Brandenburgische Technische Universität

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Brandenburgische Technische Universität
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Motto Wir leben Wissenschaft
Gründung 1991
Trägerschaft staatlich
Ort Cottbus
Bundesland Brandenburg
Staat Deutschland
Leitung Walther Christoph Zimmerli
Studenten 6.722 (2011) [1]
Professoren 119 (2011)
Jahresetat 52,9 Mio. € (2010)
Website www.tu-cottbus.de

Die Brandenburgische Technische Universität (BTU Cottbus) wurde 1991 in Cottbus als einzige Technische Universität des Landes Brandenburg gegründet (oft auch als Technische Universität Cottbus bzw. TU Cottbus bezeichnet). Sie beherbergt gegenwärtig (2011) 119 Professoren, 571 wissenschaftliche Mitarbeiter und über 6.700 Studenten, davon rund 990 ausländischer Herkunft aus über 90 Nationen.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vorgeschichte der BTU Cottbus

Diplomanden von 1985 an der Ingenieurhochschule Cottbus

Bereits seit dem Jahr 1948 gab es in Cottbus eine Landeshochbauschule. 1954 kam es zur Gründung der Hochschule für Bauwesen, neben Leipzig und Dresden stellte dies die dritte Bau-Hochschule der DDR dar. In der folgenden Zeit kam die DDR in wirtschaftliche Schwierigkeiten, und auch in politischer Hinsicht wurde die Gangart unter dem Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht strenger. Da der damalige aus Baden-Württemberg stammende Rektor Musterle sich nicht parteikonform verhielt und auch der Cottbuser Studentenfasching der Parteileitung immer wieder durch seine Aktionen negativ aufgefallen war, wurde die Cottbuser Hochschule 1963 geschlossen. Studenten und Mitarbeiter wurden zumindest teilweise von der TU Dresden übernommen.

1969 folgte die Neugründung als Ingenieurhochschule für Bauwesen auf dem Gebiet des heutigen Campus. Unter der neuen Leitung von Rektor Heinz Präßler wurde eine linientreue Hochschule der DDR etabliert. Bis 1974 haben sich neben der Ingenieurhochschule auch drei Fachschulen, zwei Betriebsberufsschulen und zwei Polytechnische Oberschulen in dem so genannten Bildungszentrum angesiedelt.

Rektor Präßler ging 1988 in Ruhestand und wurde von Rektor Horst Brix abgelöst. Im Oktober 1989 erfolgte die Umbenennung der Ingenieurhochschule Cottbus in Hochschule für Bauwesen Cottbus. Im Jahr der Wiedervereinigung 1990 versuchte die Hochschule intern die Weichen für einen fließenden Übergang zum vereinten Deutschland zu stellen. Der zu den so genannten Hardlinern zählende Brix wurde durch den gemäßigteren Rektor Bernd Wagenbreth ersetzt.

BTU Cottbus

Gründungsphase von 1991 bis 1996

Blick über das Forum zum Zentralen Hörsaalgebäude (Audimax).

Am 15. Mai 1991 beschloss der brandenburgische Landtag mit der Verabschiedung des Brandenburgischen Hochschulgesetzes die Errichtung der Technischen Universität Cottbus (TU Cottbus). Sieben Tage darauf wurden die Mitglieder der Gründungskommission unter Vorsitz von Prof. Günter Spur vom Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg, Hinrich Enderlein, berufen. Am 14. Juni fand die konstituierende Sitzung der Gründungskommission statt und am 15. Juli die Gründung der TU Cottbus. Mit den fünf Studiengänge Architektur, Bauingenieurwesen, Elektrotechnik, Umweltwissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen nahm die Universität am 1. Oktober im Wintersemester 1991/92 den Lehrbetrieb auf. 1992 folgten die Berufungen der ersten Kern-Professoren in den neu gebildeten Fakultäten.

Am 9. Juli 1993 empfahl der Wissenschaftsrat die Aufnahme der TU Cottbus in die Anlage zum Hochschulbauförderungsgesetz (HBFG). Die TU Cottbus wurde daraufhin in die Bauförderung aufgenommen.

