Bowdoin College
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Hubbard Hall

Bowdoin College ist eine sehr renommierte hochselektive amerikanische Universität, ein College of Liberal Arts and Science, in Brunswick (Maine), USA, mit zur Zeit etwa 1.600 Studenten. Gegründet wurde es 1794. Es ist eine private Universität und eine der ältesten Universitäten der USA. [1] Es gilt als eines der "Little Ivies" (also zu einer der kleinen Ivy League Universitäten).


Bowdoin wird bei amerikanischen Rankings stets zu den besten Colleges der USA gezählt; es schneidet beispielsweise im U.S. News and World Report stets unter den top ten liberal arts colleges der USA ab.[2] In den Jahren 2009 und 2010 belegte Bowdoin beispielsweise im U.S. News and World Report liberal arts colleges Ranking jeweils den sechsten Platz.[3] Bowdoin ist eines der selektivsten Colleges der USA und hat beispielsweise für den Jahrgang 2015 nur 15% der Bewerber angenommen.[4] Der U.S. News and World Report stuft Bowdoin College in die Kategorie "most selective" ein, also in die Kategorie der Universitäten, welche am stärksten selektieren. 89% der Bowdoin Studenten gehörten zu den top 10% ihrer High School Jahrgangs.[5] Laut dem Princeton Review lag der High School Notendurchschnitt der Bowdoin Studenten im Durchschnitt bei der amerikanischen Note 3,8, was im deutschen Notensystem der Note 1,2 entspricht.

Newsweek beschrieb Bowdoin 2006 als ein "New Ivy," also als eines von mehreren Elite Colleges und Universitäten, die nicht zur Ivy League gehören.[6] Bowdoin ist eines der traditionell angesehenen Colleges in Neuengland; zugleich ist es bekannt als Vorreiter bei Reformen des amerikanischen Unterrichtswesens. 1970 wurden SAT-Testergebnisse als Zulassungskriterium abgeschafft. Koedukation wurde ein Jahr später eingeführt und später auch für die vom College subventionierten Verbindungen verpflichtend gemacht. Vor einigen Jahren wurde das System der Fraternities und Sororities grundlegend reformiert, und neue Studenten werden nun einer Verbindung automatisch zugeordnet.

Am Bowdoin College kann man folgende Fächer studieren: Afrikanistik, Anthropologie, Asienwissenschaften, Biochemie, Biologie, Chemie, Englisch, Finanzwissenschaft, Film, Französisch, Gender Studies, Geologie, Germanistik, Geschichte, Informatik, Klassik, Kunst, Kunstgeschichte, Latein Amerikanistik, Mathematik, Musik, Neurowissenschaft, Pädagogik, Philosophie, Physik und Astronomie, Politikwissenschaften, Psychologie, Religionswissenschaft, Russisch, Soziologie, Spanisch, Tanz und Theaterwissenschaft, Umweltwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften.

Berühmte Absolventen von Bowdoin College sind die Schriftsteller Nathaniel Hawthorne und Henry Wadsworth Longfellow, Joshua Lawrence Chamberlain, der sich im amerikanischen Bürgerkrieg verdient gemacht hat, der amerikanische Präsident Franklin Pierce, der Polarforscher Robert Edwin Peary, der Sexualforscher Alfred Kinsey, der Mitgründer der Subway Kette Peter Buck, der amerikanische UN Botschafter Thomas R. Pickering, der Senator George Mitchell, der Senator and amerikanische Verteidigungsminister William Cohen , der American Express CEO Kenneth Chenault, der stellvertretende Außenminister und amerikanische Botschafter im Irak Christopher R. Hill, der Autor and Aktivist Geoffrey Canada, der Autor Douglas Kennedy und die ABC News Nachrichtensprecherin Cynthia McFadden. Harriet Beecher Stowe schrieb in Brunswick ihren Roman Onkel Toms Hütte, während ihr Ehemann am College lehrte.

