Brandon James Routh
Brandon Routh beim Grand Prix in Monaco 2006

Brandon James Routh [ˈɹaʊˑθ] (* 9. Oktober 1979 in Des Moines, Iowa) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, bekannt als Superman aus der Comicverfilmung Superman Returns (2006).

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Ausbildung und erste Fernsehrollen

Brandon Routh wurde 1979 in Des Moines, Iowa, als Sohn des Zimmermanns Ron Routh und seiner Ehefrau Katie, einer Lehrerin, geboren. Er wuchs mit zwei Schwestern und einem Bruder auf und übersiedelte mit seiner Familie später nach Norwalk, Iowa. An der High School tat sich Routh als Schwimmer und Fußballspieler hervor und war in mehreren Theaterproduktionen am örtlichen Norwalk Theater of Performing Arts zu sehen. Nach seinem Schulabschluss studierte Routh ein Jahr an der University of Iowa Literatur, ehe er sich dazu entschloss, eine Karriere als Schauspieler einzuschlagen. Frühere Berufswünsche waren u. a. Grafikdesigner und Schriftsteller gewesen.

Im Jahr 1999 gelang Brandon Routh an seine erste Fernsehrolle in der Episode You've Got Female der Fernsehserie Odd Man Out. Die kurzlebige komödiantischen Fernsehserie von ABC produziert, handelte von einem männlichen Teenager (gespielt von Trevor Fehrman) und die Schwierigkeiten des Zusammenlebens mit seiner Mutter, Tante und drei Schwestern. Ein Jahr später schlüpfte Routh für vier Folgen der dritten Staffel der Fernsehserie Undressed – Wer mit wem? in die Rolle des Wade. Das vom Musiksender MTV produzierte, offene Konzept hatte die hetero- und auch homosexuellen Beziehungen von Jugendlichen, oft High-School-Schülern und College-Studenten zum Thema. Für den 1,91 Meter großen Schauspieler, der sich nebenher als Barkeeper und Angestellter einer Bowlinghalle verdingte, folgte ein Auftritt im Musikvideo für Christina Aguileras Single What A Girl Wants, die Platz 1 in den US-amerikanischen Musikcharts erreichte.

Engagement als Superman

Nachdem Brandon Routh 2001 einen Gastauftritt in der Episode Concertus Interruptus (Original-Titel: Concert Interrupt) der erfolgreichen Fernsehserie Gilmore Girls absolvierte, gelangte er im selben Jahr an eine wiederkehrende Rolle in der Fernsehserie Liebe, Lüge, Leidenschaft, in der er vom 23. Mai 2001 bis 17. April 2002 als Seth Anderson zu sehen war. 2003 folgte ein Gastauftritt in der Episode Zeit des Hasses (Original-Titel: A Time to Hate) der Krimiserie Cold Case – Kein Opfer ist je vergessen. 2004 war Routh in der Episode Der Frustknabe (Original-Titel: A Gay/December Romance) der erfolgreichen Fernseh-Sitcom Will & Grace zu sehen und absolvierte einen Auftritt in der Episode Dibs der zweiten Staffel der Fernseh-Sitcom Oliver Beene. Die von Fox produzierte Fernsehserie handelte von dem Leben eines 11-jährigen Jungen (gespielt von Grant Rosenmeyer) Anfang der 1960er Jahre im New Yorker Stadtteil Queens.