Am 1. Juni 1994 fanden die ersten Wahlen der Fakultätsräte statt. Im selben Jahr schlug Gründungspräsident Prof. Spur während der zweiten Lausitzer Wissenschaftstage vor, die TU Cottbus künftig Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU Cottbus) zu nennen. Am 7. Dezember folgten die ersten Wahlen des Senats und des Konzils und am 9. Dezember die Verabschiedung des Gründungssenats durch den Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg Steffen Reiche. Senat und Konzil konstituierten sich am 12. Januar 1995. Als Vorsitzende des Konzils wurde am 9. Februar Prof. Sabine Pickenhain gewählt. Das Konzil wählte – auf Vorschlag des noch amtierenden Gründungspräsidenten – die Prorektoren für Lehre, Studium und Studienreform, Prof. Wolfgang Cezanne, für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Prof. Reinhard Hüttl, und für Planung und Finanzen, Prof. Matthias Kleiner. Am 6. Dezember wurde Prof. Ernst Sigmund der erste vom Konzil gewählte Präsident der BTU Cottbus. Das Konzil wählte – auf Vorschlag des neu gewählten Präsidenten – am 30. Januar 1996 die Prorektoren für Lehre, Studium und Studienreform, Prof. Wolfgang Cezanne, für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Prof. Reinhard Hüttl, und für Planung und Finanzen, Prof. Jörg Kühn. Am 1. Februar wurde von Minister Reiche Prof. Sigmund in sein Amt als Präsident eingeführt.

Profilierung und Ausbau von 1996 bis 2006

Mit dem Amtsantritt von Ernst Sigmund erfolgte die Profilierung der Universität in den Bereichen Bauen, Energie, Umwelt und Informationstechnologie. Mit den steigenden Studentenzahlen wurde der Campus stetig erweitert und den neuen Bedürfnissen angepasst. So entstand im Juni 1998 nach mehrjähriger Bauzeit das Zentrale Hörsaalgebäude (ZHG), welches neben kleineren Hörsälen und Seminarräumen auch das Audimax mit ca. 1000 Sitzplätzen beherbergt. Im folgenden Jahr wurde das Internationale Begegnungszentrum (Ludwig-Leichhardt-Haus) als Gästehaus für ausländische und deutsche Gastwissenschaftler fertiggestellt. Im Wintersemester 1999/2000 konnte die Universität erstmalig über 1000 neue Studenten begrüßen und die Gesamtzahl der Studierenden stieg auf über 4000.[2]

Zum zehnjährigen Bestehen der BTU im Juli 2001 besuchte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder die Universität in einem feierlichen Festakt. Im Juni 2002 wurde das interdisziplinäre Forschungsinstitut für Leichtbauwerkstoffe Panta Rhei eröffnet. Nach der Umgestaltung der Lehrgebäude 2A–D (früher Lehrgebäude 4–7) wurde im Jahre 2004 mit dem Bau der Konrad-Wachsmann-Allee als zentrale Fußgängerpromenade begonnen.

Die moderne Universitätsbibliothek von den Architekten Herzog & de Meuron.

Im Dezember 2004 eröffnete das neue Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum (IKMZ) der Architekten Herzog & de Meuron, das unter anderem die neue Zentralbibliothek der Universität beherbergt. Gut ein halbes Jahr später, im Juni 2005, wurde die Amateurfunktstation mit dem Rufzeichen DKØBTU eingeweiht und wird seitdem für Lehrveranstaltungen und Funkabende genutzt.

Führungswechsel und Wachstum ab 2006

Das Auditorium Maximum (Audimax) während einer Einführungsveranstaltung für neue Studierende
Historisches Logo

Der Senat wählte am 7. Juni 2006 Prof. Dr. Jürgen Kurths zum neuen Präsidenten der BTU Cottbus, der die Wahl am 13. Juni annahm, das Amt allerdings nicht antrat. Er begründete diesen Schritt in einer Pressemitteilung der Universität Potsdam damit, dass das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg seinen Forderungen nach einer besseren finanziellen Ausstattung der BTU Cottbus nicht entgegenkam. Die BTU Cottbus war in der Folgezeit erstmals führunglos. Erst am 27. Februar 2007 wurde Walther Christoph Zimmerli zum neuen Präsidenten gewählt, der sein Amt dann auch am 15. Mai antrat.

Seit dem 1. Oktober 2006 bzw. dem Wintersemester 2006/07 gibt es das neue Semesterticket für damals 94 Euro, das für alle öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin und Brandenburg (VBB) und den RE18 Cottbus – Dresden gilt. Zuvor gab es mehrere Urabstimmungen, in denen die Studierenden selbst über die Einführung des Semestertickets entscheiden konnten. Nach mehreren Wahlgängen, in denen das Semtix abgelehnt wurde, erhielt es im Sommer 2006 eine knappe Mehrheit.

