geld, die durch eine Technologie ermöglicht wird, mit welcher Energie in Nahrungsmittel, komplexe Konstruktionen und jede Art von Materie umgewandelt werden kann (Replikatortechnologie). Arbeit, Kauf und Verkauf sind nicht notwendig, da es keine Knappheit gibt, die die Erfüllung aller materiellen Bedürfnisse und Wünsche begrenzen könnte. Bestimmte Ressourcen sind allerdings immer noch knapp, darunter diejenigen, die zum Überlichtflug benötigt werden. Interstellarer Handel mit diesen Gütern ist nicht unüblich. Gier und Neid sind in dieser Gesellschaft stark reduziert. Die Charaktere in Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert erklärten oft, dass der Zweck der Föderation und ihrer Arbeit das allgemeine und das persönliche Wohlergehen ist. Viele Folgen greifen philosophische Themen auf. Zum Beispiel die Episode Wem gehört Data?, in der über persönliche Rechte eines Androiden verhandelt wird. Die pazifistische und tolerante Botschaft der Serien übt eine besondere Anziehung auf viele Fans aus.

Der große Erfolg, den Paramount Pictures mit dieser Serie hatte, führte dazu, dass bis 1994 sieben Staffeln mit insgesamt 178 Episoden produziert wurden. Eine achte Staffel wurde nicht gedreht, um der Seriencrew den Weg auf die Leinwand zu ebnen. Bereits vor Einstellung der Produktion wurde mit Star Trek: Deep Space Nine (DS9) ein weiterer Ableger gestartet.

Star Trek: Deep Space Nine (DS9)

Im Januar 1993 begann in den USA die Ausstrahlung der Serie Star Trek: Deep Space Nine (kurz DS9). Die Geschichte verläuft zunächst parallel zu der von Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert. Im Gegensatz zu den vorangegangenen beiden Serien spielt hier die Handlung nicht auf einem Raumschiff, sondern auf einer Raumstation. Die Station liegt im Randbereich des Einflusses der Föderation und gewinnt an strategischer Bedeutung, als sich durch die Entdeckung eines in unmittelbarer Nähe gelegenen Wurmlochs das Tor zum unerforschten Gamma-Quadranten der Milchstraße öffnet. In der dritten Staffel wurde das auf Deep Space Nine stationierte Kriegsschiff USS Defiant als Schauplatz eingeführt, das im weiteren Verlauf immer wichtiger wird.

Roddenberry verstarb 1991 vor der Realisierung des Projekts und war an der Konzeption folglich nicht mehr entscheidend beteiligt. Sein Nachfolger wurde Rick Berman. Mit Deep Space Nine wandelte sich auch der Charakter Star Treks weg vom allzu Optimistischen: Präsentiert wird eine beschädigte Welt. Erhalten blieb jedoch der ethisch-moralische Diskurs und ein progressiver Charakter: Der Captain ist ein Afro-Amerikaner. Wie bereits in den 1960er Jahren sorgte 1997 eine Szene für einen Skandal. Die Episode, die einen Kuss zweier Frauen zeigt, wurde darum in einigen US-Staaten nicht ausgestrahlt.

Deep Space Nine endete nach sieben Staffeln und 176 Episoden im Juni 1999.

Star Trek: Raumschiff Voyager (Star Trek: Voyager / VOY)

Mit dem Ende von Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert begannen die Entwickler mit der Produktion einer fünften Star-Trek-Serie: Star Trek: Raumschiff Voyager (Abkürzung VOY). Darin übernimmt nach mittlerweile fast 30 Jahren Star Trek erstmals mit Captain Kathryn Janeway (Kate Mulgrew) eine Frau die Hauptrolle in einer Star-Trek-Serie. Die Serie spielt von allen Star-Trek-Serien am weitesten in der Zukunft. Das Raumschiff Voyager wird an einen weit von der Erde entfernten Punkt der Milchstraße verschlagen. Um nach Hause zu gelangen, würde das Raumschiff 75 Jahre benötigen. Die Suche nach einem schnelleren Weg ist der rote Faden der Handlung der Serie. Dazu arbeiten vormals verfeindete Gruppen Seite an Seite. Star Trek: Raumschiff Voyager hatte am 16. Januar 1995 Premiere. Nach sieben Staffeln wurde am 23. Mai 2001 die 172. und letzte Folge von Star Trek: Raumschiff Voyager gesendet.

Star Trek: Enterprise (ENT)

Ab dem 25. September 2001 wurde die sechste Serie Star Trek: Enterprise produziert. Sie spielt als Prequel rund einhundert Jahre vor der Handlung von Raumschiff Enterprise und somit vor der Gründung der Vereinigten Föderation der Planeten. Die ersten drei Staffeln brachten ständig sinkende Quoten und anhaltend schlechte Kritiken, weswegen die Serie für die vierte Staffel unter Manny Coto nochmals generalüberholt wurde. Wie seine Vorgänger TNG, DS9 und Voyager brauchte auch Enterprise die ersten Staffeln dazu, um eine konsistente Basis zu finden, und hat sich von der ursprünglich beabsichtigten Richtung der Story ebenfalls weit entfernt. Die vorgenommenen Änderungen führten allerdings nicht zu einem Quotenaufschwung, woraufhin im Februar 2005 die Absetzung der Serie Enterprise mit Ende der vierten Staffel bekannt gegeben wurde, obwohl sowohl von Fans als auch von Kritikern eine enorme Leistungssteigerung anerkannt wurde.

