ATF Dingo
ATF Dingo
ATF Dingo 2

ATF Dingo 2

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung kurz: 5 Mann (Fahrer, Kommandant, Richtschütze, 2 Nahsicherer); lang: 8 Mann
Länge 5,45 m (kurz) oder 6,08 m (lang)
Breite 2,39 m
Höhe 2,55 m (Oberkante Dach)
2,60 bis 2,80 für Dingo 2 Großraum
Masse 9,5 t (Dingo 1)
12,5 t (Dingo 2 lang)
Bewaffnung
Hauptbewaffnung Überkopf-Waffenstation (Typ 1530) sowie FLW 100
MG3 7,62 × 51 mm und GMW 40 × 53 mm
Schutzsysteme
Panzerung Panzerstahl/Verbundpanzerung nach STANAG 4569 Level 3
bis 7,62 × 51 mm und Artilleriesplitter auf 90 m
Minenschutzstärke STANAG 4569 Klasse IIa+ (Dingo 1)
STANAG 4569 Klasse IIIa, 8 kg unter Rad (Dingo 2)
Beweglichkeit
Antrieb Mercedes-Benz OM 924 LA Euro 3-Turbodiesel (Dingo 2)
160 kW (218 PS)
Federung Schraubenfeder
Höchstgeschwindigkeit > 100 km/h (Straße)
Leistung/Gewicht ca. 23,3 PS/t (je nach Variante)
Reichweite 1.000 km

Das Allschutz-Transport-Fahrzeug (ATF) Dingo ist ein gepanzertes, luftverladbares, leicht bewaffnetes Radfahrzeug, das unter anderem von der Bundeswehr, Bundesheer und den Streitkräften Luxemburgs eingesetzt wird. Der ATF Dingo ist nach dem australischen Wildhund Dingo benannt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Mitte der 1990er Jahre wurde von Seiten des Unternehmens Krauss-Maffei Wegmann darüber nachgedacht, wie die ausstattungstechnische Lücke zwischen dem TPz Fuchs und dem Geländewagen Wolf geschlossen werden könnte, um die Bundeswehr entsprechend ihren neuen Aufgaben bei Auslandseinsätzen auszurüsten. Man entschied sich für einen Radpanzer auf dem Fahrgestell des bewährten Unimog U von Mercedes-Benz, das nur entsprechend modifiziert werden musste.

Dingo 1 (Version ATF2) der BW
Dingo 2A2 mit dem Bodenüberwachungsradar (BÜR) von EADS. Als Waffenstation dient eine FLW 200

Die ersten ATF1 Dingo besaßen noch das Fahrgestell des Unimog U 100 L, das sich jedoch als zu schwach erwies, so dass die folgenden ATF2 Dingo mit dem Fahrgestell des Unimog U 1550 L ausgerüstet wurden. Im Jahr 2000 wurden die ersten 2 von 56 ATF Dingos an das deutsche Heer geliefert und Truppenversuche bei der KFOR durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Truppentests unter Einsatzbedingungen führten zu mehreren Änderungen am Dingo. So musste die Aufhängung des Staukastens verstärkt werden, da er bei starken Stößen häufig abbrach. Auch die Federung musste verstärkt werden, da sie dem höheren Gewicht des Dingos im Vergleich zum Unimog nicht gewachsen und zu nachgiebig war, so dass manche Soldaten während der Fahrt "seekrank" wurden und der Dingo zum Umkippen neigte. Kleinere Änderungen betrafen die Ausstattung des Dingos im Hinblick auf Wartungsfreundlichkeit und Bedienungssicherheit. Seit November 2001 wurden 91 weitere ATF2 Dingos an die Bundeswehr geliefert und auch bei der ISAF in Afghanistan eingesetzt, da hier eine ähnlich hohe Minengefährdung wie im Kosovo herrscht.

Ab 2003 stand den Kunden von Krauss-Maffei Wegmann der ATF3 Dingo 2 zur Verfügung, der ein nochmals verbessertes Fahrgestell Typ Unimog UHN besitzt. Es erlaubt eine höhere Achslast, was wiederum eine größere oder massivere Sicherheitszelle zulässt, um den Insassenschutz noch weiter zu erhöhen. Der Dingo 2 kann sowohl in einer Version mit kurzem als auch mit langem Radstand geliefert werden. Die Fahrzeuge mit langem Radstand besitzen eine größere Sicherheitszelle, die Platz für bis zu 8 Personen bietet.