Zu Beginn des Wintersemesters 2008/09 wurde das umgestaltete Hauptgebäude feierlich eingeweiht. Es beherbergt nun neben den Büroräumen für die Verwaltung, das Studierendensekretariat und die Zentrale Studienberatung auch das Akademische Auslandsamt sowie Lehrstühle der Informatik und der Mathematik. Als Besonderheit gilt die offene Gestaltung der Fassade im Foyerbereich, welche die Konrad-Wachsmann-Allee scheinbar durch das Gebäude hindurch verlaufen lässt. Mit der Umgestaltung des Hauptgebäudes wurde auch das Lehrgebäude in der Ewald-Haase-Straße nicht mehr benötigt und der Mietvertrag im Frühjahr 2009 aufgelöst.

Im Sommer 2009 erhielt die BTU ein neues Logo und führte ein einheitliches Corporate Design ein. Dabei wurde das alte Logo mit dem Märkischen Adler durch eine geschwungene Variante des Kürzels btu ersetzt.

Im Zuge des bundesweiten Bildungsstreiks gab es auch in Cottbus Diskussionen und Proteste zur Verbesserung der Studienbedingungen. In der ersten Phase des Bildungsstreiks, vom 15. bis 19. Juni 2009, wurde in kleineren Kundgebungen auf Probleme und Defizite im derzeitigen Bildungssystem aufmerksam gemacht. In einer zweiten Phase erarbeiteten Interessenvertreter der Studierendenschaft gemeinsam mit der Hochschulleitung die Cottbuser Bildungsdeklaration, welche am 4. Dezember 2009 vom Präsidenten sowie von Vertretern des Studierendenrats und des Studierendenparlamanets unterschrieben wurde. In dieser Deklaration solidarisierten sich die Universitätsleitung und die Studierendenschaft mit den bundesweiten Protesten und forderten unter anderem eine Verbesserung der Betreuungsrelationen durch mehr Personaleinsatz.[3] In einer Vollversammlung am 9. Dezember 2009 bekräftigte die Studierendenschaft die Cottbuser Bildungsdeklaration, ohne sich aber auf eine Verschärfung der Proteste (z.B. Besetzung des Audimax) zu einigen.[4]

Mit dem Beginn des Wintersemesters 2010/2011 erreichte die Studierendenzahl eine neuen Höchststand mit über 6600 eingeschriebenen Studenten.

Gliederung

Panoramabild vom Lehrgebäude 1A auf dem Campus. Hier befinden sich die Hörsäle 1 und 2 sowie einige physikalische Lehrstühle.

Die BTU Cottbus gliedert sich in vier Fakultäten, vier zentrale wissenschaftliche Einrichtungen und vier Betriebseinheiten.

Fakultäten

Zentrale wissenschaftliche Einrichtungen

  • Centrum für Energietechnologie Brandenburg (CEBra)
  • Forschungszentrum Landschaftsentwicklung und Bergbaulandschaften (FZLB)
  • Humanökologisches Zentrum (HÖZ)
  • Zentrum für Rechts- und Verwaltungswissenschaften (ZfRV)
  • Zentrum zur Modellierung und Erfassung von komplexen Strömungsvorgängen (CFTM²)

Betriebseinheiten

Studenten im IKMZ
  • Informations, Kommunikations- und Medienzentrum (IKMZ)

Das Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum (IKMZ) ist eine Einrichtung der BTU Cottbus, in der die Universitätsbibliothek, das Rechenzentrum, das Multimediazentrum und die Betriebliche Datenverarbeitung unter einer gemeinsamen Leitung zusammengefasst sind. In der Universitätsbibliothek stehen auf sieben Etagen insgesamt 620 Arbeitsplätze mit über 870.000 Medien, 900 laufenden Zeitschriften sowie ca. 8.700 E-Books zur Verfügung.[5] Das Gebäude des IKMZ wurde von den renommierten Architekten Herzog & de Meuron entworfen und ist seit der Fertigstellung im Jahre 2004 das neue Wahrzeichen der Universität. Es erhielt 2007 den Architekturpreis Große Nike und eine Nike in der Kategorie „architektonischer Gesamtausdruck“.

  • Zentralstelle für Weiterbildung (ZfW)
  • Zentrale Einheit Sprachen (ZSp)

Im Sprachenzentrum findet die Sprachausbildung für Studierende und Mitarbeiter der Universität statt. Das Sprachkursangebot umfasst insgesamt zwölf Fremdsprachen in unterschiedlichen Niveaustufen. Neben den gängigen Fremdsprachen wie Englisch, Französisch und Spanisch werden auch eher seltenere Sprachen wie Griechisch oder Schwedisch unterrichtet. Für ausländische Studierende gibt es in jedem Semester Deutsch-Intensivkurse, die mit der Deutschen Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH) abgeschlossen werden können. Das Sprachenzentrum ist Mitglied im Arbeitskreis der Sprachenzentren, Sprachlehrinstitute und Fremdspracheninstitute (AKS), einer Vereinigung für Fremdsprachenlehre an deutschen Hochschulen.[6]

  • Zentrale Einheit Hochschulsport (ZEH)

Die Zentrale Einheit Hochschulsport organisiert den Hochschulsport und veranstaltet Lehrgänge und Wettkämpfe auf dem Campus der BTU. Siehe auch: Sport an der BTU.

