Brackwede
Wappen von Brackwede
Wappen von Bielefeld

Brackwede
Stadtbezirk von Bielefeld

Bezirk Brackwede in Bielefeld.svg
Koordinaten 51° 59′ 0″ N, 8° 31′ 0″ O51.9833333333338.5166666666667159Koordinaten: 51° 59′ 0″ N, 8° 31′ 0″ O.
Höhe 159 m ü. NN
Fläche 38,2 km²
Einwohner 38.489 (31. Jan. 2010)
Bevölkerungsdichte 1009 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1973
Postleitzahlen 33647, 33649 (vorher 4800 Bielefeld 14, vorher 4812 Brackwede)
Vorwahl 0521
Adresse der
Verwaltung
Germanenstr. 22
33647 Bielefeld
Gliederung

Brackwede, Holtkamp, Quelle, Ummeln

Politik
Bezirksvorsteherin Regina Kopp-Herr (SPD)
Sitzverteilung (Bezirksvertretung)
CDU SPD Grüne BfB FDP Linke
6 6 2 1 1 1
Verkehrsanbindung
Autobahn Bundesautobahn 33 number.svg
Bundesstraße Bundesstraße 61 number.svg Bundesstraße 68 number.svg
Eisenbahn Ems-Börde-Bahn
Senne-Bahn
Haller Willem
Der Warendorfer
Stadtbahn Linie 1

Brackwede ist der Name eines Stadtbezirks der kreisfreien Stadt Bielefeld in Nordrhein-Westfalen und der Name des größten Ortsteils in diesem Stadtbezirk. Der Stadtbezirk Brackwede liegt im Südwesten von Bielefeld und ist aus der bis 1972 eigenständigen Stadt Brackwede hervorgegangen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Wie die beiden anderen südlichen Stadtbezirke Bielefelds, Senne und Sennestadt, liegt auch Brackwede direkt südlich des Hauptkammes des Teutoburger Waldes. Verschiedene Bäche, von denen der wichtigste die Lutter ist, entwässern das Gebiet dem natürlichen Gefälle folgend nach Südwesten hin zur Ems.

Ausdehnung

Die Nord-Süd-Ausdehnung des Stadtbezirks beträgt etwa sieben, die West-Ost-Ausdehnung etwa zehn Kilometer bei einer Fläche von 38,16 Quadratkilometern. Brackwede ist damit der flächenmäßig größte Stadtbezirk der Stadt Bielefeld. Der höchste Punkt sowohl des Stadtbezirks als auch des Ortsteils Brackwede liegt mit 276 m ü. NN auf dem Käseberg im Bereich des Hauptkamms des Teutoburger Waldes.

Nachbarorte

Im Norden und Nordosten grenzt der Stadtbezirk Brackwede an die Stadtbezirke Dornberg und Gadderbaum, im Osten und Südosten an Senne. Im Süden und Südwesten grenzen die Gütersloher Stadtteile Avenwedde und Isselhorst an, im Westen die Gemeinde Steinhagen. Der Ortsteil Brackwede wird umschlossen von Gadderbaum, Senne, Ummeln und Quelle.

Gliederung des Stadtbezirkes

Zum Stadtbezirk Brackwede gehören die nur informell abgegrenzten Ortsteile Brackwede, Ummeln, Holtkamp und Quelle. Die Bevölkerung verteilt sich auf die Ortsteile wie folgt:[1]

Ortsteil Statistischer Bezirk
der Stadt Bielefeld
Einwohner
(31.12.2008)
Brackwede 335–342 23.388
Ummeln 343 6.111
Holtkamp 344 533
Quelle 345–346 8.451

Aussprache des Ortsnamens

Das c im Namen Brackwede ist ein norddeutsches Dehnungszeichen. Die richtige Aussprache lautet daher [ˈbraːkvedə], das heißt mit langem a und Betonung der ersten Silbe. Durch den Zuzug Ortsfremder setzt sich jedoch das dem hochdeutschen Schriftbild entsprechende [brakˈveːdə] immer mehr durch.