2004 wurden vom österreichischen Bundesheer vor allem zum Schutz der Auslandstruppen 20 Dingo 2 sowie weitere 12 in der ABC-Abwehr-Version, ausgestattet mit einer speziellen Sensorik zur Detektion von chemischen und radioaktiven Gefahrstoffen, angekauft.[1]

Im Jahr 2006 wurden die Dingo 2 (ATF 3) von der Bundeswehr mit einem Fahrverbot belegt, da die Gefahr eines Bremsenversagens festgestellt wurde und bei einem Fahrzeug in Afghanistan durch Überhitzung die Vorderachse in Brand geraten war. Daraufhin schickten die Hersteller Krauss-Maffei Wegmann und DaimlerChrysler Mechaniker nach Kabul, um die Fehlersuche zu unterstützen.[2]

Im Juni 2006 wurde dennoch die Beschaffung von zusätzlichen 149 Dingo 2 durch das Verteidigungsministerium beschlossen, die bis 2011 geliefert werden sollten. Aufgrund der sich rapide verschlechternden Sicherheitslage wurde die Beschaffung jedoch beschleunigt, so dass statt der ursprünglich für das Jahr 2007 vorgesehenen 33 Fahrzeugen bis Ende 2007 bereits 100 Fahrzeuge ausgeliefert wurden.

Darüber hinaus wurden im Juli 2006 durch das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung 78 Dingo 2 als Trägerplattform für ein neuartiges Bodenüberwachungsradar (BÜR) der Firma EADS bestellt. Das System soll Bewegungen am Boden und im bodennahen Luftraum zuverlässig orten und speziell auf die Erkennung asymmetrischer Bedrohungen ausgelegt sein. Bis Ende 2009 sollen zunächst zwei Systemdemonstratoren geliefert werden, und ab 2012 ist die Serienlieferung der 78 BÜR-Systeme an die Heeresaufklärungstruppe und die Artillerietruppe geplant. In der Heeresaufklärungstruppe wird es das auf dem TPz Fuchs verlastete RASIT-Radarsystem ersetzen und in der Artillerietruppe das System ABRA.[3]

Am 26. Juni 2008 beschloss der Haushaltsausschuss des deutschen Bundestages weitere 98 Dingo 2 (50 Stück in der Version Patrouillen- und Sicherungsfahrzeug sowie 48 als sogenannte Gefechtsschaden-Instandsetzungsfahrzeuge) zu bestellen. Die Fahrzeuge für die Gefechtsschaden-Instandsetzungsfahrzeuge (GSI) werden bis Ende 2010 ausgeliefert. Im April 2010 erfolgt zudem eine Anschlussbestellung durch das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) über weitere 44 Dingo 2 GSI, die ebenfalls noch bis Ende dieses Jahres an die Bundeswehr übergeben werden sollen.[4]

Der Bundeswehrplan 2009 aus dem Jahr 2008 sah vor, dass bis zum Jahr 2013 insgesamt 593 Fahrzeuge vom Typ Dingo 1+2 bei der Bundeswehr in Dienst sein sollen. Aufgrund der Ausfälle im ISAF-Einsatz in Afghanistan und der immer wieder beschleunigten oder erweiterten Bestellungen ist jedoch unklar, wie der derzeitige Fahrzeugbestand ist, und ob die geplante Anzahl erreicht oder sogar überschritten werden kann.

Inzwischen wurden auch mindestens 2 Dingo für den ASSIK der Bundespolizei zwecks Einsatz in Kabul bestellt.[5]

Einsatzprofil

Dingo 2 bei Mazar-e-Sharif. Die Dingo 2 der ersten Serie besitzen keine zusätzlichen Seitenspiegel am Motorraum und vier Zurrösen unter den Einstiegstüren.

Die Hauptaufgaben des ATF Dingo sind Konvoi- und Patrouillenfahrten auf halbwegs befestigtem Untergrund. Das Fahrzeug ist hauptsächlich für Einsätze zu „Friedenserhaltenden Maßnahmen“ (Peace Support Operation) insbesondere in minengefährdeten Gebieten konzipiert. Hier bietet er durch seinen Aufbau einen in dieser Gewichtsklasse hervorragenden Minenschutz, ist aber aufgrund der relativ geringen Abmessungen auch noch in eng bebauten urbanen Gebieten einsetzbar. Der Schutz der Insassen hat beim ATF Dingo Priorität, auch die Waffenanlage ist, anders als beim TPz Fuchs, unter Panzerschutz bedienbar.

