Borivoj I.
Taufe Bořivojs. Darstellung aus der Velislav-Bibel, 1. Hälfte 14. Jahrhundert

Bořivoj I. (* zwischen 852 und 855; † 888/889) war der erste historisch greifbare böhmische Fürst und der erste bekannte Herrscher aus dem Geschlecht der Přemysliden.

Leben

Sein Sitz war ursprünglich die Burg Levý Hradec nordwestlich des heutigen Prag. Von seinem Rivalen Strojmír nach Großmähren vertrieben, ordnete er sich der Oberherrschaft des dortigen Fürsten Sventopluk unter und kehrte mit seiner Hilfe nach Böhmen zurück. Dort legte er den Grundstein für die Prager Burg auf dem Berg Hradschin, von der aus er sein Herrschaftsgebiet um Prag regierte. Daraus sollte sich das Herzogtum und spätere Königreich Böhmen entwickeln.

Obwohl Bořivoj oft als erster Herzog von Böhmen bezeichnet wird, kann man von zu diesem Zeitpunkt noch nicht von einem einzigen böhmischen Herrschaftsgebiet sprechen. Dieses entwickelte sich erst unter seinen Nachfolgern, wobei die damals stattfindende Christianisierung eine große Rolle spielte. Der Überlieferung nach wurde Bořivoj zusammen mit seiner Frau, der später heilig gesprochenen Ludmilla, um das Jahr 880 herum von Erzbischof Method von Saloniki getauft. Mit Ludmilla hatte er zwei namentlich bekannte Söhne, Spytihněv I. und Vratislav I., die nacheinander Herzog wurden. Letzterer ist der Vater des Heiligen Wenzel von Böhmen, der gemeinsam mit Ludmilla zu den Landespatronen Böhmens gehört.

Literatur

  • Václav Davídek: Co bylo před Prahou, Praha 1971
  • Dušan Třeštík: Počátky Přemyslovců, Praha 1981
  • Rudolf Turek: Čechy v raném středověku, Praha 1982



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