10000bc
Filmdaten
Deutscher Titel: 10.000 B.C.
Originaltitel: 10,000 BC
Produktionsland: USA, Neuseeland, Namibia
Erscheinungsjahr: 2008
Länge: 109 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Roland Emmerich
Drehbuch: Roland Emmerich,
Harald Kloser
Produktion: Roland Emmerich,
Mark Gordon,
Michael Wimer
Musik: Harald Kloser,
Thomas Wanker
Kamera: Ueli Steiger
Schnitt: Alexander Berner
Besetzung
  • Omar Sharif: Erzähler
  • Steven Strait: D’leh
  • Camilla Belle: Evolet
  • Cliff Curtis: Tic’Tic
  • Joel Virgel: Nakudu
  • Mo Zinal: Ka’Ren
  • Affif Ben Badra: Warlord
  • Nathanael Baring: Baku
  • Mona Hammond: Alte Mutter
  • Marco Khan: One-Eye
  • Reece Ritchie: Moha
  • Joel Fry: Lu’Kibu
Synchronisation

10.000 B.C. (auf dt.: „10.000 vor Christus“) ist ein US-amerikanischer Spielfilm des Regisseurs Roland Emmerich aus dem Jahr 2008, der in den ersten vier Monaten des Jahres der weltweit erfolgreichste Film war [1]. In diesem prähistorischen Abenteuerfilm mit Elementen des Actionfilms und des Märchens befreit die Hauptfigur D’leh Mitglieder seines primitiven Stammes, darunter auch seine Jugendliebe, aus den Händen fortschrittlicher, „dämonischer“ Sklaventreiber.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

In der Mittelsteinzeit lebt der entlegene, eher rückständige Bergstamm der Yagahl von der Jagd auf gewaltige Mammuts, die im Film „Mannak“ benannt werden. Ständige Umweltveränderungen führen zu Verschiebungen im periodischen Eintreffen der Tiere und bedrohen so zunehmend die Existenzgrundlage des Stammes. In dieser Phase betritt ein mysteriöses, verwaistes Mädchen mit markanten blauen Augen die Dorfgemeinschaft: Evolet, die einzige Überlebende einer anderen Sippe. Das Eintreffen veranlasst die Schamanin „Alte Mutter“ zu einer zunächst düsteren Prophezeiung mit einem guten Ausgang. Sie sieht ein baldiges Ende des Jägerdaseins ihres Stammes voraus, welches mit sogenannten „vierbeinigen Dämonen“ während der „letzten Jagd“ eingeleitet wird. Ferner glaubt sie an einen mächtigen Krieger, der mit Evolet als Gefährtin den leidgeplagten Stamm in ein neues, zivilisiertes Leben führt. Kurze Zeit später verliebt sich der junge D’leh, Sohn eines tapferen Anführers, der einst auszog, um alternative Ernährungsformen zu finden, in Evolet und verspricht, dass sie immer in seinem Herzen sein wird.

Jahre später bewährt sich der inzwischen erwachsene D’leh gegen seinen Kontrahenten Ka’Ren – es gelingt ihm, nahezu im Alleingang einen mächtigen Mannakbullen zu töten – was ihm neben dem Anrecht auf Evolet auch den „weißen Speer“, das sichtbare Zeichen der Yagahl-Führerschaft, sichert. Da sein Triumph jedoch eher zufällig entstand, nicht auf Mut und Tapferkeit basierte, gibt der siegreiche Jäger seinem Gewissen folgend die unrechtmäßige Führerwürde an Tic’Tic, seinen väterlichen Mentor, zurück.

Am Tag nach der prophezeiten letzten Jagd wird die eingeschneite Siedlung von berittenen, geheimnisvollen Kriegern einer prähistorischen Hochkultur überfallen. Ohne nennenswerte Gegenwehr metzeln diese einige Dorfbewohner nieder und verschleppen Evolet mit weiteren – nun versklavten – Stammesmitgliedern. D’leh entgeht diesem Schicksal, da er sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht im Einzugsbereich des Dorfes aufhielt. Mit einer kleinen Gruppe Überlebender, seinem Ziehvater Tic’Tic, seinem Nebenbuhler Ka’Ren und dem jungen Baku, nimmt er die Verfolgung auf – er will Evolet um jeden Preis retten. Der Anführer der Sklavenjäger begehrt Evolet, bestraft sie dennoch mit Peitschenhieben, als sie auf Rettung hoffend eine Spur aus Schmuck legt und er dies bemerkt.

