Botschaft der Arabischen Republik Ägypten in Berlin
Botschaft der Arabischen Republik Ägypten

Die Botschaft der Arabischen Republik Ägypten in Berlin ist die offizielle diplomatische Vertretung der Arabischen Republik Ägypten in Deutschland. Sie befindet sich in der Stauffenbergstraße 6–7 im Berliner Ortsteil Tiergarten. Der derzeitige Botschafter ist Mohamed Al-Orabi.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung der diplomatischen Beziehungen

Die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und dem Arabischen Königreich Ägypten reichen bis in das Jahr 1925 zurück. Die ersten ägyptischen Gesandten zogen in das Haus in der Delbrückstraße 8 ein, 1929 erfolgte ein Umzug in die Tiergartenstraße 18b. Dieses Gebäude wurde in den 1940er Jahren gemeinsam mit dem Grundstück an der Stauffenbergstraße gekauft, an dem die heutige Botschaft steht. Im Zweiten Weltkrieg sowie in den nachfolgenden Jahrzehnten wurden die diplomatischen Beziehungen zwischen Ägypten und Deutschland teilweise unterbrochen und nur durch ein Präsenzbüro gewährleistet.

1952 bezog die Deutsche Botschaft das Isis Building im Stadtteil Garden City in Kairo und 1955 wechselte sie nach Dokki in die Sharia Boulos Hanna. Zum Ende der 1970er Jahre kaufte die Bundesrepublik ein fast 6.000 m2 großes Grundstück auf der Insel Zamalek im Nil, auf dem die neue Botschaft gebaut und 1982 bezogen wurde. Die ehemalige Sharia Hassan Sabri im Stadtteil Zamalek wurde im Herbst 2003 in Sharia Berlin umbenannt.[1]

Ehemalige deutsche Residenz des ägyptischen Botschafters in Bonn

Erst 1972 wurden die Beziehungen erneut aufgenommen. Die Botschaft befand sich zu diesem Zeitpunkt in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn, während die Beziehungen mit der Deutschen Demokratischen Republik seit 1982 von der Waldstraße 15 in Berlin-Pankow geführt wurden.

Nach der deutschen Wiedervereinigung und dem Beschluss des Deutschen Bundestages von 1991, den Kernbereich der Bundesregierung nach Berlin zu verlegen, zog auch die ägyptische Botschaft 1999 in die Bundeshauptstadt. Sie nutzte dabei ihr Grundstück in der Stauffenbergstraße und verkaufte das Gelände an der Tiergartenstraße, um den Bau eines neuen Botschaftsgebäudes zu finanzieren. Die Militärabteilung der Botschaft befindet sich weiterhin in Bonn, da das Bundesministerium der Verteidigung im Rahmen des Berlin/Bonn-Gesetzes seinen ersten Dienstsitz in der ehemaligen Bundeshauptstadt hat.

Die Beziehungen zwischen Ägypten und Deutschland sind heute durch eine intensive Zusammenarbeit gekennzeichnet. Dies liegt neben allgemeineren politischen Interessen vor allem an der gegenseitigen Handelsposition; so ist Deutschland für Ägypten nach den USA der zweitwichtigste Handelspartner, während Ägypten nach Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten der drittgrößte Handelspartner im arabischen Raum für Deutschland ist. Zudem gehört Ägypten zu den Ländern, in denen Deutschland eine intensive Entwicklungszusammenarbeit leistet.[2][3]

Architektur

Für den Neubau der Botschaft in Berlin wurde 1998 ein Wettbewerb in Ägypten ausgerufen, den Samir Rabie aus Kairo für sich entscheiden konnte. Seine Entwürfe wurden von 1999 bis 2001 von dem Büro Kendel Architekten in Berlin ausgeführt. Die Baukosten beliefen sich nach Angaben des Architekten auf 23 Millionen Euro.[4]

Das Gebäude besteht aus drei unterschiedlich hohen Kuben, die nach außen hin durch eine Verkleidung aus poliertem roten Granit zusammengefügt wurden und eine Einheit bilden. Durch vertikale Fensterbänder wird der Bau gegliedert. Der Haupteingang liegt an der Frontseite des Gebäudes an der Stauffenbergstraße und ist durch eine farbige Verglasung über drei Stockwerke gekennzeichnet. Beidseitig des Eingangs befinden sich schmale Fensterstreifen, die vertikal fast die gesamte Höhe des Gebäudes einnehmen.

Der Hauptteil der Fassade ist fensterlos und durch ein in die polierte Steinfläche eingefrästes Relief gestaltet. Dabei handelt es sich um eine durch Wellenlinien im unteren Bereich symbolisierte Darstellung des Nil, aus dem sich Lotuspflanzen als Symbolpflanzen Oberägyptens und Papyrusgras als Symbol für Unterägypten erheben. Zwischen den Papyrusdarstellungen befinden sich Reliefs von auf Säulen getragenen Schalen, in denen sich geflügelte Wesen befinden. Diese sind dem altägyptischen Gott Horus nachempfunden, der in Reliefs als Falke dargestellt wurde. Über dem Gesamtbild befindet sich ein Balken mit Hieroglyphen, der den Himmel darstellen soll.

Buddy Bear

Buddy Bär vor der Ägyptischen Botschaft in Berlin

Vor der Ägyptischen Botschaft steht ein Buddy Bär, mit dem auch diese Botschaft die völkerverbindende Idee, deren Erlöse an Kinderhilfswerke gespendet werden, unterstützt. Der Bär wurde im Rahmen der ersten United Buddy Baers im Jahr 2002 von der Botschaft gesponsert und von der Künstlerin Johanna Koch gestaltet[5]. Nach dieser ersten Präsentation der Buddy Bears am Pariser Platz wurde der Bär vor der ägyptischen Botschaft aufgestellt.

Nach der Beschreibung der Künstlerin orientierte sie sich dabei an Götterdarstellungen aus dem alten Ägypten und versuchte, den Bären einer Gottheit anzupassen. Dabei gestaltete sie den Kopf nach dem Vorbild der Totenmaske des Tutanchamun. Füße und Hände wurden in Gold als Säulenelemente gestaltet. Über den Füßen wird die Statue von heiligen Stieren gesäumt, darüber befinden sich ägyptische Tänzerinnen auf den Schenkeln des Bären. Die Arme werden dagegen durch Anch-Symbolen umrundet. Das zentrale Motiv auf dem Bauch des Bären stellt die Himmelsgöttin Nut dar, die kniend abgebildet ist[6].

Belege

Einzelnachweise

  1. Homepage der Deutschen Botschaft in Kairo: Kanzlei und Residenz
  2. Aus: Katharina Fleischmann: Botschaften mit Botschaften. Dissertation am Fachbereich Geowissenschaften der Freien Universität Berlin, Juni 2005. Anhang 3 (Volltext) nach Angaben des Auswärtigen Amtes
  3. Auswärtiges Amt:Beziehungen zwischen Ägypten und Deutschland
  4. Homepage von Kendel Architekten, Rubrik Projekte
  5. United Buddy Bears
  6. Beschreibung und Interpretation der Künstlerin

Literatur

  • Kerstin Englert, Jürgen Tietz (Hrsg.): Botschaften in Berlin. 2. Auflage; Gebr. Mann Verlag, Berlin 2004; Seiten 188–189, ISBN 3-7861-2494-9

Weblinks

52.50868587777813.3633232111117Koordinaten: 52° 30′ 31″ N, 13° 21′ 48″ O


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