Für den Einsatz in mittlerem und schwerem Gelände hingegen ist das Kampffahrzeug im Vergleich etwa zum TPz Fuchs weniger geeignet, da es einen höheren Schwerpunkt, nur vier Räder und eine weichere Federung hat. Wiederum ist das ATF Dingo luftverladbar, so dass etwa zwei komplett ausgerüstete ATF Dingo inklusive Besatzung und Ausrüstung mit einer Transall C-160, genauso schnell wie Infrantrieeinheiten, weltweit verlegbar sind.

Aufbau und Schutz

Der ATF Dingo 1 hat einen modularen Aufbau aus folgenden fünf Elementen: Fahrgestell, Schutzzelle, Stauraum, Motorraum und Minendeflektor. Alle Baugruppen sind nur über das Fahrgestell miteinander verbunden, auf dem sie wiederum beweglich gelagert sind. Beim Dingo 2 wurde der Minendeflektor in die Schutzzelle integriert, die Variante Dingo 2 GE A2.3 erhielt Verbesserungen im Bereich der Panzerung.

Am Fahrgestell sitzen Reifen, die über eine Notlauffelge verfügen, mit der auch bei zerstörtem Reifenmantel eine Weiterfahrt für 40 Kilometer mit maximal 50 km/h möglich ist. Das im Verhältnis zum Schutzgrad geringe Gewicht des Dingo ließ sich durch deflektierend angebrachte Panzerelemente erreichen: Die Flächen des Fahrzeugs, die besonders gefährdet sind, z. B. die Sichtfenster, sind im 20°-Winkel zum Lot angebracht, dadurch treffen die Geschosse hockender oder liegender Schützen je nach Abstand in Winkeln von bis zu 30° auf die Scheiben, die sie dann selbst bei größeren Kalibern nicht mehr durchschlagen können. Gleiches gilt für den Minendeflektor.

Die angewinkelten Panzerungen sind einer der großen Vorteile gegenüber dem US-amerikanischen HMMWV, bei dem sehr viel dickere Panzerplatten nötig wären, um einen ähnlichen Insassenschutz zu bieten. Der Motorraum befindet sich vor der Sicherheitszelle auf dem Fahrgestell und ist so beschaffen, dass er den Motor vor direktem Beschuss aus Schusswaffen mit Kaliber bis 7,62 × 51 mm schützt, um das Fahrzeug auch bei Beschuss beweglich zu halten. Der Minendeflektor hat ein V-förmiges Profil und sitzt unter der Sicherheitszelle. Er besteht aus mehreren Lagen spezieller Schutzmaterialien (Mexas-Panzerung) und leitet durch seine Form etwa die Hälfte der Energie einer möglichen Minen- oder Sprengfallenexplosion zur Seite hin ab, um der Sicherheitszelle einen zusätzlichen Schutz von unten zu bieten.

Die Schutzzelle des Dingo 1 sitzt über dem Minendeflektor auf dem Fahrgestell und besteht aus Panzerstahl mit zusätzlichen innenliegenden Schutzmaterialien sowie fünf großen Panzerglasscheiben für eine gute Rundumsicht. Sie ist für die Aufnahme von fünf vollausgerüsteten Soldaten ausgelegt. Die komplette Sicherheitszelle ist gegen Beschuss aus Waffen mit einem Kaliber bis 7,62 × 51 mm NATO und die Sprengkraft von 4 Kilogramm (kg) TNT geschützt. Der Innenraum der Schutzzelle ist so konzipiert, dass sich bei Beschuss oder einer Explosion kein Bauteil losreißen und als Geschoss die Insassen gefährden könnte.

Der Stauraum ist hinter der Sicherheitszelle auf dem Fahrgestell montiert. In der unteren Hälfte des Stauraums befindet sich der explosions- und beschussgeschützte Treibstofftank. Die obere Hälfte des Stauraums ist aus Gründen der Gewichtsersparnis nicht gepanzert, sondern wird von einer Plane über einem Stahlrahmen abgedeckt. Zur leichteren Beladung ist der Stauraum mit einer Heckklappe versehen. Die Lackierung des ATF Dingo enthält infrarotfilternde Elemente, so dass das Fahrzeug mit Wärmebildgeräten nur schwer erkennbar ist und auch für wärmesuchende Geschosse ein schwieriges Ziel darstellt.