Hochschulpolitik

Der Präsident der Hochschule ist seit 2007 der Schweizer Philosoph Walther Christoph Zimmerli. Nach § 63 des Brandenburgischen Hochschulgesetzes leitet er die Hochschule in eigener Zuständigkeit und Verantwortung und vertritt sie nach außen. Zudem erarbeitet er Konzepte für die Hochschulentwicklung und koordiniert Forschung und Lehre. Seine Amtszeit beträgt sechs Jahre und eine Wiederwahl ist möglich.

Der Kanzler leitet die Verwaltung der Hochschule unter der Verantwortung des Präsidenten und ist Beauftragter für den Haushalt. Er wird vom Präsidenten bestellt.

Der Senat ist das höchste Organ der BTU und entscheidet unter anderem über Prüfungsordnungen und wählt den Präsidenten. Dem Senat gehören neben sechs Vertretern aus der Gruppe der Professorinnen und Professoren, auch zwei Vertreter der Gruppe der akademischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zwei Vertreter aus der Gruppe der Studierenden und ein Vertreter aus der Gruppe der sonstigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an. Die studentischen Vertreter werden jährlich von der Studierendenschaft gewählt, während die anderen Mitglieder alle zwei Jahre gewählt werden.

Das Studierendenparlament (StuPa) ist das Legislativorgan der Studierendenschaft. Es bestimmt die politische Strategie und die Grundlinien der aktuellen Bildungs- und Hochschulpolitik. Es gibt weiterhin die Struktur des Studierendenrates (StuRa) vor und wählt dessen Referentinnen und Referenten. Darüber hinaus entscheidet es unter anderem über den Haushalt der Studierendenschaft. Das Studierendenparlament ist das oberste beschlussfassende Organ der Studierendenschaft und besteht in der Regel aus 30 Parlamentarierinnen und Parlamentariern.

Der Studierendenrat (StuRa) ist das Exekutivorgan des Studierendenparlamentes. Er vertritt die Studierendenschaft nach innen und außen und steht in direkten Kontakt mit den Fachschaftsräten der jeweiligen Studiengänge. Im Studierendenrat gibt es verschiedene Referate (z.B. Hochschulpolitik, Kultur, Sport, Soziales, Umwelt), die von verschiedenen Referentinnen bzw. Referenten geleitet werden.

Studium

Angebotene Studiengänge

Mit dem Wintersemester 2009/2010 wurden an der BTU Cottbus alle Studiengänge nach den Richtlinien des Bologna-Prozesses auf Bachelor und Master umgestellt. Eine Einschreibung in Diplomstudiengänge ist nur noch für Studienortwechsler in höhere Semester auslaufender Diplomstudiengänge möglich.

Angebotene Studiengänge:[7]

  • Environmental and Resource Management (Bachelor/Master)
  • Euro Hydro-Informatics and Water Management (Master)
  • Informatik (Bachelor/Master)
  • Informations- und Medientechnik (Bachelor/Master)
  • Kultur und Technik (Bachelor/Master)
  • Landnutzung und Wasserbewirtschaftung (Bachelor/Master)
  • Maschinenbau (Bachelor/Master)
  • Mathematik (Bachelor/Master)
  • Nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien (Master)
  • Physik (Bachelor/Master)

Die Einschreibung für Bachelor-Studiengänge ist nur zum Wintersemester möglich, bei den Master-Studiengängen zum Teil auch zum Sommersemester. Die Studiengänge Environmental and Resource Management, Euro Hydro-Informatics and Water Management und World Heritage Studies werden komplett in Englisch unterrichtet. Ein Auslandsaufenthalt an einer der Cottbuser Partneruniversitäten ist in diesen Studiengängen obligatorisch.

Semestergebühren und Semesterticket

Für ein Studium an der BTU Cottbus wird ein Semesterbeitrag von 220,70 Euro erhoben. Dieser Beitrag setzt sich zusammen aus den Gebühren für das Studentenwerk, die Studierendenschaft, dem Sozialfonds, den Immtatrikulationsgebühren und den Gebühren für das Semesterticket. Es werden sonst keine weiteren Studiengebühren erhoben.

