Borodulina
Tatjana Borodulina Shorttrack
Voller Name Tatjana Alexandrowna Borodulina
Nation Russland Russland
Australien Australien
Geburtstag 22. Dezember 1984
Geburtsort Omsk, Russland
Größe 155 cm
Gewicht 50 kg
Beruf Studentin
Karriere
Verein Roos
Trainer Ann Zhang
Nationalkader seit 2006 (AUS)
2001–2006 (RUS)
Status aktiv
Medaillenspiegel
JWM-Medaillen 0 × Gold 2 × Silber 4 × Bronze
EM-Medaillen 5 × Gold 5 × Silber 1 × Bronze
Shorttrack-Junioren-WM
Silber Budapest 2003 1000 m
Silber Budapest 2003 2000-m-Staffel
Bronze Budapest 2003 500 m
Bronze Peking 2004 1000 m
Bronze Peking 2004 1500 m
Bronze Peking 2004 2000-m-Staffel
ISU Shorttrack-Europameisterschaften
Silber St. Petersburg 2003 500 m
Silber St. Petersburg 2003 3000-m-Staffel
Gold Zoetermeer 2004 3000 m
Gold Zoetermeer 2004 3000-m-Staffel
Silber Zoetermeer 2004 1500 m
Silber Zoetermeer 2004 1000 m
Gold Turin 2005 500 m
Gold Turin 2005 3000 m
Gold Turin 2005 3000-m-Staffel
Silber Turin 2005 1000 m
Bronze Krynica Zdrój 2006 500 m
Weltcup-Logo Platzierungen im Shorttrack-Weltcup
 Debüt im Weltcup 28. September 2001
 Weltcupsiege 1
 Gesamtweltcup 8. (03/04)
 500-m-Weltcup 8. (03/04)
 1000-m-Weltcup 4. (05/06)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 500 Meter 0 1 2
 1000 Meter 0 0 1
 Staffelbewerbe 1 1 0
letzte Änderung: 5. Dezember 2008

Tatjana Alexandrowna Borodulina (russisch Татьяна Александровна Бородулина, wiss. Transliteration Tat'jana Aleksandrovna Borodulina; * 22. Dezember 1984 in Omsk) ist eine russische Shorttrackerin, die allerdings seit dem Jahr 2006 für Australien startet.

Borodulinas internationale Karriere begann Anfang 2001, als sie bei den drei Großereignissen der Saison, Junioren-WM, Europameisterschaft und Weltmeisterschaft, an den Start ging. Dort erreichte sie zwar kein Finale, wurde aber dennoch im September 2001 erstmals von der russischen Mannschaft für den Shorttrack-Weltcup nominiert. Auch dort gelangen ihr in den nächsten Rennen zunächst keine Finaleinzüge. Bei der Teamweltmeisterschaft 2002 verpasste Borodulina mit der russischen Staffel als Vierte nur knapp das Podest. Im Weltcup 2002/03 schaffte Borodulina gleich zum Anfang mehrere starke Ergebnisse, im dritten Rennen zog sie mit der 3000-m-Staffel zum ersten Mal ins Finale ein und wurde Vierte, auch in den Einzelrennen gelangen ihr noch in dieser Saison einige Top-10-Platzierungen.

Bei der Juniorenweltmeisterschaft 2003 kam Borodulina in fünf Wettkämpfen dreimal auf das Podium, dabei gewann sie zweimal Silber und einmal Bronze. Außerdem erreichte sie auch in den beiden weiteren Rennen jeweils den vierten Rang. Zwei Silbermedaillen gewann sie auch bei der Europameisterschaft, dann siegte sie mit der Staffel im Februar 2003 erstmals im Weltcup und kam auch über 3000 Meter im Einzel dem Sieg nahe. Die Weltmeisterschaften verliefen für Borodulina dagegen nicht erfolgreich, erneut verpasste sie in allen Disziplinen das Finale. Bereits nach der Saison, im Juni 2003, sah Steven Bradbury, der im Winter 2002 für Australien das erste Gold bei Olympischen Winterspielen geholt hatte, in ihr eine kommende Siegerin.[1]

