Bradypus torquatus
Kragenfaultier
Kragenfaultier (Bradypus torquatus), Präparat

Kragenfaultier (Bradypus torquatus), Präparat

Systematik
Überordnung: Nebengelenktiere (Xenarthra)
Ordnung: Zahnarme (Pilosa)
Unterordnung: Faultiere (Folivora)
Familie: Dreifinger-Faultiere (Bradypodidae)
Gattung: Dreifinger-Faultiere (Bradypus)
Art: Kragenfaultier
Wissenschaftlicher Name
Bradypus torquatus
(Illiger), 1811

Das Kragenfaultier (Bradypus torquatus) ist eine Art aus der Familie der Dreifinger-Faultiere (Bradypodidae).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Kragenfaultier wird zwischen 45 und 50 Zentimeter groß und 1,9 bis 3,9 Kilogramm schwer. Am kleinen rundlichen Kopf sind keine äußeren Ohren erkennbar, da diese im Fell verborgen sind. Ein Schwanz ist nur rudimentär vorhanden. Das Fell hat eine dichte Unterwolle. Darüber befinden sich längere und deutlich gröbere, hellbraun bis braun gefärbte, Haare. Das Fell schimmert je nach Lichteinfall grünlich, was auf eine Symbiose mit einer Algenart, die im Fell lebt, zurückzuführen ist. Diese Symbiose dient anscheinend der Tarnung vor Fressfeinden. Das Fell im Schulterbereich ist besonders lang und weist eine schwärzliche Färbung auf. Der Scheitel des Felles liegt, wie bei allen Faultieren, auf dem Bauch. So kann das Regenwasser besser abfließen. Die Armer sind deutlich länger als die Beine. Im Gegensatz zu den Zweifinger-Faultieren enden die Arme beim Kragenfaultier in drei Zehen. Alle Zehen enden in hakenförmigen Krallen, wobei die jeweils mittlere Kralle vergrößert ist. Das Gebiss umfasst 18 Backenzähne. Das Kragenfaultier hat keine Eck- und Schneidezähne.

Verhalten

Das Kragenfaultier ist ein Einzelgänger. Die einzigen sozialen Kontakte bestehen zwischen Muttertier und dem Nachwuchs. Es ist dank seiner Fellfärbung gut im Blätterwald getarnt. Sollte sich jedoch einmal ein Fressfeind zu nahe kommen, so ist es durchaus in der Lage, mit seinen Klauen schmerzhafte Hiebe auszuteilen. Die meiste Zeit des Tages, rund 19 Stunden, verbringt es mit Schlafen. Auf den Waldboden steigt es nur herab, um zu einem anderen Baum zu gelangen. Es ist dämmerungs- und nachtaktiv. Wenn Wasser in der Nähe ist, kommt es auch vor, dass sich das Kragenfaultier bei Gefahr ins Wasser fallen lässt. Es gilt als ausgezeichneter Schwimmer.

Verbreitung

Das Kragenfaultier ist heute nur mehr in einem schmalen Küstenstreifen im östlichen Brasilien verbreitet. Dort bewohnt es den tropischen Regenwald vom Tiefland bis in Höhen von rund 1.000 Metern.

Nahrung

Das Kragenfaultier ist ein reiner Pflanzenfresser. Neben Blättern und jungen Trieben frisst es auch Früchte und Wurzelwerk. Der Körper hat sich an den niedrigen Nährstoffgehalt der Nahrung angepasst, indem er den Stoffwechsel auf ein Minimum heruntergefahren hat. Es verfügt über einen mehrkammerigen Magen, in dem Bakterien helfen, die Nahrung fast vollständig zu verwerten.

Fortpflanzung

Die Weibchen werden mit drei bis fünf Jahren geschlechtsreif während die Männchen ein bis zwei Jahre länger brauchen. Die Paarungszeit ist ganzjährig, jedoch fallen die meisten Geburten in die Trockenzeit. Das Männchen versucht das Weibchen mit sehr lauten und schrillen Rufen anzulocken. Nach der Paarung trennen sich die Geschlechter wieder. Nach einer Tragezeit von etwa sechs Monaten bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt. Das Geburtsgewicht beträgt 280 bis 330 Gramm. Die ersten sechs bis sieben Lebensmonate verbringt das Jungtier auf dem Bauch oder dem Rücken der Mutter. Nach zwei bis drei Monaten beginnt bereits die Entwöhnung. Das Jungtier bekommt zu Beginn noch vorgekaute Nahrung, bevor es anfängt, selbständig Blätter zu fressen. Das Jungtier bleibt bis zu acht Monate bei der Mutter. Nach zwei bis drei Jahren sind die Jungtiere ausgewachsen. Kragenfaultiere können über 30 Jahre alt werden.

Gefährdung

Da das Kragenfaultier im hohen Maße an seinen Lebensraum angepasst ist, reagiert es äußerst empfindlich auf Störungen. Die Vernichtung der tropischen Regenwälder stellt dabei das größte Problem dar. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als „stark gefährdet“ geführt.

Literatur

  • David Macdonald, Die große Enzyklopädie der Säugetiere, Ullmann/Tandem
  • Hans Petzsch, Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere, Urania, Stuttgart 1992

Weblinks


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