Boy Lornsen

Boy Lornsen (* 7. August 1922 in Keitum auf Sylt; † 26. Juli 1995 ebenda) war ein deutscher Bildhauer und Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schrieb sich der ehemalige Flieger und Funker Lornsen an der Landeskunstschule Hannover für das Fach Plastik ein und absolvierte darin eine Ausbildung zum Steinmetz- und Steinbildhauermeister. In diesem Beruf war er, u. a. in seiner Werkstatt in der Wurtleutetweute in Brunsbüttel, bis in die 1960er Jahre tätig.

1967 veröffentlichte er sein erstes Kinderbuch über einen erfinderischen kleinen Jungen, der einem Roboter bei dessen Schulaufgaben hilft. Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt wurde ein großer Erfolg und gelangte 1968 auf die Auswahlliste des Deutschen Jugendbuchpreises. Das Buch wurde 1972 aufwändig für die ARD verfilmt, indem man Marionetten zum einen in realen Umgebungen, großen Kulissen oder per Bluescreen-Technik in Modelllandschaften projizierte. Seither war Lornsen als freier Schriftsteller tätig. Er verfasste vornehmlich für ein jüngeres Publikum Gedichte, Kinder-, Jugend- und Bilderbücher sowie Romane. Dabei bemühte er sich auch, jungen Lesern mit historischen Jugendromanen Ereignisse und Personen der Geschichte wie etwa den Piraten Klaus Störtebeker ohne falsches Pathos oder Glorifizierungen nahe zu bringen.

Lornsens Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt (u. a. ins Griechische, Japanische und Norwegische) und hatten auch im Ausland großen Erfolg. So erhielt der mehrfach preisgekrönte Autor 1976 den Preis der Japanischen Schulbibliothekare. Daneben arbeitete er auch als Autor für Funk und Fernsehen (u. a. für die Sesamstraße).

Seit 1981 war Lornsen Mitglied des deutschen P.E.N.. Er starb am 26. Juli 1995 in seinem Heimatort Keitum auf der Nordseeinsel Sylt.

Sein Sohn Dirk Lornsen ist ebenfalls Kinder- und Jugendbuchautor.

Auszeichnungen und Ehrungen

  • 1972 Friedrich-Bödecker-Preis für das Gesamtwerk
  • 1976 Preis der Japanischen Schulbibliothekare
  • 1987 Silberne Akademieze Hofgeismar
  • mehrere Schulen wurden nach ihm benannt:
    • seit 2002 hieß die Grundschule in seinem Heimatort Keitum Boy-Lornsen-Grundschule
    • mit ihrer Schließung im Jahr 2008 ging der Name auf die Grundschule in Tinnum über
    • 2004 wurde die Grundschule Nord in Brunsbüttel zur Boy-Lornsen-Grundschule umbenannt
    • die Grundschule der Gemeinde Schaalby in Schleswig-Holstein heißt nach ihm Boy-Lornsen-Grundschule.

Werke

Bücher

  • Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt (1967)
  • Jakobus Nimmersatt (1968)
  • Abakus an mini-Max (1970)
  • Barrnabas und seine Welt (1972)
  • Feuer im Nacken (1974)
  • Der Brandstifter von Tarafal (1974)
  • Dies und das kann Fridolin (1978)
  • Gottes Freund und aller Welt Feind (1980)
  • Auf Kaperfahrt mit der Friedlichen Jenny (1982)
  • Hieronymus Bosch (1983)
  • Williwitt und Fischermann (1983)
  • Williwitt und der große Sturm (1983)
  • Williwitt und Vogelmeier (1984)
  • Ferien im Storchendorf (1984)
  • Sinfunikonzert - 13 plattdeutsche Gedichte (1984)
  • Der Tintenfisch Paul Oktopus. Gedichte für neugierige Kinder (1965) Neuauflage Köln 2009: Boje Verlag. ISBN 978-3-414-82148-5
  • Tim Träumer (1985)
  • Wasser, Wind und Williwitt (1985)
  • Nis Puk in der Luk (1985)
  • Traugott und Das Wildschwein (1985)
  • Der Hase mit dem halben Ohr (1986)
  • Tante Jeske (1986)
  • Seenotrettungskreuzer Adolph Bermpohl (1987)
  • Nis Puk - Mit der Schule stimmt was nicht (1988)
  • Sie wohnen hinter dem Deich (1989)
  • Schiffe: vom Einbaum zum Ozeanriesen (1989)
  • Die Möwe und der Gartenzwerg oder... (1989)
  • Sien Schöpfung un wat achterno keem (1991) (als Hörbuch [Audio-CD] 2002 im Quickborn-Verlag)
  • Nis Puk und die Wintermacher (1993)
  • Das Wrack vor der Küste (1993)
  • Jesus von Nazareth. Een Stremel Weltgeschicht (1994)
  • Klaus Störtebeker

Verfilmungen

Alle Folgen sind als Doppel-DVD im Handel erhältlich.

Trivia

Das sogenannte „Kraken-Orakel“ Paul, der von 2008 bis 2010 mit großem Medienecho den Ausgang einer Reihe von EM- und WM-Spielen der deutschen Fußballnationalmannschaft korrekt vorhergesagt hatte, erhielt seinen Namen nach Boy Lornsens Gedicht Der Tintenfisch Paul Oktopus.

Weblinks


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