Übereinstimmend wurde in vielen Analysen dieser Fernsehserie die Abkehr von der humanistischen Grundstimmung der Vorgängerproduktionen festgestellt.[2] Statt mit diplomatischen Mitteln wird zur Erreichung von Zielen Gewalt angewandt.[3] Kritiker sehen darin die zeitgenössischen Auswirkungen der Terroranschläge der 1990er Jahre sowie des 11. September 2001 und andere amerikanische Befindlichkeiten.[4]

Star Trek im Kino

Die Mondlandung 1969 löste in den USA eine starke Begeisterung für den Weltraum und die Raumfahrt aus. Die fast tägliche Wiederholung der Serie in den lokalen Fernsehstationen, ihre ungewöhnliche Art, verpackt in Zukunftsthemen Kritik an damaligen gesellschaftlichen Zuständen (Rassendiskriminierung, Vietnamkrieg etc.) zu üben, und eben jene Weltraumbegeisterung sorgten für eine in den 1970er Jahren stark ansteigende Popularität von Star Trek. Nicht zuletzt deswegen plante NBC eine zweite Serie mit dem Arbeitstitel Star Trek: Phase Two. Die Arbeiten wurden jedoch mit dem Auftakt zu Star Wars ausgesetzt. Anschließend wurden die Pläne mehrfach geändert; eine Zeit lang hieß es immer wieder, ein Kinofilm würde gedreht, und dann sollte es doch wieder eine Fernsehserie werden. Später fiel die Entscheidung von Paramount Pictures zu Gunsten eines Kinofilms, der mit dem Titel Star Trek: Der Film am 6. Dezember 1979 Premiere hatte. Dieser Spielfilm war ein großer finanzieller Erfolg, wurde jedoch von der Kritik nicht wohlwollend aufgenommen.

Roddenberry hatte bereits seit dem zweiten Film lediglich eine beratende Funktion inne, während Harve Bennett leitende Positionen einnahm. Die Filme Star Trek II: Der Zorn des Khan (4. Juni 1982), Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock (1. Juni 1984) und Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart (26. September 1986) folgten. Der vierte Film thematisiert den Tierschutz.

Am 9. Juni 1988 kam der Spielfilm Star Trek V: Am Rande des Universums in die Kinos, der jedoch weit weniger einnahm als seine Vorgänger. Der Film Star Trek VI: Das unentdeckte Land von 1991 spielt sehr offen auf den endenden Kalten Krieg an. Lange verfeindete Parteien finden zu einem Frieden.

Da Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert sehr erfolgreich war, beschloss man, einen Kinofilm zu der Serie zu produzieren. Am 18. November 1994 kam so der siebte Star-Trek-Film Star Trek: Treffen der Generationen in die Kinos: Captain Picard aus Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert trifft auf Captain Kirk aus Raumschiff Enterprise. Der Film wurde stark kritisiert, dennoch erfüllte er die finanziellen Erwartungen.

Am 22. November 1996 kam der achte Film Star Trek: Der erste Kontakt in die Kinos. Mit diesem bislang erfolgreichsten Star-Trek-Film hatte sich die neue Mannschaft um Captain Picard im Kino etabliert. Am 11. Dezember 1998 hatte der neunte Kinofilm Star Trek: Der Aufstand Premiere. Captain Picard und seine Crew setzen sich in diesem Film über die Anweisungen der Sternenflotte hinweg, weil sie befürchten, dass die Grundwerte der Sternenflotte missachtet werden sollen. Am 13. Dezember 2002 startete der zehnte Kinofilm, Star Trek: Nemesis, in den US-amerikanischen Kinos. Der Film handelt von Shinzon (Tom Hardy), einem Klon Captain Picards, der versucht, mit Hilfe eines übermächtigen Schiffes den Planeten Remus (Nachbarplanet von Romulus) zu befreien, dessen Bewohner im Romulanischen Imperium unterdrückt werden. Dieser zehnte Film – der vierte um die Mannschaft von Jean-Luc Picard – war im Kino ein finanzieller Misserfolg und deckte die Kosten erst mit seiner DVD-Veröffentlichung. Nemesis stieß auch bei den Fans auf ein geteiltes Echo.

Der elfte Film trägt den Titel Star Trek. Für die Umsetzung besetzte Regisseur J. J. Abrams zahlreiche bekannte Rollen mit neuen, jungen Schauspielern. Der Film beleuchtet insbesondere die Vorgeschichte der Figuren Kirk und Spock. Am 7. April 2009 feierte der Film seine offizielle Premiere in Sydney.

