Boris Petrowitsch Scheremetjew
Boris Petrowitsch Scheremetew

Boris Petrowitsch Scheremetew (russisch Борис Петрович Шереметев, wiss. Transliteration Boris Petrovič Šeremetev; * 25. April 1652; † 17. Februar 1719 in Moskau) war ein Generalfeldmarschall der russischen Armee unter Peter dem Großen im Nordischen Krieg.

Leben

Scheremetew führte 1681 Truppen gegen die Krim-Tataren. 1682 wurde er zum Bojaren ernannt. Er nahm teil an den Verhandlungen mit König Johann III. Sobieski von Polen, zum Friedensvertrag von 1686, und mit Kaiser Leopold I. an einem Bündnisvertrag. Er unternahm 1697 und 1698 eine Reise nach Rom und Malta.

Scheremetew gewann im Nordischen Krieg die Ostseeprovinzen, namentlich durch seine Siege über den schwedischen General Schlippenbach bei Errestfor und Hummelshof. Bei der Einnahme von Marienburg (Livland) nahm er Martha Skawronskaja, die Magd des evangelischen Pfarrers Ernst Glück, gefangen. Diese wurde später als Katharina I. Zarin von Russland. Scheremetew führte in der entscheidenden Schlacht bei Poltawa, am 27. Junijul./ 8. Juli 1709greg., das Zentrum der russischen Armee. 1710 eroberte er Riga. 1711 war er Oberbefehlshaber der russischen Armee im Russisch-Osmanischen Krieg. 1715 führte Scheremetew das russische Expeditionskorps nach Pommern und Mecklenburg.

Scheremetew wurde in den Grafenstand erhoben.

Literatur

  • Hartwig Ludwig Christian Bacmeister: Beschreibung der Reise des Herrn Grafen Boris Petrowitsch Scheremetew in europäische Staaten, St. Petersburg, Leipzig und Riga, 1773
  • Gerhard Friedrich Müller/Christian Bacmeister (Übersetzer): Lebensbeschreibung des General-Feldmarschalls Grafen Boris Petrowitsch Scheremetew, Hartkoch, St. Petersburg, Leipzig, Riga 1789


Siehe auch


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