Boryszewo

Boryszewo (deutscher Name Büssow, Kreis Schlawe in Pommern) ist ein Dorf in Hinterpommern. Es gehört heute zur Landgemeinde (Gmina) Darłowo (Rügenwalde) im Kreis Sławno (Schlawe) der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Boryszewo liegt auf einem flachen Höhenzug von 15 Metern über dem Meeresspiegel am westlichen Rand des Grabowa- (Grabow-)Tals. Eine Stichstraße, die von der Nebenstraße Bielkowo (Beelkow) - Przystawy (Pirbstow) - Malechowo (Malchow) abzweigt, führt direkt in das Bauerndorf. Bis nach Darłowo (Rügenwalde) sind es 15 Kilometer, bis zur Kreisstadt Sławno (Schlawe) 23 Kilometer. Die nächste Bahnstation Wiekowo (Alt Wieck) an der Bahnstrecke Stargard Szczeciński–Gdańsk liegt sechs Kilometer entfernt.

Nachbargemeinden von Boryszewo sind im Westen Gleźnowo (Steinort), im Norden Bukowo Morskie (See Buckow), im Osten Jeżyce (Altenhagen) und Jeżycki (Neuenhagen Abtei)) und die Grabowa (Grabow), im Süden Dobiesław (Abtshagen).

Ortsname

Im 13. Jahrhundert hieß das Dorf Borisowe, erst später Büssow, und heute Boryszewo. Die Zisterziensermönche, des Klosters Buckow, denen der Ort gehörte, kamen vom Kloster Dargun, das u.a. die Dörfer Siedenbüssow und Hohenbüssow bei Demmin besaß. Vielleicht haben die Siedler aus diesen Dörfern den Namen mitgebracht.

Der Ortsname "Büssow" kommt übrigens auch noch in den ehemaligen pommerschen Landkreisen Friedeberg/Neumark (der Ort heute heißt polnisch "Buszów"), Kolberg-Körlin (heute "Byszewo") und Regenwalde (heute "Byszewo") vor.

Geschichte

Im Jahre 1248 übereignet Herzog Swantopolk II. von Pomerellen das Dorf Borisowe an das Zisterzienserkloster Dargun in Mecklenburg, 1308 wird dieser Ort als Wüstung bezeichnet und neu besiedelt. Büssow wurde ein Abteidorf des Klosters Buckow und blieb es, bis es nach der Reformation in Pommern 1535 in das Rügenwalder Amt integriert wurde.

Im Jahre 1784 hat Büssow 1 Vorwerk, 4 Landkossäten, 6 Straßenkossäten und 1 Büdner. 1818 leben hier 190 Menschen. Die Zahl der Einwohner steigt 1871 auf 265, und 1939 beträgt ihre Zahl 242. Die Gemeinde war fast rein agrarisch strukturiert. Bis 1945 gehörte zur Gemeinde Büssow der Wohnplatz Karlskamp (heute polnisch: Kępka), etwa zwei Kilometer nordöstlich des Dorfes.

Am 6. März 1945 wurde Büssow von den russischen Truppen auf ihrem Vormarsch nach Rügenwalde besetzt. In Folge des Krieges kommt das Dorf unter polnische Verwaltung und erhielt seinen jetzigen Namen. Heute ist Boryszewo ein Ortsteil der Gmina Darłowo im Powiat Sławieński.

Amt Büssow

Das Dorf Büssow war bis 1945 Sitz des nach ihm benannten Amtsbezirks im Landkreis Schlawe i. Pom. Zugehörige Gemeinden waren außer Büssow Böbbelin (heute polnisch: Bobolin), Neuwasser (Dąbki), See Buckow (Bukowo Morskie), See Suckow (Żukowo Morskie) und Steinort (Gleźnowo).

Standesamt Büssow

Dem Standesamt Büssow, das seinen Sitz allerdings in See Buckow (Bukowo Morskie) hatte, waren die Gemeinden Böbbelin, Neuwasser, See Buckow und Steinort zugeordnet.

Kirche

Mit den Dörfern Böbbelin, Neuwasser, Steinort und der (später nach Petershagen ausgepfarrten) Filialgemeinde Pirbstow (Przystawy) war Büssow in das Kirchspiel See Buckow eingepfarrt. Es lag im Kirchenkreis Rügenwalde der Kirchenprovinz Pommern der evangelischen Kirche der Altpreußischen Union. Der letzte deutsche Geistliche war Waldemar Knieß.

Waren die Büssower Einwohner vor 1945 fast ausnahmslos evangelisch, so überwiegt heute in Boryszewo die katholische Konfession. Die wenigen evangelischen Gemeindeglieder werden vom Pfarramt Koszalin (Köslin) in der Diözese Pommern-Großpolen der polnischen Evangelisch-Augsburgischen (d.h. lutherischen) Kirche betreut.

Schule

Die bis 1945 betriebene einklassige Volksschule mit Lehrerwohnung war im 19. Jahrhundert als Fachwerkbau errichtet worden. Letzter deutscher Lehrer war Johannes Köhler.

Literatur

  • Der Kreis Schlawe. Ein pommersches Heimatbuch, hrsg. von Manfred Vollack, 2 Bände, Husum 1989

Weblink

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