ATL@S

ATLAS (Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungs-System, in einigen Publikationen auch ATL@S geschrieben) ist ein EDV-Verfahren der deutschen Zollverwaltung zur Automatisierung und Beschleunigung der Zollabwicklung. Mit ATLAS werden schriftliche Dokumente der Zollabwicklung (z. B. Einfuhrabgabenbescheide) durch elektronische Nachrichten im Edifact-Format ersetzt.

Die Anmeldedaten werden zentral gespeichert und stehen somit allen relevanten Institutionen zur Verfügung (z. B. Zollämtern, Hauptzollämtern, Prüfungsdiensten, Zollfahndungsämtern, ...).

Darüber hinaus werden regelmäßig Daten für die Außenhandelsstatistik aus Atlas an das Statistische Bundesamt übermittelt.

Im August 2006 wurde ATLAS-Ausfuhr (bestehend aus „AES“ (Automated Export System) und „ECS“ (Export Control System)) eingeführt, welches zum 1. Juli 2009 das bisherige papiergebundene Ausfuhrverfahren für die Wirtschaft ablösen soll. Damit ist der elektronische Datenaustausch mit den Zollbehörden ab dem 1. Juli 2009 für Unternehmen im internationalen Handel bindend. Daraus resultiert, dass alle exportierenden Unternehmen ab Mitte 2009 eine softwaretechnische Anbindung an das elektronische Zollverfahren ATLAS gewährleisten sollten, um notwendige Ausfuhrverfahren starten zu können. Seit dem 1. August 2006 kann ATLAS-Ausfuhr mit Einschränkungen bereits genutzt werden und befindet sich somit bis zum 30. Juni 2009 in der Einführungsphase, so wurde den Unternehmen ausreichend Zeit geschaffen eine ATLAS-Lösung einzuführen.

Unternehmen können auf verschiedene Anbindungskonzepte zurückgreifen. So besteht die Möglichkeit, die Anbindung über eine zusätzliche Software zu realisieren. Diese Möglichkeit ist für Unternehmen geeignet, die ein hohes Exportaufkommen haben. Umfangreichere Lösungen ermöglichen bereits einen compliance test innerhalb vorgelagerter Prozesse und eine Anbindung an die Buchhaltung. Unternehmen benötigen für diese Verfahren als Voraussetzung eine Zollnummer, die eine Kommunikation zwischen der Software des Unternehmens und dem Zollverfahren ATLAS erst ermöglicht. Diese Zollnummer wird vom Informations- und Wissensmanagement Zoll (IWM Zoll) in Dresden vergeben.

Die Kommunikation zwischen Unternehmen und Zoll über eine ASP (Application Service Provider) basierte Lösung zwischengeschalteter Dienstleister realisiert werden. Die Anbindung an ATLAS erfolgt über den Erwerb einer Nutzungslizenz zu einer internetbasierten Applikation. Es muss keine Software erworben und integriert werden. Diese Lösung ist für Unternehmen mit begrenzten finanziellen Ressourcen und überschaubaren Exporttätigkeiten interessant. Eine Zollnummer ist hier nicht erforderlich.

Den niedrigsten Anbindungsgrad für Unternehmen bietet die direkte Kommunikation über www.ausfuhr.internetzollanmeldung.de. Hier beantragen Unternehmen ihre Ausführanmeldungen auf einer ASP-Lösung des Zolls. Eine Zollnummer ist auch hier nicht erforderlich.

Entwickelt und betrieben wird ATLAS vom IT-Dienstleister der Bundesfinanzverwaltung, dem Zentrum für Informationsverarbeitung und Informationstechnik (ZIVIT).

Siehe auch

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