Während ihrer kräftezehrenden Reise durchquert die vierköpfige Gruppe fernab der Heimat verschiedene Klimazonen mit ungeahnten Gefahren, die über ihren bisherigen Erfahrungshorizont hinausreichen. In einer tropischen Sumpflandschaft stellen die unvorbereiteten Verfolger die brutalen Entführer, doch ein erster Befreiungsversuch scheitert kläglich, als sie urplötzlich von Terrorvögeln attackiert werden. Baku und Ka’Ren werden dabei von den alarmierten Reitern gefangengenommen und versklavt. Tic’Tic und D’leh folgen fortan als Duo den Spuren ihrer verschleppten Angehörigen und begegnen dabei fremdartigen Kulturen, die ebenfalls von den Sklavenjägern heimgesucht wurden. Dank eines zuvor von ihm geretteten Säbelzahntigers (im Film „Speerzahn“ genannt), der D’leh wiedererkennt und daher nicht angreift, schließen sich D’leh kampferprobte Krieger an, die in ihm die ihnen prophezeite Erlöserfigur sehen. Zwischenzeitlich erfährt er von der Motivation seines Vaters, den Stamm zu verlassen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er ihn irrtümlicherweise als einen Feigling angesehen.

Auf ihrem Fußmarsch hat D’lehs kleine Gruppe enormen Zulauf: Bald schart sich eine ganze Armee unterschiedlichster Ethnien um ihn, bis sie schließlich eine unbekannte und grausame Zivilisation mit einem gottgleichen Schreckensregime entdecken. Diese Kultur erinnert stark an die antiken Ägypter, die Verschiffung der neu eingefangenen Sklaven stark an die Schifffahrt auf dem Nil. Beherrscht wird diese Kultur von einem sagenumwobenem Wesen, dem „Allmächtigen“, einer verschleierten Gestalt, die sich fast immer im Inneren eines Palastes aufhält. In dieser unvorstellbaren und menschenverachtenden Hochkultur werden die versklavten Arbeitskräfte für den Bau monumentaler Pyramiden herangezogen, unter ihnen auch die Yagahls. Evolet wird verschont, da der Anführer der Sklavenjäger sie für sich behalten möchte – doch sie lehnt seine Zuneigung ab. Als entdeckt wird, dass er eine Sklavin für sich behalten hat, wird er verhaftet. Gleichzeitig werden Evolets Narben auf der Hand, die durch seine damaligen Peitschenhiebe entstanden waren, von den verängstigten Priestern als göttliches Zeichen gedeutet - der baldigen Ankunft des einzig zu fürchtenden Mannes, dem es gelingen könnte, dem "Allmächtigen" entgegenzutreten.

Währenddessen sind die Krieger bereits zur Stadt vorgedrungen. Tic’Tic sondert sich von den Kriegern ab und kann so einen dreiköpfigen Erkundungstrupp davon abhalten, das Lager zu verraten. Er stirbt aber beim Solokampf gegen die drei und übergibt den weißen Speer an D’leh, der ihn zuerst zögernd annimmt, sich dann jedoch anders besinnt. Gemeinsam mit den anderen Kriegern mischt er sich unter die Sklaven. Es gelingt, einige Waffen im Sand zu verstecken. Aufgewiegelt durch ihre jeweiligen Stammesmitglieder kommt es zu einem bewaffnetem Aufstand. D’leh gelingt es zudem, die als Arbeitstiere gehaltenen und ihrer Stoßzähne beraubten Mannaks wild zu machen, die danach die Baustelle verwüsten. Nun drohen die Priester, Evolet von Pferden zerreißen zu lassen. Sie bieten D’leh an, Evolet und seine Stammesmitglieder freizulassen, wenn die Kämpfer im Gegenzug abziehen. Zuerst willigt D’leh ein, doch als verkündet wird, dass die anderen Stämme als Sklaven bleiben müssen, ändert er seine Meinung: Er nimmt seinen Speer und schleudert diesen die Treppe der Pyramide hinauf und tötet somit den dort stehenden Allmächtigen. Dessen Leiche fällt daraufhin die Pyramide hinunter und offenbart unter den Kleidern einen bleichen menschlichen Körper. Somit ist der Glaube, dass es sich hierbei um einen Gott gehandelt hat, gebrochen und auch die letzten Zweifler kämpfen nun gegen ihre Versklavung.

D’leh eilt zu seiner geliebten Evolet, um sie in die Arme zu schließen. Doch der sterbende Sklavenjäger kann sich noch aufraffen und schießt einen Pfeil auf Evolet ab, um D’leh zu zeigen, dass Evolet nur ihm zusteht. D’leh tötet ihn daraufhin voller Zorn. Dennoch stirbt Evolet in seinen Armen. Die Alte Mutter, die die Geschehnisse durch ihre geistigen Fähigkeiten über die Distanz verfolgt hat, überträgt ihre letzte Lebenskraft an Evolet und stirbt daraufhin, dafür ist Evolet wieder am Leben. D’leh, Evolet und die übrigen Yagahl verabschieden sich daraufhin von ihren neugewonnenen Freunden, dem Volk der Naku und kehren zu ihrem Dorf zurück. Der Film endet mit der Betrachtung einer hoffnungsvollen und zukunftsorientierten Aussaat in der vertrauten Bergregion. Ein Neuanfang ist durch die Kultivierung von Nutzpflanzen gegeben, die D’Leh vom Häuptling der Naku zum Abschied überreicht wurden.