Laufende Projekte

Nachdem Star Trek: Enterprise nach der vierten Staffel (2005) abgesetzt wurde, gab es erstmals seit 1987 keine aktuelle Serie. Da auch der zehnte Film Star Trek: Nemesis (2002) hinter den Erwartungen von Fans und Studioinhabern geblieben war, gab es zunächst auch kein aktuelles Filmprojekt.

Unter Fans und Mitwirkenden der letzten Serien wurden Vorschläge für neue Serien diskutiert und wieder verworfen, etwa ein Projekt mit Jonathan Frakes und Marina Sirtis. So ruhte das gesamte Star-Trek-Franchise, bis sich Paramount Pictures 2006 zu einem elften Film entschloss, wobei Rick Berman endgültig als hauptverantwortlicher Star-Trek-Produzent abgelöst wurde. Der Gesinnungswandel in der Chefetage von Paramount ist vermutlich auf Direktor Brad Grey zurückzuführen, der Paramount mit starken Marken wie Star Trek ein festeres Profil geben möchte.[5]

Der elfte Star Trek-Film, der einfach nur Star Trek heißt, wird am 7. Mai 2009 erscheinen. Bei einem entsprechenden Erfolg des Films soll das Franchise wieder neu belebt und weitere Filme gedreht werden. Noch bevor der elfte Film im Kino war, haben bereits die Arbeiten an einem zwölften Film begonnen[6]. Auch die Produktion neuer Fernsehserien ist vom Erfolg der Filme abhängig[7].

Vermarktung

„Star Trek“ ist ein milliardenschweres Gesamtprodukt. Seit den 1960er Jahren erwirtschaften die Rechteinhaber nicht nur durch die Ausstrahlung der Fernsehserien, den Verleih der Kinofilme, und den Verkauf von Videokassetten und DVDs Gewinn. Auch der Absatz von Merchandise spielt eine wichtige Rolle.

Fernsehen, Video und DVD

Weltmarkt

Neben unzähligen Wiederholungen aller Serien werden die Produktionen einschließlich der Zeichentrickserie seit 2002 auf DVD vermarktet, beginnend mit Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert. Von den Kinofilmen wurden außerdem ab 2001 verschiedene DVDs als „Special Editions“ veröffentlicht. Dabei wurden Star Trek I, II und VI um Szenen ergänzt. Insgesamt zeichnen sich diese Editionen besonders durch einheitliche Aufmachung und digital überarbeitete Ton- und Bildqualität aus. Im November 2004 erschien Star Trek: Treffen der Generationen. Star Trek: Der erste Kontakt und Star Trek: Der Aufstand kamen bis Juni 2005 in den Handel. Star Trek: Nemesis folgte Anfang November 2005. Anlässlich des 40. Geburtstags von Star Trek am 8. September 2006 ist eine „Star Trek 40th Anniversary Movie Collection“ mit allen „Special Editions“ erschienen.

Seit dem 16. September 2006 zeigt CBS-Paramount Television anlässlich des 40. Jubiläums von Star Trek unter dem Promo-Titel Star Trek Remastered alle Folgen der Originalserie mit komplett neuen visuellen Effekten. An diesem Projekt sind u.a. Michael und Denise Okuda sowie Dave Rossi beteiligt, allesamt ausgestattet mit langjähriger Erfahrung bei den Star-Trek-Serien und -Filmen.

Am 18. Dezember 2007 hat CBS, welches die Fernsehrechte an Star Trek hält, mangels neuer Folgen die Redakteure der offiziellen Website entlassen.[8][9] Paramount Pictures hat kurz darauf zur Vermarktung von Star Trek XI eine eigene Website[10] veröffentlicht.

Im deutschsprachigen Raum

Star Trek wurde im deutschen Fernsehen als Raumschiff Enterprise vermarktet. Die Kinofilme und Romane zur Serie wurden dagegen immer als „Star Trek“ verkauft. Deep Space Nine war die erste Serie, die in Deutschland unter dem Original-Serientitel lief. Rückwirkend benannte man die Vorgängerserien ebenso in Star Trek um.

Die Originalserie im Fernsehen

In Deutschland strahlte das ZDF ab dem Jahr 1972 39 Episoden der Originalserie unter dem Namen „Raumschiff Enterprise“ im Vorabendprogramm aus, also knapp die Hälfte der produzierten Folgen. Der Sender stufte die Serie mehr oder weniger als Kinderserie ein und behandelte sie entsprechend. Die deutsche Synchronisation wurde mit „flapsigen“ Dialogen, deren Inhalt vom Originaltext abwich, kindertauglich gemacht. Eine Folgeerscheinung waren verfälschte Synchronisierungen, mit der Zielsetzung, den Inhalt von Episoden jugendfrei umzugestalten. So wurde beispielsweise die Folge Amok Time (Weltraumfieber), die die alle sieben Jahre auftretende „Brunftzeit“ der Vulkanier zum Thema hatte, zum „Weltraumfieber“ entschärft und Spocks „Realität“ wurde im Deutschen zur „Fieberphantasie“. Außerdem wurden besonders für Kinder ungeeignete Szenen gestrichen – wie beispielsweise in Charlie X (Der Fall Charlie) eine gesichtslose Frau, die sich stöhnend aus einem Nebengang schleppt.

