Bradler

Hans-Jürgen Bradler (* 12. August 1948 in Bochum) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler, der als Torhüter des VfL Bochum von 1971 bis 1975 in der Fußball-Bundesliga 44 Einsätze bestritten hat.

Inhaltsverzeichnis

Laufbahn

Vereine

Aus der Jugend des BC Hordel, über die Station TB Eickel in der Verbandsliga Westfalen, Gruppe Südwest, führte der Weg des Torhüters im Sommer 1970 zum Titelverteidiger der Regionalliga West, zum VfL Bochum. Trainerroutinier Hermann Eppenhoff löste im Laufe der Runde 1970/71 den bisherigen Stammtorhüter Theo Diegelmann durch das Talent aus Eickel ab. Bradler hütete in 21 Spielen in der Regionalliga das Tor der Bochumer. Zusammen mit dem vom Lüner SV gekommenen Vorstopper Dieter Rüsing stabilisierte Bradler die Abwehr des VfL und konnte die Titelverteidigung vor Fortuna Düsseldorf und dem Wuppertaler SV feiern. Auch beim DFB waren die Leistungen von Bradler aufgefallen: Am 16. Februar 1971 stand er im Tor der Juniorennationalmannschaft U 23 in Elbasan gegen Albanien. In der Aufstiegsrunde zur Fußball-Bundesliga im Sommer 1971 bestritte er alle acht Spiele gegen die Konkurrenten VfL Osnabrück, FK Pirmasens, Karlsruher SC und Tasmania Berlin. In der ersten Bundesligasaison des VfL Bochum, 1971/72, war der 1,86 cm großgewachsene Torhüter unumstrittener Stammspieler. Er absolvierte alle 34 Spiele für die Elf von Trainer Eppenhoff. Zusammen mit den erfahrenen Spielern Werner Krämer, Reinhold Wosab, Dieter Zorc und dem Torjäger Hans Walitza hatte er wesentlichen Anteil am Klassenerhalt des Aufsteigers. Zur Runde 1972/73 löste Heinz Höher den Ex-Schalker Eppenhoff auf dem Trainerstuhl ab und vertraute in Zukunft auf den von Alemannia Aachen gekommenen Torhüter Werner Scholz. In den folgenden drei Runden musste sich Hans-Jürgen Bradler mit der Reservistenrolle begnügen. Bis 1975 stand er dadurch nur noch in zehn weiteren Bundesligaspielen im Tor des VfL Bochum. Zur Runde 1975/76 wechselte er zu Westfalia Herne in die 2. Bundesliga Gruppe Nord. In der ersten Saison im Stadion am Schloss Strünkede war er unter Trainer Heinz Murach Stammtorhüter. Er stand in 31 Spielen im Tor der Westfalia. In den nächsten drei Runden gab es ein Wechselspiel mit Lothar Matuschak. In der Saison 1976/77 war Matuschak in der Saison 1977/78 wiederum Bradler * der Stammtorhüter des zur Runde 1977/78 in SC Westfalia Goldin Herne umbenannten Vereines. Als in der Runde 1978/79 die Derbys gegen den DSC Wanne-Eickel auf dem Rundenplan standen, hütete sein Mannschaftskollege und sportlicher Rivale Lothar Matuschak in beiden Begegnungen das Tor von Westfalia. Bradler kam in dieser Runde zu sechs Einsätzen in der 2. Bundesliga Nord. Da im Laufe der Rückrunde das Benzin-Imperium von dem Sponsor Erhard Goldbach pleite ging, gab der Tabellenfünfte Westfalia Herne seine Lizenz zurück und wurde in die Amateurliga eingereiht. Hans-Jürgen Bradler beendete seine Laufbahn in der Bundesliga danach im Sommer 1979 mit 31 Jahren.

Amateurnationalmannschaft, 1970 bis 1972

Der Torhüter des westfälischen Verbandsligisten TB Eickel, der 21-jährige Hans-Jürgen Bradler, bestritt im Frühjahr 1970 zwei Länderspiele in der Fußballnationalmannschaft der Amateure. Am 7. April debütierte er in der von DFB-Trainer Jupp Derwall betreuten Mannschaft beim 2:0 Sieg in Wien gegen Österreich. Es folgten fünf Einsätze in Serie bis einschließlich des Länderspiels am 18. November 1970 in Zagreb gegen Jugoslawien. Am 21. November 1970 bekam dann Hans-Peter Schauber von RW Frankfurt in Athen gegen Griechenland seine Bewährungschance. Bei der Afrikatour zum Jahreswechsel 1970/1971 teilten sich die zwei Torhüter Bradler und Schauber die Spieleinsätze bei den insgesamt sieben ausgetragenen Länderspielbegegnungen. Am 25. August 1971 kam mit Jürgen Muche vom 1. FC Saarbrücken ein dritter Aspirant für den Platz im Tor der Länderelf der Amateure hinzu. Mit dem Debüt von Günther Wienhold am 12. Januar 1972 entbrannte der Kampf um den Torhüterposten für die Olympiamannschaft erneut. Nach dem letzten Länderspiel vor den Münchner Spielen, der 1:2-Niederlage am 30. Juli 1972 in Lübeck gegen Finnland A, wurden personelle Konsequenzen gezogen. Angreifer Edgar Schneider vom FC Bayern München wurde aus dem Turnierkader genommen, Wienhold zur Nummer eins im Tor bestimmt und dadurch Bradler die Reservistenrolle für das Olympiaturnier 1972 in München zugeteilt. Nach dem mit 1:4 Toren verlorenen Zwischenrundenspiel gegen Ungarn am 6. September kam der Keeper des VfL Bochum am zwei Tage später stattfindenden Prestigespiel gegen die DDR zu seinem einzigen Einsatz bei Olympia 1972. Vor der eindrucksvollen Kulisse mit 80.000 Zuschauern im Olympia-Stadion setzte sich die DDR mit 3:2 Toren durch. Gegen den Siegtreffer von Eberhard Vogel in der 83. Minute hatte der Westfale keine Abwehrchance. Mit diesem Einsatz, es war der 20., beendete Hans-Jürgen Bradler seine Karriere in der Amateurnationalmannschaft.

Literatur

  • Deutschlands Fußball, Das Lexikon, Sportverlag Berlin, 2000, ISBN 3-328-00857-8
  • KICKER, Fußball-Almanach `93, Copress-Verlag, 1992, ISBN 3-7679-0398-9
  • Enzyklopädie des deutschen Fußballs, AGON, 1998, ISBN 3-89784132-0
  • 25 Jahre 2. Liga, AGON, 2000, ISBN 3-89784145-2

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