Borsdorf
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Borsdorf
Borsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Borsdorf hervorgehoben
51.34694444444412.538333333333152
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Leipzig
Landkreis: Leipzig
Höhe: 152 m ü. NN
Fläche: 15,57 km²
Einwohner:

8.185 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 526 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04451
Vorwahl: 034291
Kfz-Kennzeichen: L
Gemeindeschlüssel: 14 7 29 060
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 1
04451 Borsdorf
Webpräsenz: www.borsdorf.de
Bürgermeister: Ludwig Martin (CDU)
Lage der Gemeinde Borsdorf im Landkreis Leipzig
Sachsen-Anhalt Thüringen Landkreis Mittelsachsen Landkreis Nordsachsen Leipzig Bad Lausick Belgershain Bennewitz Böhlen (Sachsen) Borna Borsdorf Brandis Colditz Deutzen Elstertrebnitz Espenhain Falkenhain Frohburg Geithain Grimma Groitzsch Großpösna Hohburg Kitzen Kitzscher Kohren-Sahlis Machern Markkleeberg Markranstädt Mutzschen Narsdorf Naunhof Neukieritzsch Otterwisch Parthenstein Pegau Regis-Breitingen Rötha Thallwitz Trebsen/Mulde Wurzen ZwenkauKarte
Über dieses Bild

Borsdorf ist eine verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde im Landkreis Leipzig in Sachsen. Sie gehört zum Grünen Ring Leipzig.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Borsdorf liegt in der Leipziger Tieflandsbucht zwischen Leipzig (im Westen) und Machern (im Osten). Das Gemeindegebiet wird von dem Fluss Parthe durchzogen, welcher bei Hochwasser gelegentlich den örtlichen Park überflutet.

Ortsteile

Neben Borsdorf gehören die folgenden Ortsteile zur Gemeinde:

Geschichte

Borsdorf auf einer Karte von 1899

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1267 und ist zu finden im Merseburger Domstift. Damals wurde der Ort noch Borsdorph genannt.

Im Jahr 1929 wurden das Rathaus und das Feuerwehrhaus eingeweiht.

Ab 1952 gehörte Borsdorf zum Kreis Leipzig-Land, der bis 1994 (ab dem 3. Oktober 1990 als Landkreis Leipzig) bestand. Vom 1. August 1994 bis zum 31. Dezember 1998 gehörte es zum Landkreis Leipziger Land und vom 1. Januar 1999 bis zum 31. Juli 2008 zum Muldentalkreis. Seit dem 1. August 2008 liegt es im Landkreis Leipzig.

Am 1. Juni 1973 wurde der Ort Zweenfurth[2], am 1. Januar 1999 Panitzsch mit dem 1921 eingegliederten Cunnersdorf eingemeindet.[3]

Jahr Einwohnerzahl [4]
1551 8 besessene Mann, 11 Inwohner
1764 8 besessene Mann, 3 Häusler, 9 Hufen
1834 109
1871 126
1890 983
Jahr Einwohnerzahl
1910 2765
1925 3072
1939 3124
1946 3657
Jahr Einwohnerzahl
1950 3563
1964 3937
19901 3544
20002 8061
2009 8224

1 Borsdorf mit Zweenfurth

2 Borsdorf mit Zweenfurth und Panitzsch

Politik

'Gemeinderatswahl 2009'
in Prozent
 %
50
40
30
20
10
0
44%
22%
17%
11%
6%
FW'94 Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzelb
FPW Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzelc
Anmerkungen:
b Freie Wählergemeinschaft 94 Borsdorf und Zeenfurth
c Freie Panitzscher Wählergemeinschaft
Rathaus Borsdorf

Der Gemeinderat der Gemeinde Borsdorf hat insgesamt 18 Mitglieder. Bei der letzten Wahl im Juni 2009 verteilten sie sich wie folgt auf die Parteien:

CDU Freie Wählergemeinschaft '94 Freie Panitzscher Wählergemeinschaft Die Linke SPD Gesamt
2009 8 4 3 2 1 18