Bei der Übersetzung der Titel der Folgen unterliefen den deutschen Übersetzern Fehler. Des Weiteren hatte das ZDF die Folgen regelmäßig um einige Minuten gekürzt, um eine Länge von 45 Minuten nicht zu überschreiten; später wurden sie fürs Privatfernsehen weiter gekürzt, besonders fiel den Scheren des Privatfernsehens der Abspann zum Opfer.

In den 1980er Jahren, als der Erfolg der Serie, auch durch die Kinofilme, zur festen Größe geworden war, nahm der Privatsender Sat.1 Raumschiff Enterprise in sein Programm auf. Es wurden alle ursprünglich vom ZDF ausgestrahlten Folgen wiederholt und die restlichen, soweit das möglich war, mit Originalsprechern synchronisiert. Manfred Schott und Rosemarie Kirstein, die Dr. McCoy und Uhura in den ersten Folgen ihre Stimmen geliehen hatten, waren inzwischen verstorben; Sat.1 konnte jedoch die Hauptcharaktere Kirk, Spock, Scotty und Sulu mit den bereits bekannten Synchronsprechern besetzen, was die Wiedererkennung förderte.

Die den Nationalsozialismus thematisierende Folge Patterns of Force wird im deutschsprachigen frei empfangbaren Fernsehen nur ausnahmsweise ausgestrahlt, beispielsweise im Rahmen des Themenabends Kunststücke (ORF), in dem die Episode in der englischen Originalfassung gezeigt wurde. Auch im Premiere-Paket ist sie enthalten, und wird auf Video und DVD als Schablonen der Gewalt verkauft.

Der ORF strahlte eine Originalversion von Star Trek mit Untertiteln aus.

Andere Star-Trek-TV-Serien

Auch die Zeichentrickserie von 1973–74 wurde im deutschsprachigen Raum gezeigt. 18 dieser Folgen wurden 1976 vom ZDF unter dem Namen Die Enterprise stark verkürzt ausgestrahlt. Seit dem 7. Dezember 2006 gibt es Star Trek: The Animated Series auch auf DVD. Sämtliche Folgen sind ungeschnitten und mit der zweiten deutschen Synchronisation von 1991 versehen, die im Gegensatz zur ZDF-Fernsehversion mit den Originalsprechern erstellt wurde.

Die letzte der 98 Folgen von Star Trek: Enterprise wurde in Deutschland am 9. Juli 2006 ausgestrahlt.

Bücher, Spiele und andere Merchandiseprodukte

Parallel zu den Fernsehserien und Kinofilmen erfolgte eine breite Vermarktung von Merchandiseprodukten. Diese umfassen Journale, Sekundärliteratur, eine große Anzahl begleitender Romane, Comics und Spiele, die in der Welt von Star Trek angesiedelt sind. In diesen Werken wird die Technik der Star-Trek-Welt genauer dargelegt, Chronologien erstellt und Episoden besprochen. Außerdem werden Raumschiffmodelle verkauft, Actionfiguren, Sammelkarten, Uniformen, Poster, Postkarten, Tassen, Schlüsselanhänger und noch vieles mehr.

Spiele

Zu den einzelnen Spielen siehe den Hauptartikel Star-Trek-Spiele.

Nachdem in den 1980er Jahren überwiegend wenig erfolgreiche und unspektakuläre Star-Trek-Spiele erschienen waren, kam 1992 mit Star Trek: 25th Anniversary das erste wirklich aufwändig produzierte Spiel für den PC auf den Markt. Man verpflichtete die Schauspieler der Originalserie für die Sprachausgabe. Der Erfolg gab Interplay recht, und so gab es in den Folgejahren regelmäßig neue Spiele, die bei ähnlichem Aufbau in der Regel entweder direkt einem der Filme folgten oder mit den Crews einer der aktuellen Serien arbeiteten. 1998 erschien mit Star Trek: Klingon Honor Guard erstmals ein Spiel, das nicht aus der Perspektive der Sternenflotte gespielt wurde.

1998 schloss der Star-Trek-Rechte-Verwerter Viacom mit dem Spieleentwickler Activision einen Vertrag, dem bis 2005 eine Reihe mehr oder weniger erfolgreicher Spiele entsprangen, darunter die beiden Reihen Star Trek: Starfleet Command 1-3 und Star Trek: Armada 1-2. Die erfolgreichsten Spiele waren jedoch die beiden Ego-Shooter Star Trek: Voyager Elite Force (2000) und Star Trek: Elite Force 2 (2003). Sie fanden erstmals nicht nur bei Star-Trek-Fans großen Zuspruch. Einen vom Spielkonzept sehr ungewöhnlichen Weg ging 2002 Star Trek: Bridge Commander, eine Art Echtzeit-Flugsimulation, in der der Spieler im Sessel des Captains Platz nimmt und den Brückenoffizieren Befehle erteilt.