Geschichte

Vom Dorf zur Stadt

Die erste urkundliche Erwähnung Brackwedes erfolgt 1151. 1216 wird zum ersten Mal das Wahrzeichen des Stadtteils, die Bartholomäuskirche, genannt, die am 21. Februar 1990 durch einen Brand fast vollständig zerstört, zwischenzeitlich aber wieder aufgebaut worden ist. Um 1800 war der Ort noch eine rein bäuerliche Siedlung, deren Bauten sich fast alle um die Bartholomäuskirche gruppierten. Eng verbunden mit dem Dorf Brackwede war seit jeher die Bauerschaft Brock (auch Brook), deren Höfe den südwestlichen Teil des heutigen Ortsteils einnahmen.[2] Brackwede war in der Grafschaft Ravensberg Hauptort der zum Amt Sparrenberg gehörenden Vogtei Brackwede. Nach dem Ende der napoleonischen Franzosenzeit nahm Preußen die Grafschaft Ravensberg und damit Brackwede wieder in seinen Besitz. Mit der Einführung der Westfälischen Landgemeindeordnung wurde schließlich im Dezember 1843 das Amt Brackwede im Kreis Bielefeld gebildet.[3]

Nachdem sich 1849 an der Lutter die ersten gewerblichen Bleichen entstanden waren, siedelten sich weitere Industriebetriebe an, darunter eine Spinnerei, eine Glashütte und Maschinenfabriken. In der Folgezeit kam es zu zahlreichen weiteren Firmengründungen, die Brackwede zu einem wichtigen Standort der Industrie und des Handwerks machten. Verbunden mit der Industrialisierung war ein starkes Bevölkerungswachstum.

Die Gemeinde Brackwede erhielt 1956 das Stadtrecht und schied 1959 aus dem Amt Brackwede aus.[4] Durch das Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück und von Teilen des Kreises Bielefeld wurden zum 1. Januar 1970 die Gemeinden Ummeln, Quelle und Holtkamp sowie ein Gebietsstück der Gemeinde Isselhorst in die Stadt Brackwede eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahl der Gemeinde, der Stadt und des Ortsteils Brackwede von 1812 bis in die Gegenwart entwickelte sich wie folgt:

Jahr Einwohner
1812 1.094[6]
1843 1.704[7]
1864 2.547[8]
1890 5.764 [9]
1910 10.550[10]
1925 11.943[9]
1939 14.975[9]
1966 27.621[11]
2008 23.388[1]
Bezirksamt Brackwede

Der Stadtbezirk Brackwede

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung des Raums Bielefeld wurde die Stadt Brackwede zum 1. Januar 1973 nach Bielefeld eingemeindet.[12] In der vergrößerten Stadt Bielefeld wurde der Stadtbezirk Brackwede eingerichtet, bestehend aus

  • dem Gebiet der Stadt Brackwede ohne das in das Gadderbaumer Tal hineinragende Industrie- und Wohngebiet (Spinnerei Vorwärts, Astawerke, Astastraße) und ohne den Brackweder Anteil des Sennefriedhofs
  • der bis dahin zu Senne I gehörigen Rosenhöhe mit dem damaligen Kreiskrankenhaus und der damaligen Kreisberufsschule
  • einem kleineren Gebietsteil von Steinhagen im Raum Holtkamp.

Religionen

Im Stadtbezirk gibt es drei evangelisch-lutherische Kirchengemeinden, die alle zum Kirchenkreis Gütersloh gehören. Dies sind die Bartholomäus-Kirchengemeinde in Brackwede, deren Kirche das Wahrzeichen Brackwedes ist, die Ummeln und die Johanneskirchengemeinde Quelle-Brock.

Herz Jesu

Hinzu kommen die beiden katholischen Kirchengemeinden Herz Jesu Brackwede (1891 Filialgemeinde, 1920 Pfarrei) und Sankt Michael Ummeln (1955 Pfarrvikarie m.e. V.), die beide zum Dekanat Bielefeld-Lippe des Erzbistums Paderborn gehören.

Für die Angehörigen der Neuapostolischen Kirche im Stadtbezirk gibt es drei Gemeinden, davon eine in Brackwede und eine in Ummeln. Die Kirche der Gemeinde in Quelle steht unmittelbar jenseits der Stadtgrenze auf Steinhagener Gemeindegebiet.

An der Windelsbleicher Straße befinden sich zwei Moscheen für muslimische Gläubige.

Kirchenbuch

Brackwedes Bartholomäus-Kirche war über Jahrhunderte Mittelpunkt des Kirchspiels Brackwede. Dieses umfasste die Orte und Bauerschaften Brackwede, Brock, Senne, Quelle, Sandhagen und Ummeln. Das Kirchenbuch wurde 1712/13 durch Pfarrer Franz Clamor Redeker angelegt. Die jeweils ersten Eintragungen lauten:

  • Taufregister vom 4. Dezember 1712: Ein „Peter Henrich“, Hußend auf dem Hof Olderdissen, lässt seinen Sohn auf den Namen „Joh. Henrich“ taufen.
  • Heiratsregister vom 11. Januar 1713: „Herman Henke mit KranßJohans Witwe“
  • Sterberegister vom 2. Januar 1713: „Frantz Meyer auf Hinnenthales Hofe. seine Tochter“, das Alter der Tochter wird nicht angegeben.