Obwohl Borodulina bei den ersten beiden Weltcups der nächsten Saison nicht über das Halbfinale hinauskam, gelang ihr in den weiteren Rennen erneut eine Podestplatzierung, diesmal als Zweite über 500 Meter. Bei der Junioren-WM 2004 gewann sie drei Bronzemedaillen, bei der Europameisterschaft siegte sie mit der Staffel und auf der 3000-m-Strecke. Zudem gewann sie dort zwei Silbermedaillen und wurde Gesamtzweite hinter der zum fünften Mal in Folge siegenden Jewgenia Radanowa. Zum Ende der Weltcupsaison 2003/04 hielt sie den achten Platz im Gesamtweltcup und ebendiesen im 500-m-Weltcup. Nur bei den Senioren-Weltmeisterschaften verpasste Borodulina zum wiederholten Mal eine vordere Platzierung.

In den Shorttrack-Weltcup 2004/05 startete Borodulina erneut schlecht und wurde nach vier von sechs Weltcups nicht mehr eingesetzt. Dafür gewann sie drei Goldmedaillen bei der Europameisterschaft, außerdem gelang ihr im Allround-Wettbewerb, der Gesamtwertung, der Triumph vor Radanowa. Bei der Weltmeisterschaft hingegen startete sie nur in der Staffel, wo sie bereits nach dem Vorlauf ausschied. Beim Shorttrack-Weltcup 2005/06 schaffte Borodulina entgegen der vergangenen Jahre gleich im zweiten Weltcup eine Podestplatzierung, als Dritte über 3000 Meter. Danach erreichte sie im Weltcup noch einmal einen dritten Rang, startete aber erneut nicht bei den letzten beiden Rennen. Bei der Europameisterschaft 2006 konnte sie ihren Titel nicht verteidigen, stattdessen gewann sie nur eine Bronzemedaille über 500 Meter.

Borodulina hatte sich als einzige weibliche russische Shorttrackerin für die Olympischen Winterspiele 2006 qualifizieren können und ging dort auf zwei Strecken, über 1000 Meter und 1500 Meter, an den Start. Das 1500-m-Rennen verlief für sie gut, sie erreichte das Finale, wurde dort aber disqualifiziert und nicht gewertet. Ebenfalls mit der Disqualifikation endete für sie das 1000-m-Rennen, dort allerdings schon im Viertelfinale.

Insgesamt hatte Borodulina zu jenem Zeitpunkt zwei russische Meistertitel errungen, als sie im August 2006, acht Monate nach den Olympischen Spielen, verkündete, ab sofort für die australische Nationalmannschaft zu starten. Dies begründete sie mit den vielen Konflikten im russischen Verband, die sie bei den Vorbereitungen auf Olympia behinderten. Aus Australien hatte sie die Einladung eines chinesischen Trainers bekommen, die sie annahm. Obwohl sie erst nach zwei Jahren australische Staatsbürgerin wurde, durfte sie dennoch bereits früher bei internationalen Rennen starten.[2]

Borodulinas neuer Wohnort war Sunnybank Hills bei Brisbane, ihre neue Trainerin war Ann Zhang. Zwar ging Borodulina in der Saison 2006/07 noch nicht wieder im Weltcup an den Start, dennoch konnte sie sich im Team etablieren und wurde in der Saison 2007/08 gemeinsam mit Alix-Myra Anderson erstmals für Australien im Weltcup eingesetzt. Dort holte sie beim vorletzten Weltcup in Quebec City mit dem fünften Rang das bis dahin beste Resultat für australische Shorttracker, dieses konnte sie beim letzten Weltcup in Salt Lake City noch einmal verbessern. Dort stand sie als erste australische Shorttrackerin als Dritte über 500 Meter auf dem Podest.[3] Bei Großereignissen nahm sie in jener Saison allerdings nicht teil.

In den ersten Rennen des Weltcup 2008/09 erreichte Borodulina weitere Top-10-Platzierungen, wobei ein dritter Rang bisher ihr bestes Ergebnis ist. (Stand: 5. Dezember 2008)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Interview mit Bradbury (englisch)
  2. Bericht über den Verbandswechsel in der Новых Известий (russisch)
  3. Artikel über Borodulina auf owia.org (englisch)

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