2003 begann ein langjähriger Rechtsstreit zwischen Viacom und Activision, der 2005 beigelegt wurde. Der Popularitätsverlust der Fernsehserien schlug sich auch auf die Verkaufszahlen der Spiele nieder.

Ende Januar 2006 unterzeichnete Bethesda Softworks einen Lizenzvertrag für zwei Star-Trek-Spiele. Star Trek: Legacy (für Xbox 360 und PC) wurde daraufhin im Dezember 2006 veröffentlicht. Ebenfalls Ende 2006 erschien das PSP- und Nintendo-DS-Spiel Star Trek: Tactical Assault von Quicksilver Software. Das zweite Spiel unter der Lizenz von Bethesda Softworks trägt den Namen Star Trek: Conquest. Es wurde für die Plattformen PlayStation 2 und Wii entwickelt. Auf dem nordamerikanischen Markt erschien das Spiel im November 2007.

Bücher und Comics

Romane

Der Versuch einer optimalen Vermarktung des Produkts „Star Trek“ begann 1967 in Form einer Nacherzählung verschiedener Fernsehfolgen. Ab 1980 kamen zahlreiche Neuerzählungen dazu, die in den USA vom Pocket-Verlag herausgegeben werden. Inzwischen gibt es über 500 Star-Trek-Romane. Ein Großteil dieser Romane wurde ins Deutsche übersetzt.

Die Rechteinhaber begrenzen die Gestaltungsfreiheit dieser Werke. Besonders restriktiv werden Crossover-Szenarien gehandhabt, sowie die exzessive Darstellung von Gewalt und sexuellen Handlungen. Aus den Fernsehserien ausgeschiedene Figuren durften für lange Zeit nicht, oder nur in Ausnahmefällen Verwendung finden.[11]

Comics

Ähnliche Beschränkungen gelten auch für die Comics, die ab 1967 in den USA erscheinen. Mehrere hundert Neuerzählungen wurden in dieser Form seitdem von den drei Verlagen Gold Key, Marvel und vor allem DC Comics veröffentlicht. Eine besondere Einschränkung gilt hierbei für die Zeichnung der Figuren, da das Aussehen eines Schauspielers nicht ohne dessen Einwilligung reproduziert werden darf.

Im deutschen Sprachraum verlegten das Koralle-Verlagshaus, Condor, Ehapa, der Norbert-Hethke-Verlag und Gabor einige dieser Publikationen.[12]

Sekundärliteratur/Sachbücher

Bei DelRey/Ballantine erschienen in den 1970er Jahren einige Sachbücher über „Raumschiff Enterprise“. Ein Standardwerk war für lange Zeit das „Star Trek Companion“, das die Entstehungsgeschichte der ersten Fernsehserie beschreibt. Alle Episoden werden vorgestellt und durch Hintergrundinformationen ergänzt. Das ausführlichste Buch über „Raumschiff Enterprise“ ist „The Making of Star Trek“. Sehr viel Sekundärliteratur wurde in Zeitschriften publiziert, vor allem im amerikanischen „Starlog“, dessen Erfolg stark mit „Star Trek“ verknüpft ist.

Weitere Werke beschreiben die fiktive Welt des Star-Trek-Universums. Besonders beliebt sind „technische Handbücher“. Wichtige Quellenbücher sind die „Star Trek Chronology“ und die „Star Trek Enzyklopädie“.

Im deutschen Sprachraum spezialisierte sich der Heel Verlag auf die Herausgabe von Sachbüchern. Dort erschienen einige der amerikanischen Werke ab Mitte der 1990er Jahre. Der Starlog-Verlag begann zu dieser Zeit damit, alte Interviews und Artikel als deutsche Neuausgaben zu publizieren. Das „Star Trek Universum“ ist eine rein deutschsprachige Abhandlung über das Gesamtphänomen „Star Trek“, und mit etwa 2000 Seiten auch die womöglich umfangreichste. Seit 1998 wird es nicht mehr aktualisiert.

Gesellschaftliche Auswirkung

Die Skulptur eines Raumschiffs aus „Star Trek“ in Vulcan, Alberta

Fangemeinde und kultureller Einfluss

„Star Trek“ war die womöglich erste Fernsehserie, deren Anhängerschaft sich in Fanklubs vereinigte. Ermöglicht wurde dieser hohe Organisationsgrad der Fangemeinde durch den Umstand, dass sich die ersten „Trekkies“ (oder „Trekker“) aus den bereits seit langem existierenden Science-Fiction-Fanclubs rekrutierten. Die Star-Trek-Fans der ersten Stunde konnten deshalb auf bereits bestehende Strukturen zurückgreifen. So war es möglich, eine groß angelegte Briefkampagne zu organisieren, die eine vorzeitige Absetzung der ersten Fernsehserie in den USA zunächst verhinderte.