Holtkamp gehörte seit jeher zum Kirchspiel Isselhorst.

Politik

Bezirksvertretung

Seit der Kommunalwahl 2009 hat die Bezirksvertretung Brackwede die folgende Zusammensetzung

Partei/Wählergemeinschaft Sitze Vertreter
SPD 6 Hans-Werner Plassmann
Regina Kopp-Herr
Horst Schaede
Marcus Lufen
Ursula Wittler
Michael Wiziald
CDU 6 Peter Diekmann
Herbert Braß
Ursel Meyer
Carsten Krumhöfner
Karl-Uwe Eggert
Ralf Sprenkamp
Grüne 2 Karl-Ernst Stille
Eva Tollkien
BfB 1 Horst Breipohl
FDP 1 Volker Sielmann
Die Linke 1 Brigitte Varchmin

In den 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahren war Brackwede aufgrund des hohen Arbeiter-Anteils durch die vielen Industriebetriebe eine Hochburg der SPD, die zum Teil über 60 % der Stimmen bei Kommunalwahlen auf sich vereinigen konnte. Aufgrund veränderter Strukturen konnte die CDU in einer bürgerlichen Koalition erstmals 1989 und danach bis 2009 den Bezirksvorsteher stellen. 1999, 2004 und 2009 wurde die CDU stärkste Partei in Brackwede.

Bezirksbürgermeister

Bezirksbürgermeisterin ist Regina Kopp-Herr (SPD). Ihr Stellvertreter ist Franz-Peter Diekmann (CDU).

Ratsmitglieder

Die Mitglieder im Rat der Stadt Bielefeld aus dem Stadtbezirk Brackwede sind Carsten Krumhöfner, Detlef Helling, Rainer Lux und Detlef Werner für die CDU sowie Marcus Lufen und Hans-Werner Plassmann für die SPD.

Städtepartnerschaften

Zwischen Brackwede und der nordirischen Stadt Enniskillen besteht seit 1958 eine Städtepartnerschaft, in deren Rahmen ein jährlicher Schüleraustausch zwischen dem Brackweder Gymnasium und den Schulen aus Enniskillen stattfindet. Außerdem übernahm Brackwede 1958 die Patenschaft für die Heimatvertriebenen aus Münsterberg in Schlesien.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bartholomäus-Kirche

Bartholomäus-Kirche

Das Wahrzeichen Brackwedes ist die evangelisch-lutherische Bartholomäus-Kirche. Sie wurde 1892 als kreuzförmige Saalkirche in neugotischen Formen erbaut. Die Untergeschosse des Turmes stammen vermutlich noch aus dem 16. Jahrhundert. Der Bau brannte 1990 vollkommen aus. Anschließend erfolgte der Wiederaufbau in der alten Form. Es haben sich nur wenige ältere Ausstattungsstücke erhalten, darunter der Taufstein von 1685, zwei Reliefs mit der Darstellung der Verkündigung und der Kreuzigung, die vermutlich 1603 entstanden sind und das neugotische Altarbild von 1892. Die moderne Fensterverglasung stammt von Raphael Seitz aus Heilbronn. Die jetzige Orgel mit barockisierendem Prospekt wurde 1994 von Rowan West aus Ahrweiler in Anlehnung an Werke von Johann Patroclus Möller geschaffen. Aus dessen erhaltener Orgel in der Abteikirche Marienmünster übernahm man nicht nur einen großen Teil der Disposition, sondern auch Mensur und Intonation.

