Boulogne-sur-Mer
Boulogne-sur-Mer
Wappen von Boulogne-sur-Mer
Boulogne-sur-Mer (Frankreich)
Boulogne-sur-Mer
Region Nord-Pas-de-Calais
Département Pas-de-Calais
Arrondissement Boulogne-sur-Mer
Kanton Hauptort von 3 Kantonen
Gemeindeverband Communauté d’agglomération du Boulonnais.
Koordinaten 50° 44′ N, 1° 37′ O50.7255555555561.613888888888956Koordinaten: 50° 44′ N, 1° 37′ O
Höhe 56 m (0–110 m)
Fläche 8,42 km²
Einwohner 43.757 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 5.197 Einw./km²
Postleitzahl 62200
INSEE-Code
Website www.ville-boulogne-sur-mer.fr

Basilika Notre Dame

Boulogne-sur-Mer (ndl. Bonen oder Beunen) ist eine französische Gemeinde mit 43.757 Einwohnern (Stand 1. Januar 2008) im Département Pas-de-Calais (62) in der Region Nord-Pas-de-Calais. Sie ist Unterpräfektur des gleichnamigen Arrondissement.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Klimadiagramm von Boulogne-sur-Mer

Die nordfranzösische Hafenstadt mit etwa 45.000 Einwohnern liegt an der Côte d’Opale, und zwar an jener Stelle, an der der Küstenfluss Liane in den Ärmelkanal mündet.

Klima

Begünstigt durch die See und den Golfstrom fallen die Winter mild aus. Die Sommermonate sind trocken.

Geschichte

Der keltische Name des Hafens war Gesoriacum; die Römer nannten ihn Portus Itius oder Portus Britannicus. Die neu von den Römern gegründete höher gelegene Stadt wurde Bononia getauft, in Erinnerung an Bologna. Aufgrund der strategischen Bedeutung des Hafens für die Eroberung Großbritanniens ließ Caligula im Jahr 39 n. C. nach dem Modell von Pharos in Ägypten einen Leuchtturm in Boulogne-sur-Mer errichten. Dieser wurde unter Karl dem Großen 911 weiter verbessert, stürzte aber aufgrund eines Erdrutsches 1644 ein. Bis 1930 konnte man noch die Ruinen des Leuchtturms sehen.

Ab dem 4. Jahrhundert war die gesamte Stadt im Römischen Reich allein als Bononia bekannt. Sie diente als Haupthafen für die Classis Britannica, und als Verbindung zwischen Britannien und dem Festland. Die Kaiser Julius Caesar und Claudius nutzten die Stadt als Basis für die römische Invasion Britanniens.

Im Mittelalter war Boulogne das Zentrum der gleichnamigen Grafschaft. Ein Mitglied der Grafenfamilie von Boulogne, Balduin von Boulogne (Baudouin de Boulogne), Bruder von Gottfried von Bouillon (Godefroy de Bouillon), wurde zur Zeit der Kreuzzüge unter dem Namen Balduin I. der erste König des Königreiches Jerusalem. Wirkliche Bedeutung errang Boulogne-sur-Mer, nachdem Balduin II., Graf von Flandern, 918 eine Burg errichten ließ, die von Nachfahren im 13. Jahrhundert zum Schloss ausgebaut wurde, in dem sich heute ein historisches Museum befindet. Aus der Zeit Balduins II. stammt auch der flämische Name Boonen.

Die Marien-Pilgerfahrt in Boulogne-sur-Mer war so erfolgreich, dass der französische König Philipp V den Bau einer ähnlichen Kirche in der Nähe von Paris in Menus-lès-Saint-Cloud anordnete, um den Weg für die Einwohner von Paris zu verkürzen. 1330 war die Kirche vollendet und die Stadt wurde Boulogne-la-Petite genannt, heute Boulogne-Billancourt.

1567 bis 1801 war Boulogne Sitz des Bischofs von Boulogne.

Am 17. August 1850 starb der südamerikanische Freiheitskämpfer José de San Martín in Boulogne-sur-Mer. Aus diesem Grund wurde ein Dorf ca. 15 km nördlich von Buenos Aires (heute in der Großstadt aufgegangen) und eine Straße in Buenos Aires nach der französischen Stadt genannt.

Im Jahr 1905 wurde in der Stadt der erste Welt-Esperanto-Kongress abgehalten. Zum hundertjährigen Jubiläum dieses Ereignisses fand 2005 die Boulogne2005 erneut in Boulogne-sur-Mer statt.

Sehenswürdigkeiten

Boulogne-sur-Mer ist der größte Fischereihafen Frankreichs. Am Strand kann man ein eindrucksvolles Meeresaquarium besuchen, das Nausicaä. Nördlich der Stadt erinnert die 1841 errichtete Säule Colonne de la Grande Armée an die 1803-1805 von Napoléon I. geplante Invasion Englands. Dort wurde zum ersten Mal der Orden der Ehrenlegion verliehen.

Söhne und Töchter der Stadt

Städtepartnerschaften

Weblinks

 Commons: Boulogne-sur-Mer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Nausicaä Centre National de la Mer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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