Die Fangemeinde von „Star Trek“ entwickelte sich in den Folgejahren weitgehend unabhängig vom Science-Fiction-„Fandom“, also den organisierten Science-Fiction-Fans, die „Star Trek“ als keine echte Science Fiction wahrnahmen. Die Serie reflektierte, Roddenberrys Konzeption entsprechend, eher gesellschaftliche Zustände, anstatt fiktive Technologien zu fokussieren. Andererseits sprach die Fernsehserie auf diese Weise einen Personenkreis an, der sich von den damaligen Science-Fiction-Fans erheblich unterschied. Insbesondere interessierten sich nun Frauen für „Raumschiff Enterprise“. Die Star-Trek-Fangemeinde übernahm zwar alle Gepflogenheiten der Science-Fiction-Fans, indem sie ab 1967 Fanzines publizierte, und ab 1972[13] auch eine Convention veranstaltete, die so erfolgreich war, dass man sie ab 1974 in verschiedene Veranstaltungen aufteilen musste; die Interessenschwerpunkte der „Trekkies“ unterscheiden sich jedoch bis in die Gegenwart stark von denen traditioneller Science-Fiction-Fans. Insbesondere begann sich durch die Star-Trek-Fangemeinde eine neue Form der Fan-Fiction als eine Subkultur zu etablieren, die sich später auch auf andere Produktionen der Science Fiction und der Fantasy übertrug, da die in den Folgejahren weltweit gegründeten Star-Trek-Fanklubs später häufig auch die Keimzellen anderer Fangemeinden dieses Bereichs bildeten. Während die Fan Fiction früher ein fast ausschließliches Phänomen der Printmedien darstellte, gibt es seit wenigen Jahren vor allem im englischsprachigen Raum eine Reihe zum Teil hochwertiger Fan-Filme. Die rasch fortschreitende digitale Videotechnik und das Internet als Verbreitungsbasis machen dies möglich. Paramount Pictures und CBS scheinen zurzeit diese Produktionen zu dulden, solange sie strikten Regeln folgen, zum Beispiel rein nicht-kommerziell bleiben.

Siehe Hauptartikel Star Trek: Fan Fiction und Parodien.

Von der Fangemeinde wurden rund 400.000 Briefe an die NASA geschickt, mit der Bitte ein Space Shuttle „Enterprise“ zu nennen. Dies wurde 1976 nach der Fertigstellung des ersten Space Shuttles tatsächlich realisiert (der NASA-Orbiter Enterprise flog allerdings nie ins All, sondern wurde nur zu Testflügen innerhalb der Atmosphäre genutzt).

Die Fans treffen sich nach wie vor überregional auf Conventions (in Europa ist die derzeit größte die FedCon), und auch auf lokaler Ebene („TrekDinner“). Einige „Trekkies“ kommen zu Treffen in zuweilen aufwändigen, der Serie nachempfundenen Kostümen. Manche feiern sogar ihre Hochzeiten nach klingonischem Ritus, wobei sie auch die klingonische Sprache sprechen. Star Trek wird weltweit auch als Live-Rollenspiel gelebt. Meist an Wochenenden schlüpfen eingefleischte Fans in die Rolle eines der Original-Charaktere oder entwerfen neue Szenarien. Mehrere Vereine sind in Deutschland und Österreich sowohl im Internet als auch vor Ort aktiv.

Viele Redewendungen aus den Fernsehserien haben in den USA ihren Weg zur Allgemeinheit gefunden (beispielsweise „Redshirt“). In den USA wird die Einflussnahme von Star Trek als besonders hoch eingeschätzt. Über den Einfluss, den Star Trek auf (mitunter auch auf SciFi-ferne) Aspekte des realen Lebens hat oder hatte, wurden Bücher geschrieben.[14] Außerhalb der USA wird das Phänomen vor allem in Westeuropa wahrgenommen.

Wissenschaftliche Rezension

Star Trek enthält eine komplexe fiktionale Technologie, zu der immer Erklärungsversuche mitgeliefert werden. Erfindungen wie der Warpantrieb oder das Beamen sollen dadurch durchschaubarer und in sich logisch geschlossen erscheinen. Gelegentlich finden Zitate aus Star Trek Verwendung in populären Publikationen. Den umgekehrten Weg ging Lawrence M. Krauss 1995 in seinem Buch Die Physik von Star Trek, in dem er nach heute denkbaren Lösungen für die Umsetzung von Technologien des Star-Trek-Universums sucht.

Deutsche Wissenschaftler, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen, sind Hubert Zitt von der Fachhochschule Kaiserslautern und Metin Tolan von der Technischen Universität Dortmund.

Das Star-Trek-Universum

Das Universum in den Star-Trek-Serien und -Filmen basiert auf realen Beobachtungen der Astronomie des 20. und 21. Jahrhunderts, sowie theoretischen Annahmen über Phänomene, von denen die moderne Physik des späten 20. bzw. beginnenden 21. Jahrhunderts ausgeht, dass sie existieren, die jedoch bislang nicht nachgewiesen wurden. Dabei spielt Star Trek in der Milchstraße und so finden sich angefangen von einfachen Singularitäten, über Räume, die absolut leer sind, Wurmlöcher bis hin zu Nebeln aus Dunkler Materie in den einzelnen Episoden wieder. Auch reale und derzeit bekannte Objekte sind Teil des Star Trek Universums, so gibt es immer wieder Erwähnungen von Andromeda und M33, sowie von Rigel und Wolf 359.