Bewaffnung

Dingo 2A2 im ISAF-Einsatz 2009. Als Bewaffnung dient die KMW 1530 mit MG3

Die Standardwaffenanlage für alle Dingos ist die mechanische Überkopf-Waffenstation KMW 1530. Die auch im Aufklärungsfahrzeug Fennek genutzte Waffenstation ist standardmäßig mit einem MG3 im Kaliber 7,62 × 51 mm ausgerüstet. Sie ist hinten mittig auf der Sicherheitszelle installiert und wird von einer Person bedient. Es sind zusätzliche Rüstsätze für die Granat-Maschinen-Waffe GMW 40 × 53 mm und das schwere 12,7 × 99 mm NATO-Maschinengewehr Browning M2 verfügbar. Die Waffenstation ermöglicht es dem Schützen, die Waffe unter komplettem Panzerschutz zu bedienen, wobei die Waffe sowohl elektrisch als auch manuell (Notabfeuerung) abgeschossen werden kann. Nur zum Nachladen oder bei Waffenstörungen muss der Schütze zum Teil den Panzerschutz verlassen. Die nicht benötigte Munition für die Waffe wird in der Sicherheitszelle in separaten gepanzerten Fächern gelagert, um die Insassen bei Feindeinwirkung nicht zusätzlich zu gefährden. Der Seitenrichtwinkel der Waffenstation beträgt 360° und der Höhenrichtwinkel −5° und +45°. Die rein optische Zielhilfe der Waffenstation hat eine vierfache Vergrößerung sowie ein Nachtzielgerät, das jedoch Strom benötigt.

Ein weitere Möglichkeit den Dingo zu bewaffnen besteht mit der Krauss-Maffei Wegmann FLW. Die leichte Waffenstation vom Typ FLW 100 (für MG3, MG4) oder die schwere FLW 200 (bis GMW) wird über einem 12-Zoll Bildschirm aus dem Innenraum gesteuert und verfügt über einen Tagsichtkanal mit 10-fach optischen Zoom und durch ein ungekühltes Wärmebildgerät über eine Nachtsichtoption. Eine kreiselgesteuerte Waffenstabilisierung erlaubt den Einsatz während der Fahrt. Die Waffenanlage ist auch imstande, die jeweilige Bewaffnung automatisch zu erkennen und die entsprechenden Werte für die Ballistik einzustellen. Der Richtbereich beträgt 360° zur Seite und −15° bis +70° in der Höhe.[6] Die im Rahmen des Projektes Geschützte Führungs- und Funktionsfahrzeuge beschafften Dingo 2 werden von der Bundeswehr nach der Einführung mit neuen Waffenstationen ausgerüstet. Die Auslieferung der 110 bestellten FLW 200 ist für Anfang 2011 geplant.[7] Ein Teil der Dingo 1 tragen die FLW 100 mit MG3.

Durch die Bedrohungslage in Afghanistan wurde im Rahmen eines einsatzbedingten Sofortbedarfes im August 2010 zusätzliche Granatwerfer und notwendigen Einrüstsätze von der Bundeswehr bestellt. Die Truppenlösung mit der KMW 1530 gilt als Zwischenschritt um die GMW auf dem Dingo 2A2 zu nutzen. Durch eine industriebedingte Lieferzeit von neun Monaten werden die GMW von den nicht benötigten Fenneks in Deutschland genutzt. Die Waffenaufnahme wird dabei durch einen Rüstsatz ergänzt um den Granatwerfer aufzunehmen. [8]

Die Dingo 2 der belgischen Streitkräfte tragen die Waffenstation ARROWS-300 mit einem Browning M2 von FN-Herstal. Wie auch die deutsche Waffenstation verfügt die Anlage über eine Waffenstabilisierung, eine Tagsichtkamera sowie ein Nachtsichtgerät und kann aus dem Innenraum gesteuert werden. Der Richtbereich beträgt 360° zur Seite und −20° bis +55° in der Höhe. Gegenüber der FLW 100 kann die Waffenstation mit einer Zusatzpanzerung versehen werden.[9]

