ATP Hamburg

Tennis International German Open

ATP World Tour
Austragungsort Hamburg
DeutschlandDeutschland Deutschland
Entstehung 1892
Kategorie World Tour 500
Turnierart Freiplatzturnier
Spieloberfläche Sand
Preisgeld 1.420.000 US-$
Center Court 12.713 Zuschauer
Website Offizielle Website
Stand: 04.09.2009

Das ATP-Turnier von Hamburg (offiziell International German Open) ist ein deutsches Herren-Tennisturnier, das jährlich am Hamburger Rothenbaum ausgetragen wird. Der Wettbewerb gehörte bis 2008 zur Masters-Serie der ATP und hieß bis dahin Hamburg Masters. Seit 2009 ist es Bestandteil der ATP World Tour 500. Der Center Court bietet insgesamt 12.713 Zuschauern Platz.

Neben dem Herren-Turnier wurden am Rothenbaum zwischen 1896 und 2002 auch Damen-Tennisturniere und 1906 bis 1974 Mixed-Wettbewerbe ausgetragen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg

Die ersten „Internationalen Deutschen Meisterschaften im Tennis“ fanden 1892 in Hamburg statt. Sie gehören somit wie die heute als Grand Slam-Turniere bekannten Offenen Meisterschaften von Australien, Frankreich, England und die US Open zu den ältesten und traditionsreichsten Turnieren der Welt. Wie dort waren auch hier anfangs nur die Männer teilnahmeberechtigt.

Die Internationalität des Turniers bestand zu Beginn nur in der Tatsache, dass auch österreichische Staatsbürger zugelassen sind. Als Ort wählte man die Anlage des „Eisenbahnvereins auf der Uhlenhorst“, die heute unter dem Namen „Klipper THC Hamburg“ bekannt ist. Die erste Austragung vom 27. August 1892 an war vom Ausbruch der Cholera überschattet; das Turnier wurde unterbrochen und fand erst einen Monat später mit dem 19-jährigen Walter Bonne seinen ersten Sieger.

1894 fand das Turnier erstmals auf dem Areal des heutigen Rothenbaums (Club an der Alster) statt. Das Jahr 1897 sah die ersten wirklich „offenen“ deutschen Meisterschaften und den Engländer Hillyard als Sieger. Von 1898 bis 1901 wurde das Turnier in Bad Homburg vor der Höhe ausgetragen. Grund hierfür waren Finanzierungsschwierigkeiten der austragenden Hamburger Eisenbahnvereine.

1902 wurde der Deutsche Tennis Bund gegründet. Im selben Jahr kehrten die German Open an den heutigen Austragungsort, den Hamburger Rothenbaum, zurück. Bis zum Ersten Weltkrieg wurden die Meisterschaften noch im örtlichen Wechsel mit der Anlage „Uhlenhorst“ durchgeführt. Erstmals wurde ein Herren-Doppel-Titel ausgelobt. 1906 wurde erstmals ein Mixed-Titel vergeben.

Zwischen 1914 und 1919 wurde Deutschland aus dem Internationalen Tennisgeschehen ausgeschlossen, so dass die Meisterschaften entfielen. Seit 1924 ist die Anlage am Rothenbaum der endgültige Standort des Turniers. Ein Jahr später gewann Otto Froitzheim seinen siebten Titel. Er ist bis heute Rekord-Sieger der German Open. Zwischen 1940 und 1947 wurden als Folge des Zweiten Weltkriegs keine Meisterschaften ausgetragen.

1948 bis 1978

1949 gewann der mittlerweile 39-jährige Gottfried von Cramm seinen sechsten und letzten Titel. Im Alter von 45 Jahren gewann er 1955 seinen letzten Doppeltitel. 1956 fanden die German Open zum 50. Mal statt. Zu diesem Anlass wurde der Centre Court auf 5.000 Plätze ausgebaut. 1964 wurde der Hauptplatz erneut ausgebaut und fasste nunmehr 8.000 Zuschauer. Im selben Jahr kam es zum bisher einzigen Mal seit dem Zweiten Weltkrieg zu einem rein deutschen Finale: Wilhelm Bungert schlug Christian Kuhnke in vier Sätzen.

1966 traten auch die German Open in die Ära des professionellen Tennis ein: Amateure und Profis sind seitdem gleichermaßen startberechtigt. Seit 1969 wird ein offizielles Preisgeld gezahlt – bei der ersten Austragung wurde um 17.500 US-Dollar gespielt. Nachdem 1970 Jack Kramer den Grand Prix gründete, wurde das Turnier ab 1971 mit Wimbledon, Paris, Forest Hills und Rom in die Grand-Prix-Turniere eingereiht. Hierzu wurden die Meisterschaften in den Juni verlegt.

Ab 1979

Tennisstadion Rotherbaum

Ab 1979 wurde das Herren-Turnier nicht mehr von der traditionsreichen Hamburger Tennis-Gilde, sondern vom Hamburger Tennis-Verband veranstaltet.

1980 wurde die Anlage am Rothenbaum umfassend ausgebaut; ein Turnierhaus entstand, der Center Court erhielt eine elektronische Anzeigetafel und wurde auf 9000 Plätze ausgebaut. Mit 67.000 Besuchern erzielte die Herrenveranstaltung im selben Jahr einen neuen Zuschauer-Rekord. Ein Jahr später wurde das Preisgeld zum 75. Jubiläum des Turniers auf 200.000 US-Dollar erhöht.

In den 1980ern erlebten beide Turniere aufgrund der Erfolge von Boris Becker, Steffi Graf und Michael Stich einen enormen Boom. 1984 trat Becker erstmals beim Herrenturnier an – gewinnen konnte er es nie. Jährlich wurden neue Zuschauerrekorde aufgestellt; 1989 kamen insgesamt 102.000 Besucher auf die Anlage; der Centre Court wurde auf ein Fassungsvermögen von 10.000 Zuschauern ausgebaut. Im selben Jahr verlegte der DTB seine Geschäftsstelle auf die Rothenbaum-Anlage.

1990 überstieg das Preisgeld des Herrenturniers erstmals die Millionenmarke. 1993 wurde Michael Stich erster deutscher Sieger des Turniers seit Wilhelm Bungert. Bis 1997 wurde die Anlage erneut massiv ausgebaut. Für knapp zehn Millionen Euro erhielt der Centre Court eine Kapazität von 13.200 Plätzen sowie ein mobiles Dach. Nicht zuletzt die enormen Umbaukosten brachten den Deutschen Tennis Bund in eine prekäre finanzielle Situation. Darüber hinaus trug das Ende des deutschen Tennis-Booms zu einem starken Rückgang des Besucherinteresses und der für das Turnier gezahlten Fernsehgelder bei.

1999 wurde das Herrenturnier mit neun anderen Turnieren in die neu gegründete Masters Series aufgenommen, 2009 wurde dieser Status durch die Einordnung in die neue ATP 500 Series wieder aberkannt. 2003 wurde Boris Becker zum Chairman des von finanziellen Problemen gebeutelten Turniers berufen.

2006 fanden vom 13. bis 21. Mai die 100. Offenen Deutschen Tennismeisterschaften statt.

Sieger

Potito Starace gegen Rafael Nadal (Turniersieger) bei den Hamburg Masters 2008

In die Siegerliste konnten sich unter anderem Rod Laver, Gottfried von Cramm, Budge Patty, Fred Stolle, Tony Roche, Roger Federer und Rafael Nadal eintragen. Rekordsieger ist der Deutsche Otto Froitzheim mit sieben Siegen.

Weblinks

 Commons: ATP Hamburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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