Zeitlinie

Die verschiedenen Serien und Filme spielen im Wesentlichen im 22., 23. und 24. Jahrhundert. Darüber hinaus werden in mehreren Folgen Zeitreisen getätigt und es kommen auch Anspielungen auf fiktive und reale Ereignisse, die in anderen Epochen spielen, vor.[15]

Siehe auch den Hauptartikel Zeitlinie von Star Trek
Jahr Enterprise Deep Space Nine Voyager
2151–2155 Star Trek: Enterprise 1.–4. Staffel (2001–2005)
2258 Star Trek XI (2009)
2265–2269 Raumschiff Enterprise 1.–3. Staffel (1966–1969) DS9 -Staffel 5 Folge 06 - Immer die Last mit den Tribbles (1996)
2269–2270 TAS 1./2. Staffel (1973–1974)
2273 Star Trek: Der Film (1979)
2285 Star Trek II: Der Zorn des Khan (1982)
Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock (1984)
2286 Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart (1986)
2287 Star Trek V: Am Rande des Universums (1989)
2293 Star Trek VI: Das unentdeckte Land (1991)

Star Trek: Treffen der Generationen (Prolog) (1994)

2363–2368 TNG 1.–5. Staffel (1987–1991)
2369–2370 TNG 6.–7. Staffel (1992–1994) DS9 1.–2. Staffel (1993)
2371–2372 Star Trek: Treffen der Generationen (1994) DS9 3.–4. Staffel (1994–1995) Voyager 1.–2. Staffel (1995)
2373–2374 Star Trek: Der erste Kontakt (1996) DS9 5.–6. Staffel (1996–1997) Voyager 3.–4. Staffel (1996–1997)
2375 Star Trek: Der Aufstand (1998) DS9 7. Staffel (1998–1999) Voyager 5. Staffel (1998–1999)
2376–2378 Voyager 6.–7. Staffel (1999–2001)
2379 Star Trek: Nemesis (2002)

Personen

Siehe Hauptartikel Personen im Star-Trek-Universum

Technologie

Zur fiktiven Technik der Welt von Star Trek siehe Hauptartikel Star-Trek-Technologie.

In der Welt von Star Trek bilden Raumschiffe den Rahmen der Handlung. Diese verkehren mit Überlichtgeschwindigkeit zwischen den Planeten der dichtbesiedelten Galaxis. Eine der bekanntesten Erfindungen ist das Beamen (Teleportation).

Als „United Star Ship“, oder auch „United Space Ship“, (U.S.S.) werden alle Raumschiffe bezeichnet, die im Auftrag der Vereinten Föderation der Planeten im Einsatz sind. Das Kürzel „U.S.S.“ haben die Schiffe vor ihren Namen gestellt. Die Namen der Raumschiffe sind in der Regel geografische Bezeichnungen, wie Namen von Staaten, Städten, Flüssen und anderen Orten, Namen wichtiger Personen aus der Geschichte der Erde, aber auch gängige Bezeichnungen von Schiffen der US-Kriegsmarine wie z. B. Enterprise oder Constitution.

Organisationen und Spezies

Im Star-Trek-Universum gibt es viele bewohnte Planeten. Einige dieser Völker und deren Zusammenschlüsse spielen eine Rolle in den verschiedenen Serien und Filmen.

Siehe Hauptartikel Völker und Allianzen im Star-Trek-Universum.

Die wichtigste Organisation ist in der Serie die Vereinte Föderation der Planeten. Die Sternenflotte wurde, wie aus Star Trek: Enterprise hervorgeht, ursprünglich als Gesellschaft zur Erforschung des Weltalls auf der Erde gegründet.

Philosophie und Politik

Dieses fiktive Symbol steht für den Wert kultureller Vielfalt, die von den Protagonisten verkörpert wird

Das Star-Trek-Universum wird von vielen verschiedenen intelligenten Lebewesen bewohnt, die sich in Bezug auf ihre Ethik und Gesellschaftsform unterscheiden. Während Antagonisten häufig totalitäre Regime darstellen, richtet sich die Vereinigte Föderation der Planeten als Protagonist nach einigen humanistischen Prinzipien der abendländischen Philosophie. Sie handelt politisch nach dem Grundsatz der Multilateralität. Diese Darstellung trifft insbesondere auf Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert zu, sie wird in späteren Produktionen zuweilen in Frage gestellt. Auch in Raumschiff Enterprise wird den Serienhelden (in der Regel durch höherentwickelte pazifistische Lebensformen) immer wieder die Fragwürdigkeit der eigenen Handlungsweise vor Augen geführt.