Das Semesterticket, welches mit 101,25 Euro einen Großteil der Semesterbeitrags ausmacht, erlaubt den Studierenden die Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin und Brandenburg (VBB-Gesamtnetz) sowie die Nutzung der Bahnlinie RE18 nach Dresden Hauptbahnhof. Auch die freigegebenen IC/EC-Fernverkehrszüge können innerhalb von Berlin-Brandenburg mit dem Semesterticket genutzt werden.

Internationale Partnerschaften

Als Universität mit einem hohen Anteil ausländischer Studierenden pflegt die BTU Cottbus Beziehungen zu Partneruniversitäten weltweit. Ein Studierendenaustausch ist über das Erasmus-Programm oder dem hochschuleigenen Austauschprogramm STUDEXA möglich. Es bestehen unter anderem Partnerschaften zu den folgenden Universitäten:[8]

Studium und Familie

Die Universität verfolgt verschiedene Maßnahmen, um die Arbeits- und Studienbedingungen möglichst familienfreundlich zu gestalten. So gelten für Mitarbeiter flexible Arbeitszeiten (Teilzeitarbeit, Gleitzeitarbeit, Freizeitausgleich für Mehrarbeit) und Urlaubsregelungen mit grundsätzlicher Rücksicht auf Schulferien. Für die Studierenden gibt es besondere Regelungen in den Studien- und Prüfungsordnungen, welche den Mutterschutz sowie die Krankheit von Kindern als eigenständige Gründe für Fristverlängerungen akzeptieren.

Zum Wintersemester 2008/2009 wurde ein Eltern-Kind-Zimmer im renovierten Hauptgebäude eingerichtet, welches kinderfreundlich gestaltet wurde und den Eltern einen Arbeitsplatz für die Erledigung von Dienst- und Studienaufgaben bereitstellt. Für die Tagesbetreuung der Kinder betreibt das Studentenwerk eine eigene Kindertagesstätte für bis zu 95 Kinder. In der Mensa gibt es eine Kinder-Spielecke mit Hochstühlen und einen gesonderten Wickelraum. Weiterhin zahlt der Studierendenrat auf Antrag ein Begrüßungsgeld von 100 € für jedes Neugeborene eines eingeschriebenen Studenten der BTU.

Für diese Maßnahmen wurde die Universität im Jahr 2009 von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung zertifiziert und als besonders familiengerechte Hochschule ausgezeichnet.

Erstwohnsitzmodell

Das Erstwohnsitzmodell der Stadt Cottbus gewährt allen Studierenden einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 150 Euro, sofern der Studierende in mindestens zwei Gemeinden in Deutschland gemeldet ist und in Cottbus den Hauptwohnsitz angemeldet hat. Dieser Zuschuss muss bei der Stadt Cottbus jährlich beantragt werden.

Studentische Projekte und Vereine

Der Lehrstuhl Medientechnik unterhält auf dem Campus ein voll ausgestattetes Fernsehstudio, welches zur Produktion des studentischen Fernsehsenders CampusTV genutzt wird. Studenten verschiedener Fachrichtungen produzieren hier monatlich eine halbstündige Sendung mit Berichten, Reportagen und Interviews rund um das Studentenleben in Cottbus. Die Sendung wird wöchentlich auf dem lokalen Fernsehsender Lausitz-TV (LTV) sowie im Internet ausgestrahlt.

Weiterhin stellt die Universität ein eigenes Team bei der Formula Student, einem studentischen Konstruktionswettbewerb zum Bau eines eigenen Rennwagens. Ziel dieses Wettbewerbs ist neben der erfolgreichen Teilnahme an einem internationalen Rennen auch ein gutes Gesamtpaket aus Konstruktion, Finanzplanung und Verkaufsargumenten zu schaffen.

Das Team vom Unikino Cottbus präsentiert jeden Dienstag ausgewählte Filme im Großen Hörsaal der BTU. Die Filme laufen abwechselnd in deutscher und englischer Sprache und bedienen verschiedene Genres. Zu Beginn jedes Wintersemesters organisiert das Organisationsteam Infowoche (OTIWO e.V.) eine Einführungs- und Kennenlernwoche für die neuen Studenten. Neben der Paddeltour im nahegelegenen Spreewald gehört die Stadtrallye zu den (quasi) Pflichtveranstaltungen eines jeden Erstsemestlers.

