Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus

Das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus ist ein Kunstmuseum in der brandenburgischen Stadt Cottbus.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Alter Standort Spremberger Straße

Gemessen an der über 200jährigen Geschichte öffentlicher Bilder-Galerien ist diese Kunstsammlung ein sehr junges Museum, das auf zwar nur wenig mehr als drei Jahrzehnte zurückblicken kann, aber sich zu einer der wichtigsten Adressen des kulturellen Lebens der Stadt Cottbus entwickelte. Das Museum wurde 1977 als Abteilung eines Bezirksmuseum gegründet. 1984 erhielt das Museum den Präfix "Staatlichen Kunstsammlungen Cottbus". Die Kunstsammlungen Cottbus waren die dritte Neugründung eines Kunstmuseums in der DDR. Nach regionalen Gesichtspunkten wurde die Standortauswahl getroffen, denn die südöstlich von Berlin gelegene einstige Bezirksstadt war eine der wenigen, die über kein eigenständiges Kunstmuseum verfügte. Nach der Wende wurde es zum Landesmuseum und es erfolgte 1991 die Umbenennung in "Brandenburgischen Kunstsammlungen Cottbus". Mitte 2004 kam es zum der Trägerschaft, das Museum wurde, neben dem Staatstheater Cottbus, Teil der Brandenburgischen Kulturstiftung Brandenburg. Der letzte Namenswechsel fand im April 2006 in Vorwegnahme des zukünftigen Standortes in "Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus" statt. 2008 erfolgte der Umzug vom alten Standort in der Spremberger Straße ins neue Quartier des ehemaligen Dieselkraftwerks. Am 8. Mai 2008 fand Neueröffnung statt.

Architektur

Neuer Standort im ehemaligen Dieselkraftwerk

Der neue Standort des alten Dieselkraftwerk zeichnet sich als ein von seinem bauhistorischen Wert im Land Brandenburg einzigartiges Industriegebäude aus. Allen Außenfassaden sind mit 4,6cm flachen Eisenklinker verarbeitet. Der Umbau zum Kunstmuseum fand von 2004 bis 2008 statt und bietet Ausstellungsfläche auf insgesamt 1.250 m². Die Gesamtkosten des Projektes lagen bei 8 Millionen Euro. Die Fläche teilt sich auf sechs Ausstellungsräume auf, die sich dadurch auszeichnen, dass jeder Raum eine eigene Atmosphäre bietet. Temporäre Austellungen finden in drei Räumen des ehemaligen Maschinenhauses statt. Drei weitere kleinere Räume befinden sich im alten Schalthaus.

Sammlungen

Die konzeptionellen Schwerpunkte der gesammelten Arbeiten konzentrierten sich anfangs vordergründig auf die Bereiche Malerei, Plastik und Grafik. Später kamen die Themengebiete Fotografie und Plakatkunst sowie Künstlerbuch und Buchobjekt hinzu. Inzwischen ist diese Komplexität Teil der Bezeichnung des Hauses: Museum für zeitgenössische Kunst, Fotografie und Plakat.

Die Voraussetzungen eines nicht gewachsenen, sondern gegründeten Kunstmuseums waren in allen Teilen der Sammlungen gleich oder ähnlich gelagert. Es gab kaum nennenswerte Kunstsubstanz, auf die aufzubauen sich lohnte. Nicht großzügige Übereignungen oder spektakuläre Ankäufe markierten die Anfangsjahre, sondern eine regionale Austellungs- und Ankaufspolitik mit Gegenwartskunst. Erst später erweiteren die Verantwortlichen dies auf traditionelle Kunstlinien des 20.Jahrhunderts. Der Museumsbestand repräsentiert Werke vom Dresdener Expressionismus bis zur jüngsten Vergangenheit und umfasst bis dato insgesamt über 23.000 Werke. Die ersten beiden benannten Sammlungen wiesen bis in die neunziger Jahre ausschließlich Kunst der früheren DDR beziehungsweise von nach der politischen Wende 1990 im Osten Deutschlands beheimateten Künstlern auf. Sie zeichnen sich dabei jedoch durch eine große und auffällige Unabhängigkeit von der offiziellen Kunstauffassung der DDR aus.

Bis heute haben sich im Laufe der Jahre vier Sammlungsbereiche gefestigt:

  • die Sammlung Malerei und Skulptur,
  • die Graphische Sammlung (Handzeichnungen, Druckgraphik, Künstlerbücher, Rollos, Collagen),
  • die Sammlung der Fotografie
  • sowie die Plakatsammlung.


Die Sammlung der Fotografie ist die quantitativ wie auch qualitativ umfangreichste Sammlung der Autorenfotografie in den neuen Bundesländern. Sie ist auf die ostdeutschen Regionen beschränkt geblieben, öffnet sich jedoch seit 1993 auch den Gegenwartstendenzen Westdeutschlands und anderer Länder.

In der Gattung Plakatkunst sind durch Ausstellungsreihen wie "Plakate der Welt" internationale Strömungen in Form von Ausstellungsangeboten, Schenkungen und Ankäufen in die Sammlung eingeflossen. Schon vor der Wende konnte im Jahre 1980 eine internationale Sammlung der Plakatkunst als Dauerleihgabe übernommen werden, so dass die Plakatsammlung im Jahr 1995 mit einem etwa 60%igen Anteil deutschen sowie einem Anteil von 40% internationalen Plakat-Designs angegeben werden kann. Das Ausstellungsprogramm mit jährlich ca. zehn Wechselausstellungen in Form von Personal- oder thematisch formulierten Präsentationen erstreckt sich von der klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst. Dies geschieht auf jeder der im Museum erfassten Sparten, angefangen mit Künstlern der Region repräsentierenden Ausstellungen bis zu Schauen auf international anerkanntem Niveau. In dem Bemühen, sowohl regionale als auch weltweit geachtete Kunstleistungen zu präsentieren und differenzierte Besucherinteressen zu berücksichtigen, können die Kunstsammlungen in 20 Jahren auf über 200 Ausstellungen zurückblicken. Zu den Höhepunkten der seit der Wende zählen u.a Arnulf Rainer, Andreas Müller-Pohle, Joseph Beuys, Klaus Staeck, René Groebli, A. R. Penck, Andy Warhol, Camille Graeser, Emil Schumacher, Emil Nolde oder Edvard Munch und Marc Chagall sowie Pablo Picasso.

Weblinks

51.75955833333314.3387757Koordinaten: 51° 45′ 34,41″ N, 14° 20′ 19,59″ O


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