Im November 2004 wurde offiziell bekannt gegeben, dass Brandon Routh in dem geplanten Kinofilm Superman Returns die Nachfolge von Christopher Reeve (1952-2004) als Superman antreten würde. Reeve hatte zwischen 1978 und 1987 den ersten Superhelden der Comicgeschichte in vier Kinofilmen gemimt. Seit die Filmreihe aufgrund der schlechten Einspielergebnisse des letzten Teils Superman IV - Die Welt am Abgrund eingestellt worden war, hatte das Filmstudio Warner Bros. mehr als zehn Jahre lang mit Regisseuren wie Tim Burton, Wolfgang Petersen, McG und Brett Ratner versucht eine Fortsetzung zu inszenieren. Für die Titelrolle waren neben Nicolas Cage Namen wie David Boreanaz, James Caviezel, Brendan Fraser, Josh Hartnett, Ashton Kutcher, Jude Law, Jerry O'Connell, Jared Padalecki, Ian Somerhalder, Paul Walker und der Fernsehdarsteller des Superman in der Fernsehserie Smallville, Tom Welling, ins Gespräch gebracht worden. Brandon Routh hatte bei Regisseur McG für die Rolle des Superman vorgesprochen. Als sich McG aus dem Projekt zurückzog und Bryan Singer für die Regie verpflichtet wurde, kontaktierte dieser Routh, der den unbekannten Schauspieler wegen seiner Abstammung aus dem mittleren Westen der USA für die Rolle favorisierte. Kritisch kommentiert wurde die Verpflichtung von den Superman-Zeichnern John Byrne und Alex Ross, sowie der weltweiten Comicbuch-Fangemeinde, die Brandon Routh als zu jung und unmuskulös ansah.

Die Dreharbeiten für Superman Returns begannen, nach der Verpflichtung von Kate Bosworth als Lois Lane und Kevin Spacey als Lex Luthor, am 16. März 2005 in Australien. Für die auf 260 Mio. US-Dollar (ca. 203 Mio. Euro) geschätzte Produktion hatte sich Brandon Routh u. a. zehn Kilogramm Muskelmasse antrainiert. Superman Returns spielte weltweit 391 Millionen US-Dollar in den Kinos ein erhielt jedoch gemischte Stimmen. Während US-amerikanische Kritiker das Werk und die Darstellung Brandon Rouths weitestgehend lobten, kritisierte man im deutschsprachigen Raum den Actionfilm als „überflüssigste(n) Film aller Zeiten“[1] und den Titelhelden als eindimensional und langweilig[2]. Routh gewann 2006 u. a. den Nachwuchsdarstellerpreis („Rising Star Award“) der Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films und wurde auf der ShoWest Convention, dem Kongress der US-amerikanischen Kinobetreiber zum „Male Star of Tomorrow“ gewählt. Im selben Jahr stand der Schauspieler auch in einer Nebenrolle in Joel Benders Thriller Karla vor der Kamera, der sich der wahren Geschichte um die kanadischen Serienmörder Paul Bernardo und Karla Homolka annimmt. Für 2009 ist ein Sequel von Superman Returns mit Regisseur Bryan Singer in Planung. Ob Routh auch hier in die Rolle des Titelhelden schlüpfen wird, ist noch nicht bekannt.

Brandon Routh, dessen Vorfahren aus Deutschland, England und Frankreich stammten, ist mit seiner langjährigen Freundin und Schauspielkollegin Courtney Ford verlobt. Das Paar, das in Los Angeles lebt, erschien 2006 gemeinsam in Joel Kellys 15-minütigen Kurzfilm Denial, den Ford mitproduzierte.

Filmografie

Filme

  • 2005: Karla
  • 2006: Denial (Kurzfilm)
  • 2006: Superman Returns
  • 2008: Lie To Me (Internationaler Titel: Lie To Me; Titel in den USA: Fling)

Serien

Auszeichnungen

Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films

  • 2006: Rising Star Award für Superman Returns
  • 2007: Bester Schauspieler für Superman Returns

ShoWest Convention

  • 2006: Male Star of Tomorrow für Superman Returns

Teen Choice Award

  • 2006: nominiert in den Kategorien Choice Rumble, Choice Breakout (Male) und Choice Chemistry für Superman Returns

Weblinks

Fußnoten

  1. vgl. Filmkritik von Jens Balzer in der Berliner Zeitung vom 16. August 2006
  2. vgl. Filmkritik von Michael Bodmer in der Neuen Zürcher Zeitung vom 16. August 2006

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