Fachwerkhaus Baumhöfener

Bei dem lange Zeit verputzten Fachwerkhaus in der Hauptstraße 27 handelt es sich um das einstige Haupthaus des frühere Hofs Baumhöfener. Die übrigen Gebäude wurden nach Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung abgebrochen. Der Hofname Baumhüter (Boimhoder – Bömschlüter – Baumhüter – Baumhöffener) wird bereits 1556 im Ravensberger Urbar erwähnt. Aus dieser Zeit sollen auch Teile des Innengerüstes datieren; damit würde das Haus im Kern zu den ältesten noch erhaltenen Profanbauten Brackwedes und der näheren Umgebung zählen. 1811/12 wurden die Außenwände allerdings durch aus der Senne übertragene Fachwerkteile ersetzt.[13] Der 1812 bezeichnete Dielentorbalken trägt die folgende Inschrift: JOHANN HEINRICH BAUMHÖFENER MARGARETHE LOU WATERBÖER DIESE BEIDEN LEUTE IN GOTTES NAMEN BAUEN UND AUFRICHTEN LASSEN ANNO 1812. ICH RUFE HERR DICH AN MIT HERZEN UND MIT MUNDE DARUM ERHÖRE MICH UND SEI ZU JEDER STUNDE BEI MIR IN ALLER NOT UND SEGNE MICH DARAUF IN MEINEN UND HAUS . M B H R . C H STRUNCK.[14] Aus der Zeit nach dem Umbau stammten Teile der wandfesten Ausstattung. Das Westfälische Amt für Denkmalpflege in Münster hat den Denkmalwert des Gebäudes 2005 ausführlich dargelegt. Allerdings hat sich die Untere Denkmalbehörde der Stadt Bielefeld dieser Auffassung nicht anschließen können und auf eine Unterschutzstellung verzichtet. 2008 wurde das Gebäude – unter weitgehender Zerstörung der Originalsubstanz und freier Ergänzung des Fachwerks – umfassend saniert und in ein Restaurant umgewandelt.

Sonstige Gebäude

Zu den wenigen älteren Wohnbauten, die bei der seit den späten 1960er-Jahren durchgeführten Ortskernsanierung erhalten blieben, gehört das Haus Büscher in der Vogelruth 11. Der Dreiständer-Fachwerkbau entstand 1776. Das nebenan gelegene Haus Kuhlmann (Weinstube Vogelruth) stammt von 1821.

Das „Schieferhaus“ im Kupferhammerpark, Stammhaus der Fabrikantenfamilie Möller, wurde 1772 erbaut. Es präsentiert sich als zweigeschossiger verschieferter Fachwerkbau nach bergischem Vorbild mit Mansarddach und Dachreiter. Die Eingangsseite ziert ein hübsches Rokokoportal.

Parks

In der Nähe der Möller-Werke liegt der Kupferhammerpark. Er wird von der Lutter durchflossen, die hier zu drei Teichen angestaut wird. Die Teiche werden von einem alten Buchenwald umgeben, der sich vornehmlich aus der Rotbuche (Fagus sylvatica) zusammensetzt. Die Bäume werden bis zu 20 Meter hoch. Eingestreut finden sich auch einzelne Eichen und Birken. Der Unterwuchs wird vor allem aus zahlreichen Stechpalmen gebildet. Der naturnahe Wald wurde gegen Endes des 19. Jahrhunderts von dem Hamburger Gartenarchitekten Rudolph Jürgens in einen Landschaftspark umgewandelt und durch nicht einheimische Baum- und Straucharten bereichert. Das Gelände war seit 1948 über viele Jahre als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Später wurde die Schutzverordnung jedoch gelöscht. Der Park befindet sich in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich.

Stadtteilbibliothek Brackwede

Kultur

In Brackwede ist das „Medienarchiv Bielefeld - Frank-Becker-Stiftung“ beheimatet, das ca. 40.000 Rollen Filmmaterial aus den letzten 100 Jahren Filmgeschichte im Bestand führt, ebenso tausende von Rundfunk-Sendetonbändern. Monatlich wird im „Studio am Mauseteich“ das „Brackweder Funkjournal“ zur Ausstrahlung über Radio Bielefeld produziert. Die Stadtteilbibliothek Brackwede befindet sich in der Germanenstraße 17.

Sport

Zum Angebot an Sportstätten gehören das AquaWede genannte Hallenbad, die diesem direkt benachbarte Oetker-Eisbahn, die von Oktober bis März geöffnet ist, sowie das Stadion Brackwede und das Waldstadion im Ortsteil Quelle.

Größter Sportverein ist die Sportvereinigung Brackwede (SVB). Sportlich erfolgreiche Abteilungen der SVB sind unter anderem die Handballjugendmannschaft und die Badmintonmannschaft, die beide auf NRW-Ebene spielen. Auch die Basketballabteilung und die Trampolinabteilung sind überregional bedeutsam. In der Nähe der Oetker-Eisbahn ist der Tennisclub TC Brackwede angesiedelt.