Weitere studentische Vereine (Auswahl)

  • jalta.consultants e.V. (Studentische Unternehmensberatung)
  • Börsenclub Cottbus e.V.
  • Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure Hochschulgruppe Cottbus e.V.
  • Universitäts-Bridge-Club Cottbus e.V. (UBCC)
  • Gilde der studentischen Faschingstreiber 1971 e.V. (GsFt)
  • Scolares Artium Circensium e.V.
  • eCampus-Lausitz e.V. (gemeinsam mit der Hochschule Lausitz)

Forschung

Schwerpunkte

Forschungsgebäude für Leichtbauwerkstoffe.

Das Forschungsprofil der BTU Cottbus wird durch vier Themenschwerpunkte gebildet:

  • Material
  • Energie
  • Umwelt
  • Information und Kommunikation

In diesen Kernbereichen verfolgt die BTU Cottbus jeweils ausgewählte Schwerpunktthemen, die zu sieben fakultätsübergreifenden Forschungsprofilbereichen geführt haben, die interdisziplinär miteinander verbunden sind und sich wechselseitig ergänzen:

  • Regionaler Wandel und Landschaftsentwicklung
  • Leichtbau und Funktionsmaterialien
  • Wandlung, Übertragung und Nutzung von Energie
  • Fahrzeug- und Antriebstechnik
  • Informationstechnologie und Kommunikation
  • Modellierung und Simulation
  • Technische und soziale Phänomene Mensch – Umwelt – Gesellschaft

Sonderforschungsbereiche

Im Sonderforschungsbereich-Transregio „Strukturen und Prozesse der initialen Ökosystementwicklung in einem künstlichen Wassereinzugsgebiet“ (SFB/TRR 38) erforscht die BTU Cottbus zusammen mit der TU München und der ETH Zürich im Tagebau Welzow-Süd die Rekultivierung von Tagebaulandschaften.

Graduiertenschule

An der Internationalen Graduiertenschule können Absolventen verschiedener Fachrichtungen ein Promotions-Studium absolvieren. Das Promotionsstudium dauert in der Regel sechs Semester und beinhaltet die Anfertigung einer forschungsorientierten Dissertation, die sich an den Forschungsschwerpunkten der BTU orientiert. Die Doktoranden werden dabei in verschiedene Fachklassen aufgeteilt:

  • Dependable Hardware / Software Systems
  • Historische Baukultur
  • Fertigungsgerechtes Design mit strukturierten Halbzeugen
  • Angewandte Ökosystemforschung und Landschaftswandel
  • International Graduate School of Heritage Studies

Auszeichnungen

Die BTU Cottbus belegt im aktuellen Ranking des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) im bundesweiten Vergleich Spitzenplätze in den Studiengängen Architektur,[9] Elektrotechnik,[10] Maschinenbau[11] und Wirtschaftsingenieurwesen.[12] Hierbei werden die Ausstattung der Uni sowie das Betreuungsverhältnis zwischen Dozenten und Studierenden positiv hervorgehoben. In den aktuellen Erhebungen der Fächer Wirtschaftsingenieurwesen (2008) und Architektur (2010) ist die BTU als beste Universität Deutschlands bewertet.

Die Universitätsbibliothek gehört nach dem Bibliotheksindex des Deutschen Bibliotheksverbandes und der Bertelsmann-Stiftung zu den besten wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland [13] und wurde 2006 als Bibliothek des Jahres ausgezeichnet.

Die Uni wurde mehrfach bei der Standortinitiative Deutschland – Land der Ideen der Bundesregierung ausgezeichnet. Die Universitätsbibliothek war im Jahr 2006 einer der 365 Orte im Land der Ideen. Im Jahr 2008 wurde das BTU-Forschungszentrum Panta Rhei ein ausgewählter Standort und im Jahr 2009 das BTU-Forschungsprojekt Künstliches Wassereinzugsgebiet im Tagebau Welzow-Süd.[14]

Campus und Studentenleben

Lage des Campus

Blick vom Hauptgebäude auf den zentralen Campusplatz.

Die Universität befindet sich nordwestlich der Altstadt von Cottbus und ist eine Campus-Hochschule mit ca. 300.000 m² Fläche.[1] Wenige Lehrstühle der Fakultät für Umweltwissenschaften und Verfahrenstechnik sind vom eigentlichen Campus weiter entfernt und zu Fuß zu erreichen. In unmittelbarer Nähe zum Campus befindet sich das Einkaufszentrum Spree Galerie sowie das Sport- und Freizeitbad Lagune. Der Bahnhof Cottbus ist ca. 1,5 km entfernt und über die Buslinie 16 direkt vom Campus aus zu erreichen.

