Bosque de Chapultepec
Lago Chapultepec
Blick vom Schloss auf das Monumento a los Niños Heroes (vorne) und den Paseo de la Reforma (hinten)
Eingang des Anthropologischen Museums
Im Zoo von Chapultepec
Modell der Pyramide von Chichén Itzá in México Mágico
Weg auf dem Panteón Civil de Dolores

Chapultepec (Chapoltepēc, Heuschreckenhügel in der Nahuatl-Sprache) ist ein großer Hügel, der sich wenige Kilometer südwestlich des Zentrums von Mexiko-Stadt befindet.

Der Bosque de Chapultepec (Wald von Chapultepec) ist mit einer Fläche von etwa 4 qkm die größte Grünanlage in Mexiko-Stadt und ein beliebtes Ausflugsziel der Hauptstädter. Während das Naherholungsgebiet im Spanischen als Wald bezeichnet wird, wird es in deutschen und englischen Reiseführern regelmäßig als Park ausgewiesen. Der Wald bzw. Park von Chapultepec ist in drei Sektoren untergliedert.

Inhaltsverzeichnis

Die Sektoren des Bosque de Chapultepec

Sektor 1

Der erste und wichtigste Sektor nimmt den Norden sowie den Osten des Parks ein und wird im nördlichen Bereich vom Paseo de la Reforma durchlaufen. Nördlich dieser Straße befinden sich das Anthropologische Museum sowie das Museum Rufino Tamayo. Südlich der Reforma finden sich – von West nach Ost – folgende wichtige Objekte in unmittelbarer Nähe zur Straße:

  • das militärische Exerziergelände Campo Marte;
  • das Auditorio Nacional, die Nationale Konzerthalle mit einer Kapazität für 15.000 Besucher;
  • der Botanische Garten;
  • der Zoologische Garten von Chapultepec; es ist der älteste Zoo Amerikas und er wurde angeblich bereits von König Nezahualcóyotl (1402–1472) angelegt, bevor die ersten Spanier in Mexiko eintrafen;
  • der Lago Chapultepec mit Casa del Lago; ein Weiher, den man mit geliehenen Booten befahren kann und die am Westufer des Weihers gelegene Villa, die mittlerweile zur Universität von Mexiko-Stadt gehört und für Kurse und kulturelle Veranstaltungen genutzt wird;
  • das 1964 eröffnete Museum für Moderne Kunst, das vorwiegend Werke mexikanischer Künstler des 19. und vor allem des 20. Jahrhunderts beherbergt.

Südlich hiervon befindet sich auf einer Anhöhe das Schloss Chapultepec, mit dessen Bau 1785 begonnen wurde. In seiner Anfangszeit diente es den Vizekönigen von Neuspanien, wie die von Spanien eingesetzten Herrscher Mexikos seinerzeit hießen, als Residenz. 1843 wurde das Schloss in eine Militärakademie umgewandelt. 1847, in der Schlacht von Chapultepec während des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges, verteidigten sechs junge Kadetten ihre Akademie bis in den Tod gegen angreifende US-amerikanische Truppen. Ihnen ist das unterhalb des Schlosses stehende Monumento a los Niños Heroes gewidmet, das sich hinter dem Haupteingang des Parks befindet. Mit dem Eintreffen von Kaiser Maximilian im Jahre 1864 wurde das Schloss renoviert und zu seiner Residenz gemacht. Nach seiner Hinrichtung 1867 diente das Schloss bis 1940 als Residenz der mexikanischen Präsidenten. Seither dient es als Sitz des Nationalen Museums für Geschichte. Neuer Amtssitz der Präsidenten wurde der an der Calzada Molino del Rey gelegene Palast Los Pinos, der sich ebenfalls in Sektor 1 des Bosque de Chapultepec befindet.

Sektor 2

Der zweite Sektor, der zusammen mit Sektor 1 eine große Einheit bildet, befindet sich westlich des Boulevard Presidente Adolfo López Mateos. Die wichtigsten Bauwerke in diesem Abschnitt sind das Kindermuseum Papalote Museo del Niño und das Gelände México Mágico, auf dem Modelle der bedeutendsten mexikanischen Bauwerke zu besichtigen sind.

Sektor 3

Der dritte Sektor befindet sich abseits des eigentlichen Parks, der aus den Sektoren 1 und 2 gebildet wird. Er befindet sich fast 2 km südwestlich und wird durch den dazwischen liegenden Friedhof Civil de Dolores vom Hauptpark getrennt. Seine Hauptattraktion ist der Wasserpark Atlantis, in dem unter anderem Delfine und Seelöwen zu bewundern sind.

Geschichte von Chapultepec

Der Hügel, auf dem sich heute das Schloss befindet, war eine ehemalige Hochburg der Tolteken, deren letzter Herrscher Huémac sich hier 1177 nach seiner Flucht aus Tula erhängt haben soll. 1299 siedelten erstmals Azteken auf dem Hügel an, wurden jedoch bereits 20 Jahre später von Nachbarstämmen vertrieben.[1] Nach einiger Zeit eroberten die Azteken das verlorene Terrain zurück und legten auf dem Hügel eine Festung für ihren Herrscher Moctezuma I. (1390–1469) an, bevor die Stätte zu einer Sommerresidenz für adlige Azteken umgestaltet wurde.[2] Die Parkanlage selbst geht wahrscheinlich auf den Aztekenherrscher Nezahualcóyotl zurück, der den Auftrag hierzu während der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts gegeben haben soll. Im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg war der Hügel Schauplatz der Schlacht von Chapultepec

Anschluss an das öffentliche Verkehrsnetz

Vom Stadtzentrum der Metropole erreicht man den Bosque de Chapultepec zu Fuß, mit dem Auto oder Bus am einfachsten über den Paseo de la Reforma.

Drei Metro-Stationen umgeben den wenige Kilometer südwestlich des Stadtzentrums gelegenen Park: im nördlichen Bereich befindet sich die am Paseo de la Reforma zwischen Auditorium und Zoo gelegene Station Auditorio, am südlichen Rand die an der Avenida Constituyentes gelegene Station Constituyentes. Beide Stationen werden von der Linie 7 bedient, welche die westlichste Nord-Süd-Verbindung der Metro von Mexiko-Stadt ist. Sie verkehrt zwischen El Rosario im Norden und Barranca del Muerto im Süden. Die beiden Stationen am Bosque de Chapultepec sind ferner durch die Calzada Molino del Rey verbunden; eine Straße, die durch den Park verläuft und zu einem großen Teil dessen erste und zweite Sektion voneinander trennt.

Unweit des Haupteingangs zum Bosque de Chapultepec am Paseo de la Reforma befindet sich am östlichen Parkrand die Station Chapultepec, die auf der Strecke der Linie 1 liegt. Diese ist die wichtigste unterirdische Ost-West-Verbindung der mexikanischen Hauptstadt und sie verläuft zwischen den Endstationen Observatorio im Westen und Pantitlán im Osten.

Einzelnachweise

  1. Baedekers Allianz Reiseführer (Stuttgart 1986), S. 186 ISBN 3-87504-079-1
  2. John Noble: Mexico City (Lonely Planet Publications, 2000), S. 122 ISBN 1 86450 087 5

19.704911111111-99.3128138888897Koordinaten: 19° 42′ 17,7″ N, 99° 18′ 46,1″ W


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