[5]

Sehenswürdigkeiten

Kirche Zweenfurth

Gedenkstätte

Vor der alten Schule erinnert ein Denkmal an die Ärztin Margarete Blank, die nach 1933 den Widerstand gegen das NS-Regime unterstützte, ausländische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter mit Medikamenten versorgte und Nachrichten von "Feindsendern" weitergab. Sie wurde denunziert und 1945 in Dresden ermordet. Die Grundschule in Panitzsch trägt ihren Namen. Ihr ehemaliges Wohn- und Praxishaus in der Margarete-Blank-Straße wurde 1975 als Gedenkstätte eingerichtet und 1993 denkmalsgerecht saniert. Eine ständige Ausstellung informiert dort über ihr Leben, aber auch über die Situation in den ehemaligen KZ-Außenlagern und Zwangsarbeiterlagern. Ein Förderverein kümmert sich seit 1996 um die weitere Entwicklung der Gedenkstätte.

Verkehr

restaurierter Kilometerstein an der (alten) B 6 am östlichen Ortsausgang.
Noch 91 Kilometer bis Dresden

Durch Borsdorf verläuft die B 6 (hier ursprünglich: Via Regia), auf der Ost-West-Achse.

Die Gemeinde liegt im Gebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV); Borsdorf liegt mit seinen Ortsteilen Cunnersdorf, Panitzsch und Zweenfurth sowie den Städten Brandis und Taucha in der Tarifzone 168. Ein Anschluss an das Schienennetz besteht seit dem 12. November 1837. Der Bahnhof Borsdorf liegt an den Bahnstrecken Leipzig–Dresden sowie Borsdorf–Coswig; er ist heute ein Regionalbahnhof und Verkehrshalt folgender Linien:

Der alte Güterschuppen beherbergt heute des Tankstellenmuseum

Durch die LeoBus GmbH, einem Tochterunternehmen des LVB-Konzerns, ist Borsdorf mit den Linien 172, 173 und 175 angebunden. Die Linie 172 verkehrt nur montags bis freitags in der Hauptverkehrszeit (HVZ) mit einzelnen Fahrten, sie dient vorrangig dem Schülerverkehr zwischen Borsdorf und Leipzig-Engelsdorf. Die Linie 173 ist eine Hauptlinie und verbindet Borsdorf mit dem Ortsteil Panitzsch und der Stadt Taucha; sie ist montags bis freitags von 5 Uhr bis 19 Uhr im Einsatz. Die Linie 175 verbindet Borsdorf mit dem Leipziger Stadtteil Sommerfeld und der Stadt Taucha, über Panitzsch, Cunnersdorf, Sehlis und Taucha-Dewitz. Die Linie 175 verkehrt nur montags bis freitags in der HVZ. Die Linien 173 und 175 sind am Bahnhof Borsdorf auf die MRB11 und die RB110 ausgerichtet.

Durch die Personenverkehrsgesellschaft Muldental mbH (PVM) ist Borsdorf mit den Buslinien 684 und 691 erreichbar. Die Linie 684 verbindet Borsdorf mit Beucha und Brandis, ihre Einsatzzeit liegt analog der Buslinie 172. Die Linie 691 verkehrt nur montags bis samstags zwischen Leipzig und Wurzen mit einzelnen Fahrten; ihr Verlauf ist weitgehend parallel zur MRB11.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • August Bebel (1840–1913), sozialistischer Politiker und Mitbegründer der SPD, lebte von 1881 bis 1890 in Borsdorf. An ihn erinnert noch eine Gedenktafel an seinem Wohnhaus in der Leipziger Straße 1.
  • Wilhelm Liebknecht (1826–1900), gemeinsam mit August Bebel in Borsdorf
  • Margarete Blank, Ärztin, lebte und praktizierte von 1930 bis 1945 im heutigen Ortsteil Panitzsch

Literatur

Weblinks

 Commons: Borsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  4. vgl. Borsdorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  5. http://www.borsdorf-online.de/borsdorf/rathaus/gemeinderat.php4

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