Bory Tucholskie
Die Bory Tucholskie innerhalb der geomorphologischen Einteilung Polens
Tuecheler Heide in Westpreußen, Karte von 1896

Die Bory Tucholskie (deutsch Tucheler Heide, veraltet Tuchler oder Tuecheler Heide) ist eine große Heidelandschaft in der Nähe von Tuchola (Tuchel) nördlich von Bydgoszcz (Bromberg) in Polen.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Die Tucheler Heide entstand während der Weichseleiszeit als eine typische Sanderfläche. Schmelzwässer der unmittelbar nördlich gelegenen Pommerschen Eisrandlage schütteten große Mengen Sand in ihr Vorland. Die vorher existierenden Grundmoränenflächen wurden weitgehend verschüttet, ihre höchsten Teile ragen aber noch inselartig aus den Sandflächen hervor. Geprägt wird die Heide weiterhin von zahlreichen Seen, deren Anlage vor allem auf Schmelzwassererosion in Glazialen Rinnen, verbunden mit einer Plombierung der Becken durch Toteis, zurückgeht

Geschichte

In der Kaiserzeit befand sich dort, in der Provinz Westpreußen westlich von Graudenz, der Truppenübungsplatz Gruppe (auch Gruppa, polnisch Grupa), dessen Name durch dort gewonnene medizinische Erkenntnisse auch in der Fachliteratur Einzug hielt. Während des ersten Weltkrieges wurde der pazifistische Arzt Georg Friedrich Nicolai hierher strafversetzt. Laut den Bestimmungen des Vertrags von Versailles musste das Gebiet südwestlich von Danzig in Westpreußen im Jahre 1919 an Polen abgetreten werden, als Teil des sogenannten Polnischer Korridors.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde hier die Schlacht in der Tucheler Heide ausgetragen. Zwischen August 1944 und Januar 1945 wurden vom Gebiet des dort befindlichen SS-Truppenübungsplatzes Westpreußen unter der Leitung des Generals Walter Dornberger insgesamt 107 A4-Raketen zu Versuchszwecken und zur Ausbildung der Einheiten an der Raketenwaffe von diesem Platz in südlicher Richtung gestartet. Im Januar 1945 mussten die Deutschen das Areal, das auch den Namen „Heidekraut“ trug, räumen.

Siehe auch

Literatur

  • Erich Wernicke: Wanderungen durch die Tuchler Heide. Kafemann, Danzig 1913 (Digitalisat)

Weblink

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