Das Studentenwerk Frankfurt/Oder betreibt auf dem Campus eine Hauptmensa, die pro Tag etwa 2500 Mahlzeiten für Studierende, Mitarbeiter und Gäste der BTU ausgibt. In dem gleichen Gebäude befinden sich auch eine Cafeteria, eine Brasserie und kleinere Geschäfte. In direkter Nachbarschaft zur Mensa befinden sich außerdem die Studentenwohnheime in der Universitätsstraße und in der Erich-Weinert-Straße. Das Studentenwohnheim in der Potsdamer Straße ist ca. 1 km entfernt.

Kultur

Siehe auch: Cottbus.

Studentenclubs

Im direkten Umfeld zur Universität befinden sich die Studentenklubs Muggefug, quasiMONO und die Bühne 8. Das Muggefug und das quasiMONO dienen als Veranstaltungsorte für Konzerte, Kino, Kabarett und Discos. Die Bühne 8 zeigt darüber hinaus verschiedene Reihen des Studentheaters. Viele Universitätsgebäude auf dem Campus selbst wie beispielsweise das Zentrale Hörsaalgebäude oder die Mensa sind stadtweit bekannte Veranstaltungsorte für studentisch sowie privat organisierte Partyreihen, Kino, Vortragsreihen und Lesungen.

Der Studentenkeller (Stuk) in der Innenstadt von Cottbus wurde im Dezember 2007 nach 35 Jahren Partygeschichte geschlossen. Der Grund für die Schließung waren unterschiedliche Vorstellungen für die Zukunft zwischen dem Betreiber und dem Vermieter der Räumlichkeiten.[15]

Theater

Sei 1996 findet jeden Januar das vom Studentenwerk Frankfurt (Oder) und dem Studierendenrat der BTU Cottbus veranstaltete Studentenkabarett-Festival Ei(n)fälle mit bundesweiter Beteiligung statt. Spielstätte ist neben universitätseigenen Gebäuden und der Bühne 8 auch das Staatstheater Cottbus.

Konzerte und Festivals

Die Studierendenräte der BTU Cottbus und der Hochschule Lausitz veranstalten jedes Jahr gemeinsam ein Sommerfest mit kostenlosen Open-Air-Konzerten auf dem Campus der BTU. Unter anderem haben dort Bands wie Jennifer Rostock, Knorkator, Turbostaat, Ohrbooten, Juli oder K.I.Z. gespielt. Der Campus wird zum Teil auch für kommerzielle Konzerte genutzt (u.a. Wir sind Helden, Roland Kaiser).

Sonstige Veranstaltungen

Mit dem ebenfalls von Studenten organisierten Architekturwettbewerb Arch.stars findet seit dem Jahr 2004 ein Forum für Architekturstudenten aus ganz Deutschland statt. Die Gewinner des Wettbewerbs werden von den Teilnehmern selbst und dem Publikum bestimmt. Die Ausstellung findet an mehreren Orten der Stadt Cottbus statt.

Sport

Studenten und Mitarbeiter der Universität haben die Möglichkeit, bei der Zentraleinrichtung Hochschulsport Sportkurse zu belegen. Das Angebot dort umfasst neben klassischen Sportarten wie Fußball, Handball, Volleyball und Boxen auch weniger bekannte Sportarten wie Ultimate, Lacrosse, Capoeira oder Rugby. In Summe werden etwa 45 Sportkurse von der Universität angeboten.[16] Als Trainingstätten werden vorwiegend die Sporthalle und der Sportplatz am nördlichen Ende des Campus genutzt. Einzelne Sportkurse wie American Football, Baseball oder Kraftsport werden auch über den Hochschulsportverein Cottbus angeboten.

Die Universität ist Mitglied im Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband und nimmt regelmäßig an den bundesdeutschen Sportwettkämpfen teil. Die Handball-Abteilung des damaligen Universitätssportverein Cottbus konnte sich in den Jahren 2000 bis 2003 in der 2. Handball-Bundesliga behaupten. Das Volleyballteam gewann im Jahre 2005 in Freiburg den ADH-Pokal für Universitäten mit weniger als 10.000 Studenten. Im Jahre 2006 errang das Basketballteam in Ulm mit einem 47:31-Finalsieg gegen den Gastgeber den ADH-Pokal und wurde somit erstmals Deutscher Meister (in der Kategorie Hochschulen bis 10.000 Studenten). Diesen Titel konnte das Basketballteam in den folgenden zwei Jahren verteidigen und musste sich erst im Jahr 2009 wieder im Finale, nach 20 Siegen in Folge, gegen Kaiserslautern geschlagen geben. Im Jahr 2011 gelang es erneut die Meisterschaft zu gewinnen. Hier setze man sich mit einem deutlichen 61:32-Sieg, im Finale, gegen die Universität Koblenz durch.[17][18]

Die Universität ist Partnerhochschule des Spitzensports und bietet Kaderathleten besondere Studienbedingungen, um Nachteile aufgrund des sportlichen Engagements zu verhindern. Vorbereitungen für Meisterschaften können als Urlaubssemester angerechnet sowie Abgabe- und Prüfungstermine angepasst werden.