Der deutsche Box-Weltmeister im Cruisergewicht, Marco Huck ist in Brackwede eine Zeit lang aufgewachsen und besuchte die Marktschule.

Regelmäßige Veranstaltungen

Der Brackweder Schweinemarkt findet einmal jährlich am letzten Wochenende im August statt, die Brackweder Glückstaler-Tage jeweils am zweiten Wochenende im Oktober. Seit dem 24. September 1998 zeigt das „Melodie“-Filmtheater in der Kölner Straße 40 donnerstags und freitags aktuelle Spielfilme. Jedes Jahr zu Frühlingsbeginn (um den 21. März) besucht ein mittlerweile als „Brackweder Schafschänder“ bekannter Einwohner die Schafherden der Umgebung um den Beginn des Frühlings gebührend zu feiern.

Infrastruktur und Wirtschaft

Verkehr

In Brackwede laufen verschiedene Eisenbahnlinien und Straßen zusammen, um hier gemeinsam über den Bielefelder Pass den Teutoburger Wald nach Norden in Richtung Stadtzentrum Bielefeld zu überqueren. So kreuzen sich hier die Bundesstraßen 61 (HammMinden) und 68 (OsnabrückPaderborn). Die B 61 ist in Brackwede teilweise als Ostwestfalendamm autobahnähnlich ausgebaut. 2012 soll ein neues Teilstück der Autobahn A 33 fertiggestellt werden, das vom Autobahnkreuz Bielefeld an der A 2 bis zur neuen Anschlussstelle Brackwede führt. Dort wird die A 33 kreuzungsfrei mit dem ebenfalls bis dorthin verlängerten Ostwestfalendamm verknüpft.[15]

Bahnhof Brackwede

Der Bahnhof Brackwede ist nach dem Hauptbahnhof der wichtigste Bahnhof in Bielefeld. Alle Bahnstrecken vom Hauptbahnhof aus in südlicher Richtung führen durch Brackwede:

Der Bahnhof wird von

Brackwede wird von der Linie 1 der Bielefeld Stadtbahn (Senne–Brackwede–JahnplatzSchildesche) durchquert. Der Stadtbezirk wird außerdem durch mehrere Buslinien nach Sieker, Ummeln, Quelle, Gadderbaum und Senne erschlossen. Regionalbusse fahren unter anderem nach Gütersloh, Steinhagen, Rietberg und Schloß Holte-Stukenbrock. Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gelten der regionale „Sechser-Tarif“ der OWL Verkehr GmbH und der NRW-Tarif.

Siehe auch: Nahverkehr in Bielefeld

Unternehmen

Die Bedeutung Brackwedes als Gewerbestandort lässt sich an der großen Vielzahl der im Stadtbezirk niedergelassenen Unternehmen ablesen. Im Bereich der metallverarbeitenden Industrie sind beispielsweise zu nennen die Unternehmen Böllhoff, Salzgitter Mannesmann Präzisrohr, MöllerGroup, Thyssen Krupp, Welland & Tuxhorn, Goldbeck Stahlbau, die Eisengießerei Baumgarte, Pallatzky (Metallrecycling), im Ortsteil Quelle DMW Schwarze (Feuerschutztüren) sowie in Ummeln die Firma Umeta (Schmiernippel und Fettpressen). In der Druckbranche ist die Firma MM Graphia tätig. Der Getränkehersteller Christinen Brunnen ist im Ortsteil Ummeln ansässig. Treble-Light im Ortsteil Quelle stellt Hochleistungs-, vor allem Taucherlampen her. Das schwedische Möbelhaus IKEA betreibt eine Filiale am Brackweder Südring.

Öffentliche Einrichtungen

Die größte Konzentration öffentlicher Einrichtungen befindet sich auf der Rosenhöhe. Außer den weiter unten beschriebenen Bildungseinrichtungen ist hier vor allem das Klinikum Rosenhöhe der Städtischen Kliniken Bielefeld zu nennen mit medizinischer, chirurgischer, anaesthesiologischer, Röntgen- und Hautklinik, einer Augenabteilung und einer Klinik für Geriatrie.

Im Ortsteil Ummeln gibt es die Evangelische Stiftung Ummeln und die Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede sowie das Hafthaus Ummeln der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne. Das Brackweder Gymnasium besitzt eine Sternwarte.

Bildung

Auf der Rosenhöhe befinden sich das Rudolf-Rempel-Berufskolleg für kaufmännische Berufe, das Berufskolleg Senne sowie die Städtische Gesamtschule Rosenhöhe. Eine zweite Gesamtschule, die Städtische Gesamtschule Brackwede, befindet sich im Ortsteil Quelle.

