Brachiosaurier
Brachiosaurus
Skelettrekonstruktion von Brachiosaurus brancai im Naturkundemuseum Berlin nach dem Umbau von 2007. Die Beine stehen unter dem Körper, der Schwanz ist vom Boden abgehoben.
Zeitraum
Oberer Jura
155 bis 135 Mio. Jahre
Fossilfundorte
Systematik
Dinosaurier (Dinosauria)
Echsenbeckensaurier (Saurischia)
Sauropodomorpha
Sauropoda
Brachiosauridae
Wissenschaftlicher Name
Brachiosaurus
Riggs, 1903
Arten
  • Brachiosaurus altithorax
  • Brachiosaurus (Giraffatitan?) brancai

Brachiosaurus („Armechse“) ist eine Gattung sauropoder Dinosaurier aus dem Oberjura von Nordamerika und Afrika, 155–135 mya. Er ist nach dem Argentinosaurus das zweitgrößte bekannte Landtier. Mit weiteren Gattungen bildet er aufgrund gemeinsamer anatomischer Merkmale wie den langen Vorderbeinen und den hoch liegenden Nasenöffnungen das Taxon Brachiosauridae.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Lebendrekonstruktion von Brachiosaurus altithorax

Brachiosaurus war im Durchschnitt 23 Meter lang und 13 Meter hoch. Die maximale Länge wird bei 25–27 Meter vermutet. Die Schultern befanden sich in 6,4 Meter Höhe. Brachiosaurus wog etwa 38 Tonnen – das ist das 5,5-fache eines afrikanischen Elefantenbullen. Nur dank des Baus seiner Wirbelsäule konnte sich Brachiosaurus aufrecht halten: An den Seiten jedes Wirbels befanden sich große Hohlräume, so dass der Wirbelknochen an seinem Ende aus dünnen Knochenblättern und -verstrebungen bestand. Die biegsamen Wirbel waren gelenkig miteinander so verbunden, dass sie großen Belastungen widerstehen konnten.

Brachiosaurus hatte einen gewölbten Kopf mit einer breiten, flachen Schnauze. Im Vergleich zur Körpergröße war der Schädel sehr klein. Auf dem Kiefer standen zapfenartige Zähne. Der Hals war außergewöhnlich lang (8–9 m). Er bestand aus 14 Halswirbeln, nicht mehr als bei den anderen Sauropoden, doch war jeder Wirbel etwa dreimal so lang wie ein Rückenwirbel. Ungewöhnlich war auch, dass die Vorderbeine die Hinterbeine an Länge übertrafen.

Die Funde

Schädel von Brachiosaurus, Museum für Naturkunde Berlin

Die fossilen Zeugnisse dieses Dinosauriers stammen aus Nordamerika und Afrika (Tansania und Algerien). Das bislang besterhaltene Skelett entdeckte eine deutsche Expedition in den Tendaguru-Schichten der damaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika, dem heutigen Tansania. Es ist im Berliner Museum für Naturkunde zu sehen und weltweit das größte aufgebaute Skelett eines Dinosauriers. Das Art-Epithet brancai ehrt den damaligen Direktor des Museums Wilhelm von Branca, der die Finanzierung der Expedition ermöglicht hatte. Das Skelett wurde seit 2005 nach dem derzeitigen Wissensstand neu aufgebaut und ist seit dem Frühjahr 2007 mit einem vom Boden abgehobenen Schwanz und durchgestreckten Vorderbeinen zu sehen. Seitdem ist es gut einen Meter höher. Einige Wissenschaftler sehen B. brancai als Angehörigen der selbstständigen Gattung Giraffatitan.

Ultrasaurus

Man fand vereinzelte Knochen von einem Dinosaurier, der Brachiosaurus noch in der Größe übertraf, diesem jedoch sehr ähnelte. Man gab ihm den Namen Ultrasaurus, seine Länge war weit mehr als 30 m und sein Gewicht wird auf über 100 Tonnen geschätzt. Ultrasaurus war wahrscheinlich noch größer als Argentinosaurus. Die Fundorte und das Alter der Knochen entsprachen denen von Brachiosaurus, so dass heute einige Wissenschaftler davon ausgehen, dass es sich bei Ultrasauros nur um einen alten und sehr großen Brachiosaurus handelt; somit könnte der Brachiosaurus der größte Dinosaurier gewesen sein.

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