Kampferprobung

Die Wirksamkeit der Minenschutzausstattung zeigte sich am 3. Juni 2005 im Raum Kabul, Afghanistan. Nach dem Ende eines Luna-Einsatzes fuhr das letzte Fahrzeug der Gruppe, ein Dingo, mit dem rechten Vorderrad auf eine Panzermine mit 6 kg Sprengkraft. Durch die Detonation wurde der Dingo zwei Meter zur Seite geschleudert. Es entstand ein Krater von zwei Metern Durchmesser und einem halben Meter Tiefe. Das Rad, die Radaufhängung und der ungeschützte vordere Teil des Fahrzeugs wurden komplett zerstört, die Sicherheitszelle hielt jedoch stand. Lediglich zwei Insassen erlitten leichte Verletzungen durch die Schockeinwirkung auf das Fahrzeug.[10]

Ein Jahr später, am 27. Juni 2006, überstand ein Dingo 1 einen Selbstmordanschlag mit einer Autobombe in der Nähe von Kunduz. Obwohl das Fahrzeug für solche Zwischenfälle ursprünglich nicht konstruiert wurde, blieben die Insassen des Dingos bei der Explosion, die sich in etwa 25 m Entfernung vom Fahrzeug ereignete, unverletzt.

Am 27. März 2008 wurden bei einem IED-Anschlag auf einen ATF Dingo nahe Kunduz zwei deutsche Soldaten schwer und einer leicht verletzt. Das Fahrzeug fiel durch die Wucht einer rund 10 kg schweren Sprengladung auf die Seite.[11]

Am Donnerstag, dem 23. Juli 2009, wurde zu Beginn der Operation Adler ein Dingo der Bundeswehr bei einem Angriff mit drei Panzerfäusten schwer beschädigt, es kam aber niemand zu Schaden.[12]

Am 2. April 2010 geriet ein Dingo im Laufe von Gefechten in eine Sprengfalle. Durch die Explosion wurden 4 Soldaten verwundet und das Fahrzeug so schwer beschädigt, dass es später durch deutsche Kräfte zerstört werden musste.[13]

Technische Daten

Höhe 2550 mm (Dachoberkante; 2950 mm mit Waffenstation)
Breite 2390 mm
Länge 5450 mm (kurz) oder 6080 mm (lang)
Volumen Schutzzelle 6,5–8,2 m³
Volumen Staukasten 2,0 m³
Leistung 160 kW (218 PS)
Höchstgeschwindigkeit >100 km/h (Straße)
zulässiges Gesamtgewicht 12,5 t (für Dingo 2)
Nutzlast 2,5–3,0 t
Bodenfreiheit 480 mm
Wattiefe 1200 mm
Steigfähigkeit 60 %
Bewaffnung MG3 7,62 × 51 mm NATO (Standard) oder Granat-Maschinen-Waffe 40 × 53 mm (optional) oder cal.50 BMG (optional)
Besatzung kurz: 5 Mann (Fahrer, Kommandant, Richtschütze, 2 Nahsicherer), lang: 8 Mann
Funkgerät SEM 90
Besonderheiten Klimaanlage, Standheizung, Reifendruckregelanlage, Rückblickkamera, ABS (abschaltbar), GPS Navigationsanlage, Außenbordsprechanlage, Allradantrieb, ABC-Schutzbelüftung, Differentialsperre, Fahrtenschreiber

Kosten

Der Anschaffungspreis der ersten Ausführung des Dingo 2 wurde mit 600.000 € benannt [14], zusätzliche Ausstattungen erhöhen den Preis auf bis zu 1 Mio. €.