Hintergrund

10.000 B.C. wurde unter anderem in Neuseeland, Südafrika und Namibia gedreht. Das Drehbuch zum Film schrieb Emmerich mit Harald Kloser, basierend auf einer Idee um eine urzeitliche Helden-Geschichte, die ihm laut eigener Aussage bereits vor zehn Jahren kam.[2] Die Entwicklung eines Szenariums musste zunächst warten, da Emmerich zwischenzeitlich The Day After Tomorrow realisierte.[2]

Ursprünglich war geplant, den Film am 27. Juli 2007 in den USA anlaufen zu lassen. Aufgrund des plötzlichen Absprunges bezüglich der Finanzierung von Paramount Pictures verzögerte sich die Produktion, ebenso wie durch den Wechsel zu Warner Bros., welche Emmerich weniger Kapital zur Verfügung stellten. Schließlich wurde der Kinostart für die USA auf den 7. März 2008 verschoben. In Deutschland lief der Film bereits einen Tag früher an. Die Weltpremiere fand am 26. Februar 2008 in Berlin statt.[3][2]

Im Film sind zahlreiche Wortspiele eingebaut. So haben sich Kloser und Emmerich bei der Namensgebung ihres Helden D'leh ihrer deutschsprachigen Wurzeln besonnen, denn D'leh ist nicht mehr als das Wort „Held“ rückwärts gelesen. Der Name D'lehs Geliebter, „Evolet“, kann zudem als annäherndes Anagramm zu „The Love“ angesehen werden. Wie bereits bei Stargate wurde Emmerich durch das Alte Ägypten und die Pyramiden von Gizeh inspiriert, die er bereits in jungen Jahren besucht hatte. Durch die Tatsache der fehlenden historischen Dokumente über diese Zeit sah er sich außerdem in der Lage, „Dinge zu erfinden“ und kreativ zu sein.[4] So wird im Film erklärt, dass der „Allmächtige“ und seine Gefolgsleute von einem im Meer versunkenen Reich kommen, das nur zu gut an die sagenumwobene Insel Atlantis erinnert. Bekräftigt wird dieses Gerücht durch den kurzen Blick Evolets, als sie auf einem Altar eine Weltkarte sieht, wo deutlich die Insel Atlantis neben Afrika zu erkennen ist.

Eine weitere Quelle seiner Ideen war das Buch Fingerprints of the Gods von Graham Hancock, in dem sich dieser mit der Entstehung der Pyramiden befasst. Eine Dokumentation des Discovery Channel, die Mammuts behandelte, beeinflusste ihn ebenso, da mittlerweile die nötige Tricktechnik verfügbar war, um diese Tiere realistisch darstellen zu können. Zu guter Letzt halfen ihm auch seine Begeisterung für den Film Am Anfang war das Feuer und für die Werke Robert Howards, der die Romanvorlage für Filme, wie Conan der Barbar und Conan der Zerstörer lieferte und dessen Werke oft im fiktiven Hyborischen Zeitalter spielen.[4]

Kritik und Kinoerfolg

„Prähistorisches Abenteuer mit prachtvollen Landschaftsaufnahmen, unentschlossen zwischen handfestem Kinoabenteuer und märchenhaftem Fantasy-Film schwankend. Trotz überwältigender Effekte wird der Film dem epischen Anspruch nicht gerecht.“

Lexikon des internationalen Films[5]

Trotzdem wurde der Film beim Publikum zu einem überwältigenden Erfolg für Emmerich, dominierte die US-Kinocharts am Startwochenende und spielte schon in den ersten zwei Monaten seit dem Filmstart weltweit 265 Mio. US-Dollar ein.[6] Auch in Deutschland und Österreich erreichte der Film, der mit 729 Filmkopien[7] gestartet war, mit 278.701 Besuchern am ersten Wochenende den Spitzenplatz der Kinocharts.[7] In Österreich sahen am ersten Wochenende 36.554 Kinobesucher den Film.[8]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. vgl. 'Boxoffice Golbal Charts' abgerufen am 30. April 2008
  2. a b c vgl. „Emmerich feiert Start seines Steinzeit-Films“, Welt Online, 26. Februar 2008, abgerufen am 12. März 2008
  3. vgl. „Ein Mammut in Berlin“, Cinema, abgerufen am 12. März 2008
  4. a b comingsoon.net: WonderCon 2008: Day 2 - Part 1!, Zugriff am 21. März 2008
  5. vgl. 10.000 B.C. im Lexikon des internationalen Films, abgerufen am 30. März 2008
  6. vgl. Einspielergebnisse für 10.000 B.C. (englisch), boxofficemojo.com, abgerufen am 06. Mai 2008
  7. a b vgl. Besucherzahlen von 10.000 B.C., Inside Kino, abgerufen am . März 2008
  8. „Österreichs Nummer 1“, Cineplexx.at, abgerufen am 13. März 2008

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