Bowdoin College Campus im Winter

Geschichte

Bowdoin College Campus

Bowdoin College wurde 1794 von Samuel Adams, dem damaligen Gouverneur von Massachusetts (Maine gehörte damals zu Massachusetts) gegründet. Bowdoin College wurde nach dem ehemaligen Gouverneur von Massachusetts James Bowdoin benannt. Zum Zeitpunkt seiner Gründung war Bowdoin das östlichste College der USA. Im Jahre 1806 entschieden sich 13 Harvard Absolventen für einen Bowdoinabschluss zusätzlich zu ihrem Harvardabschluss.[7]

Bowdoin wurde im Jahre 1820 von Harvard unabhängig. Während dieser Zeit wurde Maine als Resultat des Missouri Compromise ein unabhängiger Bundesstaat. Einige berühmte Alumni dieser Zeit sind der spätere amerikanische Präsident Franklin Pierce (Abschlussjahrgang 1824) und die Schriftsteller Nathaniel Hawthorne und Henry Wadsworth Longfellow - beide machten ihren Abschluss Phi Beta Kappa im Jahre 1825.

Bowdoin College Campus

Bowdoin hat viele Verbindungen zum amerikanischen Bürgerkrieg. Harriet Beecher Stowe, "the little lady who started this big war," schrieb ihren Roman Onkel Toms Hütte in Bowdoin's Appleton Hall während ihr Mann am College unterrichtete, und General Joshua Chamberlain, ein Bowdoin Alumnus und Professor, war verantwortlich dafür, dass die Army of Northern Virginia sich am Appomattox Court House im Jahre 1865 ergab. Chamberlain, der später Gouverneur von Maine und Präsident von Bowdoin wurde, machte sich in der Schlacht von Gettysburg verdient, wo er die 20ste Maine Division bei ihrer Verteidigung des Little Round Top anführte.

Auch wenn Bowdoins medizinische Fakultät im Jahre 1920 geschlossen wurde, hat Bowdoin weiterhin sehr renommierte naturwissenschaftliche Abteilungen. Bowdoins wohl berühmtester Alumnus, der sich in den Naturwissenschaften ausgezeichnet hat, ist der Sexologe Alfred Kinsey (Jahrgang 1916). Besonders herauszuheben für den Bereich der Naturwissenschaften sind ebenfalls die Alumni Admiral Robert E. Peary (Jahrgang 1877) und Donald B. MacMillan (Jahrgang 1898). Peary absolvierte die erste erfolgreiche Nordpolexpedition im Jahre 1908 und MacMillan, ein Mitglied von Pearys Mannschaft, erforschte Grönland, Baffin Island and Labrador in dem Schoner Bowdoin zwischen 1908 und 1954 (Bowdoin's Peary-MacMillan Arctic Museum [8]).

In den letzten Jahrzehnten wurde Bowdoin College drastisch modernisiert. Im Jahre 1970 machte es zusammen mit einigen wenigen hochselektiven Colleges die Teilnahme an den SAT (Test)s als Bewerbungsvoraussetzung optional. Im Jahre 1971, fast 180 Jahre nach seiner Gründung als ein kleines männliches Elitecollege, nahm Bowdoin den ersten weiblichen Jahrgang auf. Bowdoin schaffte ebenfalls in den späten 1990er Jahren die fraternities ab und ersetzte diese durch ein System von so genannten social houses.

Am 18.Januar 2008 wurde am Bowdoin College entschieden sämtliche Studienkredite als Teil der financial aid abzuschaffen und durch Stipendien zu ersetzen. Somit schließt sich Bowdoin einer kleinen Gruppe von amerikanischen Universitäten an (Harvard University, Yale University und Princeton University), die sich für eine so genannte "no-loans" policy entschieden haben.

Bowdoin College Kunstmuseum

Weblinks

 Commons: Bowdoin College – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. United States' oldest colleges (25) Die ältesten 25 Universitäten der USA
  2. US News and World Report rankings for liberal arts colleges.
  3. Liberal Arts College Rankings. America's Best Colleges 2009. U.S. News & World Report. Abgerufen am 24. Februar 2010
  4. http://orient.bowdoin.edu/orient/article.php?date=2011-04-01&section=1&id=2
  5. Bowdoin College Statistics. College Prowler. Abgerufen am 24. März 2011.
  6. Newsweek Web Exclusive: 25 New Ivies -- The nation's elite colleges these days include more than Harvard, Yale and Princeton. Why? It's the tough competition for all the top students. That means a range of schools are getting fresh bragging rights., Newsweek. 21. August 2006. Abgerufen am 1. Februar 2010. 
  7. Bowdoin Traditions and History
  8. Website of the Peary-MacMillan Arctic Museum
43.90875-69.96231

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