Bestellungen

Land Variante Bestellt Optionen Geliefert[15]
DeutschlandDeutschland Deutschland - Bundeswehr Dingo 1 147 0 147
Dingo 2 A1/A2/A2.3 287 0 287
Dingo 2 BÜR 78 0 2
Dingo 2 A3 System-Instandsetzung 25 0 25
Dingo 2 A3.2 Personentransport 41 0 41[16]
Dingo 2 C1 GSI Gefechtsschadeninstandsetzung 44 0 44[17]
Dingo 2 A3.3 Personentransport 39 0  ? (bis Nov. 2011)[18]
DeutschlandDeutschland Deutschland - ASSIK Dingo 2 Polizei 2 0 2
BelgienBelgien Belgien - Belgisches Heer Dingo 2 MPPV Fus (Patrouille) 158 0 158
Dingo 2 MPPV PC (Mobiler Gefechtsstand) 52 0 52
Dingo 2 MPPV Ambulanz 10 0 10
Dingo 2 (neue Varianten) 0 66 0
LuxemburgLuxemburg Luxemburg - Luxemburg Armee Dingo 2 PRV Aufklärung 48 0 48
OsterreichÖsterreich Österreich - Bundesheer Dingo 2 ATF 20 0 20
Dingo 2 AC Spürfahrzeug 12 0 12
Dingo 2 AC Ambulanz 3 0 3
TschechienTschechien Tschechien - Tschechische Armee Dingo 2 A2 21 0 21
NorwegenNorwegen Norwegen - Norwegische Armee Dingo 2 A3 20 ja 20
Tschechischer Dingo 2A2. Optische Unterschiede zum Dingo 2 sind: zusätzliche Seitenspiegel am Motorraum und 4 Zurrösen unter den Einstiegstüren
  • BelgienBelgien Belgien – Belgien hat 220 (+ 132 als Option) Dingo 2 bestellt. Die ersten 40 Fahrzeuge wurden bis Oktober 2007 an die belgischen Streitkräfte ausgeliefert.
  • LuxemburgLuxemburg Luxemburg – Im März 2008 bestellte Luxemburg insgesamt 48 Dingo 2 für seine beiden Aufklärungskompanien.
  • OsterreichÖsterreich Österreich – Der Dingo 2 wird seit Mai 2005 auch vom österreichischen Bundesheer eingesetzt. Insgesamt sind 35 Fahrzeuge in drei Varianten geliefert worden, wobei die ABC-Version eine rein österreichische Entwicklungskonzeption in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Erzeugerfirmen ist.
  • TschechienTschechien Tschechien – Im November 2007 bestellten die tschechischen Streitkräfte vier Dingo 2A2. Mittlerweile wurden 21 Fahrzeuge ausgeliefert.
  • NorwegenNorwegen Norwegen - Norwegen hat 20 Dingo 2 bei KMW bestellt. Die ersten zehn werden bis Ende November 2010 nach Afghanistan geliefert. Die restlichen zehn folgen Februar 2011.[19]

Verweise

Einzelnachweise

  1. Neue Schutzfahrzeuge für Auslandseinsätze abgerufen am 8. November 2008
  2. Feuer unterm Dingo. In: Der Spiegel. Nr. 2, 30. Januar 2006, S. 16 (online).
  3. Artikel zur erneuten Bestellung von Dingo 2 GSI auf der Homepage der Zeitschrift Hardthöhen-Kurier
  4. Artikel zum Artilleriebeobachtungsradar ABRA auf der Homepage des Heeres der Bundeswehr
  5. Jan-Phillipp Weisswange: ASSIK. Der Arbeitsstab Schutzaufgaben der Bundespolizei. In: Strategie & Technik. Jg. 52, Nr. 5, Mai 2009, ISSN 1860-5311, S. 73–74.
  6. Pressemitteilung KMW Fernbedienbare Waffenstationen fristgerecht an Bundeswehr ausgeliefert,abgerufen am 7. August 2010, PDF 52,6 KB
  7. Bundeswehr.de Ausrüstung in Afghanistan: Stand und Ausblick, abgerufen am 7. August 2010
  8. Bundeswehr.de Jetzt im Einsatz: Dingo 2 mit Granatmaschinenwaffe, abgerufen am 7. August 2010
  9. Advanced Reconnaissance and Remotely Operated Weapon System (ARROWS-300) 11. August 2009
  10. Krauss-Maffei Wegmann: DINGO 1 – Minenunfall bei Kabul, 18. Oktober 2005; http://www.kmweg.de/spezial.php?id=10.
  11. n-tv: Dingo rettete ihr Leben, http://www.n-tv.de/942114.html?010420081600.
  12. Spiegel online: OPERATION „ADLER“, http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,639332,00.html
  13. bundeswehr.de
  14. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45624771.html
  15. http:\\www.strategie-technik.de/08_10/heer.pdf, abgerufen am 15. November 2010
  16. Pressemitteilung KMW Bundeswehr bestellt 41 DINGO 2 - Lieferung bis Ende 2010,abgerufen am 13. April 2011
  17. Pressemitteilung KMW Bundeswehr bestellt 44 mobile Werkstätten vom Typ DINGO 2 GSI bei Krauss-Maffei Wegmann,abgerufen am 13. April 2011
  18. Pressemitteilung KMW Bundeswehr bestellt weitere Lebensretter vom Typ DINGO 2,abgerufen am 13. April 2011
  19. Pressemitteilungen: Norwegische Armee kauft DINGO. kmweg.de (29. Oktober 2010). Abgerufen am 19. November 2011.

Weblinks


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