Boudleaux Bryant

Felice Bryant (eigentlich Matilda Genevieve Scaduto; * 7. August 1925 in Milwaukee, Wisconsin; † 22. April 2003) und Boudleaux Bryant (eigentlich Diadorius Boudleaux Bryant; * 13. Februar 1920 in Shellman, Georgia; † 26. Juni 1987) waren ein US-amerikanisches Ehepaar, das gemeinsam als Songwriter, vor allem in der Country- und Rock and Roll-Musik Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre bekannt wurde. Zu ihren bekanntesten Liedern gehören die frühen Hits der Everly Brothers, darunter die Nummer-eins-Hits „Wake Up Little Susie“ (1957) und „All I Have to Do Is Dream“ (1958).

Boudleaux Bryant hatte eine Ausbildung als klassischer Violinist. In der Saison 1937/38 spielte er beim Atlanta Philharmonic Orchestra. Da er sich mehr für die Country-Musik interessierte, schloss er sich einer Westernmusik-Band an. 1945 traf er Matilda Scaduto, als er in ihrer Heimatstadt auftrat. Wenig später heirateten beide; Boudleaux gab ihr den Namen Felice.

Felice schrieb in ihrer Freizeit Lieder, konnte jedoch keinen ihrer Songs verkaufen, bis 1948 Little Jimmy Dickens „Country Boy“ aufnahm. Das Lied kam bis auf Platz 7 der Country-Charts, und es öffnete Felice und Boudleaux die Tür zum Musikverlag Acuff-Rose in Nashville, Tennessee. 1950 zogen die Bryants nach Nashville, um sich ganz dem Schreiben von Songs zu widmen.

Sie schrieben weitere Lieder für Little Jimmy Dickens sowie für den Countrysänger Carl Smith; gleichzeitig veröffentlichten sie vier Singles unter ihrem eigenen Namen, mit bescheidenem Erfolg. 1957/1958 wurden die Bryants schlagartig bekannt, sowohl in der Countryszene als auch in der Popmusik, als sie - beginnend mit „Bye Bye Love“ – eine Reihe von erfolgreichen Liedern für die Everly Brothers schrieben. Es folgten erfolgreiche Titel für Roy Orbison, Buddy Holly und andere. Hitparadenerfolge mit Liedern der Bryants feierten im Laufe der nächsten Jahrzehnte so unterschiedliche Künstler wie Tony Bennett, Sonny James, Eddy Arnold, Charley Pride, Nazareth, Jim Reeves, Leo Sayer, Simon & Garfunkel, Sarah Vaughan, Grateful Dead, Elvis Costello, Count Basie, Dean Martin oder Ray Charles.

Die Bryants ließen sich nicht weit von Nashville am Old Hickory Lake in Hendersonville (Tennessee) nieder, ganz in der Nähe ihrer Freunde Roy Orbison und Johnny Cash. 1978 zogen sie um nach Gatlinburg, wo sie den Rocky Top Village Inn in den Great Smoky Mountains erwarben. 1979 veröffentlichten sie ein eigenes Album, „A Touch of Bryant“.

„Rocky Top“, eines von mehr als 1.500 Liedern, die sie bei der ASCAP registriert haben, wurde 1982 offiziell zu einer der Staatshymnen des Staates Tennessee ernannt. Es dient auch als inoffizieller Kampfsong der Sportmannschaften der University of Tennessee.

Im Lauf ihrer Karriere erhielten Felice und Boudleaux Bryant insgesamt 59 Auszeichnungen der BMI auf den Feldern der Country-, Pop- und R&B-Musik. 1972 wurden sie in die Nashville Songwriters Hall of Fame aufgenommen, 1986 auch in die Songwriters Hall of Fame, 1991 in die Country Music Hall of Fame und die Rockabilly Hall of Fame.

Boudleaux Bryant starb 1987. Felice Bryant schrieb nach seinem Tod weitere Lieder. 1991 ehrte die Nashville Arts Foundation sie mit der Auszeichnung Living Legend Award („Lebende Legende“). Felice starb 2003. Das Ehepaar ist in einem gemeinsamen Grab auf dem Woodlawn Memorial Park-Friedhof in Nashville beerdigt.

Hitsongs (Auswahl)

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