Borsa Italiana
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Die Italienische Börse (Italienisch: Borsa Italiana) stellt die Wertpapierbörse in Italien dar. Ihr Sitz befindet sich im Palazzo Mezzanotte an der Piazza Affari in Mailand. Aus diesem Grund wird die italienische Börse umgangssprachlich "Piazza Affari" genannt.

Die Entstehung der italienischen Börse geht auf das 1808 von Vizekönig Eugène de Beauharnais erlassene Dekret zurück, mit dem die "Borsa di Commercio di Milano" gegründet wurde. Der erste Handelstag war der 15. Februar 1808. Im Gegensatz zu den angelsächsischen Börsen, die aus dem Zusammenschluss privater Marktteilnehmer entstanden, blieb die italienische Börse seit ihrer Gründung bis 1998 staatlich.

1998 wurde der italienische Wertpapiermarkt vollständig privatisiert und in Form einer Aktiengesellschaft als Borsa Italiana S.p.A. neu organisiert. Diese befand sich bis zur Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) Mitte 2007 fast vollständig im Besitz der italienischen Banken, war in seiner operativen Tätigkeit allerdings eigenständig.

Die Borsa Italiana S.p.A. ist für die Organisation, die Führung und den Betrieb des italienischen Wertpapierhandels zuständig. Das Unternehmen ist gleichzeitig auch Dachgesellschaft für fünf weitere, auf verschiedene in Zusammenhang mit dem Wertpapierhandel stehende Geschäftsgebiete spezialisierte, Unternehmen. Die bisherige Organisationsstruktur ist durch den im Oktober 2007 erfolgten Zusammenschluss mit der London Stock Exchange (LSE) durch verschiedene Integrationsprojekte etlichen Änderungen unterworfen.

Der Handel ist in den fünf Produktsegmente Aktien, verbriefte Derivate, ETF und ETC, Verzinsliche Wertpapiere und Aktienderivate aufgeteilt. Diese sind wiederum in eigene Untersegmente aufgegliedert. In sämtlichen Segmenten findet der Handel weitgehend über voll automatisierte Handelssysteme statt. Die Handelszeiten sind je nach Segment unterschiedlich, richten sich bei den Hauptsegmenten aber an die üblichen Handelszeiten der anderen europäischen Börsen von 9.00 bis 17.30.

Der Blue Chip Markt bildet mit einem Anteil von über 80 Prozent am Wert des gesamten gehandelten Volumens das schwergewichtigste Segment. Per 30. September 2007 waren 84 Unternehmen mit einer Kapitalisierung von 772 Milliarden Euro als Blue Chip notiert. Mit einem Anteil von rund 8 Prozent am Wert des gesamten gehandelten Volumens bildet das Segment der italienischen Staatstitel der zweitwichtigste Markt.

Die italienische Börse ist gemessen am gesamten Handelsvolumen 2006 die viertgrößte und gemessen an der gesamten Börsenkapitalisierung der notierten Unternehmen die siebentgrösste Börse Europas. Die Borsa Italiana Gruppe beschäftigte per Ende 2006 472 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2006 einen konsolidierten Umsatz von 278,5 Mio. Euro.

Im Juni 2007 kündigten die Borsa Italiana S.p.A. und die London Stock Exchange (LSE) ihren Zusammenschluss an, der am 1. Oktober 2007 zu einem Übernahmepreis von 1,878 Mrd. Euro vollzogen wurde. Die Transaktion fand mittels Aktientausch statt, womit die LSE die Kontrolle über die Borsa Italiana S.p.A. übernahm, und deren bisherige Aktionäre zwischenzeitlich zur größten Aktionärsgruppe der London Stock Exchange wurden. Die LSE verfügt aktuell über vier der zwölf Aufsichtsrats-Sitze der Borsa Italiana S.p.A., während im elfköpfigen Gremium der LSE fünf von der Borsa Italiana S.p.A. bestellten Aufsichtsräte Einsitz nehmen.

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