Die „Oberste Direktive“ ist ein wichtiger politischer Grundsatz der Föderation. Sie enthält ein verbindliches Nichteinmischungsprinzip in die internen Angelegenheiten anderer Zivilisationen, ganz besonders, solange diese noch keine Warp-Technologie für Weltraumreisen mit Überlichtgeschwindigkeit entwickelt haben. Solche Prä-Warp-Zivilisationen genießen den besonderen Schutz ihrer kulturellen und geistigen Entwicklung vor Einflüssen aus höher entwickelten Zivilisationen. Dieser Schutz wird bei Erreichen der technischen Entwicklungsstufe einer Warp-Zivilisation als nicht mehr in diesem Ausmaß notwendig betrachtet, zumal Zivilisationen mit der Fähigkeit zu Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit wechselseitigen Einfluss aufeinander ausüben können und dadurch eine friedliche Kontaktaufnahme („Erster Kontakt“) notwendig erscheint. Die „Oberste Direktive“ schließt ein prinzipielles Verbot aller Maßnahmen ein, die geeignet sein könnten, die natürliche Entwicklung einer Prä-Warp-Zivilisation zu verändern, selbst wenn dies unter den allerbesten Absichten oder unbemerkt geschähe. Erlaubt sind lediglich getarnte anthropologische Beobachtungs-Expeditionen mit dem Ziel der Erforschung nicht raumfahrender Zivilisationen unter Beachtung der Nichteinmischung.

Siehe auch

Literatur

  • Becker, Gregor : STAR TREK und Philosophie. Die edleren Seitens unseres Wesens. Philosophische Aspekte einer Kultserie, Tectum-Verlag 2000, ISBN 3-8288-8158-0
  • Geraghty, Lincoln: Living with Star Trek: American culture and the Star Trek universe. Tauris 2007 (in Englisch), ISBN 978-1-84511-421-3.
  • Hellmann, Kai-Uwe und Klein, Arne (Hrsg.): Unendliche Weiten …, Star Trek zwischen Unterhaltung und Utopie, Fischer Taschenbuch Verlag, 1997, ISBN 3-596-13579-6.
  • Höhl, Thomas und Hillenbrand, Mike: Dies sind die Abenteuer … – 40 Jahre Star Trek. HEEL-Verlag, 2006, ISBN 3-89880-668-5.
  • Krauss, Lawrence M.: Jenseits von Star Trek. Heyne, 2002, ISBN 3-453-19670-8.
  • Rauscher, Andreas: Das Phänomen Star Trek. Virtuelle Räume und metaphorische Weiten. Ventil Verlag, Mainz 2003, ISBN 3-930559-98-6 (zugleich Diss., Universität Mainz 2001).
  • Recht, Marcus: Homo Artificialis. Androiden & Cyborganalyse mit dem Fokus auf Star Trek. VDM, 2006, ISBN 978-3-86550-514-9.
  • Rogotzki, Nina u. a.: Faszinierend! Star Trek und die Wissenschaften. 2 Bände, Ludwig, Kiel 2003, ISBN 3-933598-69-9.
  • Sander, Ralph: Das Star Trek Universum. 3. Aufl., 2 Bände, Heyne, München 1995, ISBN 3-453-07759-8. Dazu zwei Ergänzungsbände: Band 3, 1995, ISBN 3-453-07760-1; Band 4, 1998, ISBN 3-453-13370-6 (ausführlichstes Kompendium in deutscher Sprache).
  • Thiesen, Stefan: Trek Science – mit Warpgeschwindigkeit in die Zukunft? MindQuest, Selm 2001, ISBN 3-934195-06-7.
  • Hillenbrand, Mike und Höhl, Thomas: Star Trek in Deutschland - Wie Captain Kirk nach Deutschland kam. HEEL-Verlag, 2008, ISBN 978-3-86852-006-4.

Weblinks

Quellen

  1. startrek.com
  2. Analyse des Medienwissenschaftlers A. Trost im Abschnitt Too close to home?. Vgl. auch: Analyse in einem Blog, Beitrag Enterprise-Politik.
  3. Nachruf zur Serie, Abschnitt 2: Fragwürdige Entscheidungen.
  4. Analyse der Serie in einem Blog
  5. trekmovie.com
  6. treknews.de: Star Trek 12: Sequel in Planung abgerufen am 31. März 2009
  7. treknews.de
  8. CBS Ankündigung zur Umstrukturierung der offiziellen Webseite
  9. Mitteilung der startrek.com Redakteure über ihre Entlassung
  10. Offizielle Seite von Paramount Pictures zum Kinofilm: Star Trek XI
  11. Ralph Sander: Das Star Trek Universum. 3. Ausgabe, Band 2. München: Heyne, 1993. S. 205ff.
  12. Ralph Sander: Das Star Trek Universum. 3. Ausgabe, Band 2. München: Heyne, 1993. S. 283ff.
  13. Ralph Sander: Das Star Trek Universum. München: Heyne, 1990. S.148
  14. Dave Marinaccios: „Alles, was ich im Leben wirklich brauche, habe ich von Star Trek gelernt“ (ISBN 3-453-08898-0)
  15. Komplette Zeitlinie des Star-Trek-Universums


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