Kunst

Der Brunnen des Friedens vor den damaligen Studentenwohnheimen der Ingenieurhochschule Cottbus.

Seit 1997 gibt es eine Kommission Kunst und Campus an der BTU, die sich für den Erhalt und die Neuinstallation von Kunstwerken auf dem Campus einsetzt. Das neueste Kunstwerk mit dem Namen Universitas wurde im Oktober 2009 im Foyer des Hauptgebäudes eingeweiht. Es handelt sich dabei um einen 2,20 Meter großen Ring aus Solarmodulen, der auf die Allgegenwart elektromagnetischer Energie hinweisen soll. Der Licht-Orbiter macht diese Energie sichtbar, in dem er sie über die Solarmodule und einen Elektromotor in kinetische Energie umwandelt.

Weitere Kunstwerke auf dem Campus sind:

  • Brunnen des Friedens von Walter Heinrich (1986)
  • Klanginstallation von Rolf Julius (1999)
  • Durch - Gang von Prof. Jo Achermann (2001)
  • Kaleidoskop von Christian Eiser (2002, derzeit nicht installiert)
  • Echo von Andreas Schmidt (2005)
  • Winddrehschilder von Hester Oerlemans (2006)

Religion

Es gibt an der Universität eine Studentengemeinde, die für alle Studierenden und Mitarbeiter der Universität offen steht. Die Studentengemeinde ist eine Einrichtung der Evangelischen Landeskirche, steht aber auch für Hochschulangehörige katholischen Glaubens offen.

Persönlichkeiten

Präsidenten

Professoren

→ Siehe auch: Hochschullehrer in Cottbus

Ehrendoktoren (Auswahl)

Sportler

Siehe auch

Quellen und Einzelnachweise

  1. a b c Leitbild, http://www.tu-cottbus.de/btu/de/universitaet/leitbildpraedikate.html, 3. September 2011
  2. tu-cottbus.de: Erstmals über 1000 Neu-Immatrikulierte (Link nicht mehr abrufbar), Zugriff am 25. Juli 2009
  3. stura-cottbus.de: Cottbuser Bildungsdeklaration, Zugriff am 5. März 2010
  4. stura-cottbus.de: Pressemitteilung zur Vollversammlung der Studierendenschaft der BTU Cottbus am 9. Dezember 2009, Zugriff am 5. März 2010
  5. tu-cottbus.de: Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum der BTU Cottbus: Bibliothek, Zugriff am 16. April 2010
  6. tu-cottbus.de: Aufgaben und Leistungen des Sprachenzentrums (Link nicht mehr abrufbar), Zugriff am 2. April 2010
  7. tu-cottbus.de: Studienangebot, Zugriff am 5. Juli 2009
  8. tu-cottbus.de: Internationale Beziehungen, Zugriff am 19. April 2009
  9. ranking.zeit.de: Hochschulranking für Architektur, Zugriff am 6. Mai 2010
  10. ranking.zeit.de: Hochschulranking für Elektrotechnik, Zugriff am 6. Mai 2010
  11. ranking.zeit.de: Hochschulranking für Maschinenbau, Zugriff am 6. Mai 2010
  12. ranking.zeit.de: Hochschulranking für Wirtschaftsingenieurwesen, Zugriff am 6. Mai 2010
  13. Ergebnisse - Datenbank des BIX Der Bibliotheksindex, http://www.bix-bibliotheksindex.de/vergleich_wb/index.php?nID=19, Internetseiten des BIX Der Bibliotheksindex, 3. März 2008
  14. tu-cottbus.de: Pressemitteilung, Zugriff am 24. April 2009
  15. J. Schulze: Cottbuser Studentenkeller schließt. In: Lausitzer Rundschau. 8. Dezember 2007
  16. tu-cottbus.de: Zentraleinrichtung Hochschulsport, Zugriff am 19. April 2009
  17. adh.de: Ergebnisse im Basketball beim ADH-Pokal, Zugriff am 19. April 2009
  18. Vgl. niederlausitz-aktuell.de: Pokal bleibt in Cottbus - BTU-Basketball-Team ist zum dritten Mal adh-Pokalsieger, Meldung vom 18. Juni 2009

Weblinks

 Commons: Brandenburgische Technische Universität – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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