Zum Brackweder Schulzentrum gehören das Brackweder Gymnasium und die Brackweder Realschule. Das Gymnasium ist eine von zehn Schulen in Nordrhein-Westfalen, die am Kooperationsprojekt „Sportbetonte Schule“ teilnehmen und hat eine spezielle Sportklasse pro Jahrgang, in der die Jugendlichen ein erweitertes sportliches Programm erhalten. Die Marktschule am Stadtring vervollständigt als Hauptschule das Bildungsangebot der Sekundarstufe I. Den Primarbereich decken sechs Grundschulen ab.

Hinzu kommen das Griechische Lyzeum, eine Ergänzungsschule in privater Trägerschaft, und drei Förderschulen am Lönkert, am Möllerstift und am Kupferhammer.

Besonderes

Bis zur Verleihung der Stadtrechte 1956 galt Brackwede als größtes Dorf Europas.

Literatur

  • Hans Becker (Hrsg.): Brackwede wie es war – wie es ist. Leopoldshöhe 1991
  • Karl Beckmann und Rolf Künnemeyer: Das war Brackwede, Band 1. Bochum 1985
  • Karl Beckmann und Rolf Künnemeyer: Brackwede 1151–2001 - Stationen einer 850-jährigen Geschichte. Bielefeld 2001
  • Georg Tegtmeier: Brackwede – Stadt im Wandel. Berlin 1969

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. a b Sozialleistungsbericht 2008. Stadt Bielefeld, 31. Dezember 2008, S. 185, abgerufen am 25. Mai 2010 (pdf): „Einwohnerzahl der Statistischen Bezirke“
  2. Karl Triebold; Gemeindeverwaltung Brackwede (Hrsg.): 800 Jahre Brackwede. Festschrift. 1951, S. 76.
  3. Verordnung Nr. 101. In: Amtsblatt der Regierung Minden 1844. 1. Februar 1844, S. 45, abgerufen am 22. April 2010 (Digitalisat).
  4. Sabine Mecking: Die kommunale Neugliederung in NRW am Beispiel von Stadt und Landkreis Bielefeld. Archiv für Sozialgeschichte Bd. 46, 2006, S. 415, abgerufen am 22. Mai 2010 (pdf).
  5. Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück und von Teilen des Kreises Bielefeld. In: recht.nrw.de. 4. Dezember 1969, abgerufen am 1. Mai 2010 (§2, §10).
  6. Westfalen unter Hieronymus Napoleon. 1812, S. 47, abgerufen am 20. April 2010 (Digitalisat).
  7. Seemann: Geographisch-statistisch-topographische Übersicht des Regierungsbezirks Minden. 1843, S. 52-57, abgerufen am 23. April 2010 (pdf).
  8. Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Minden. 1866, S. 8, abgerufen am 22. April 2010 (Digitalisat).
  9. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 22. April 2010.
  10. Uli Schubert: Deutsches Gemeindeverzeichnis 1910. Abgerufen am 22. Mai 2009.
  11. Landkreis Bielefeld (Hrsg.): 150 Jahre Landkreis Bielefeld. 1966, S. 60.
  12. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  13. Hierfür fanden offenbar die Balken des Hauptgebäudes vom Hof Grundherm in der Grundheide Verwendung. Nach Versteigerung des Anwesens wurde das Gebäude an den Colon Johann Friedrich Baumhöfener verkauft, der es abbrechen und nach Brackwede schaffen ließ. Siehe hierzu: Horst Wasgindt und Hans Schumacher: Bielefeld-Senne, Band 1, Bielefeld 1989, Seite 239.
  14. Der Torbalken stammt ebenfalls vom Hof Grundherm. Im Zuge seines Wiedereinbaus wurden der Name und das ursprüngliche Baudatum entfernt und mit den Daten des neuen Eigentümers versehen. Vgl. Wasgindt und Schumacher, ebenda
  15. Lückenschluss A 33. Landesbetrieb Straßenbau NRW, 2010, abgerufen am 31. Mai 2010 (pdf).
Aktuelle Einwohnerzahl des Stadtbezirks: Statistik Aktuell. In: Stadt Bielefeld. Stadt Bielefeld, Amt für Stadtforschung, Statistik und Wahlen, 1. Februar 2010, abgerufen am 5. Mai 2010.

Weblinks


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