Branigin

Roger Douglas Branigin (* 26. Juli 1902 in Franklin, Indiana; † 19. November 1975) war ein US-amerikanischer Politiker und zwischen 1965 und 1969 der 42. Gouverneur von Indiana.

Inhaltsverzeichnis

Frühe Jahre

Roger Branigin besuchte das Franklin College und studierte anschließend an der Harvard Law School Jura. Einer alten Familientradition folgend wurde er Rechtsanwalt und trat im Jahr 1938 einer Anwaltskanzlei in Lafayette in Indiana bei. Während des Zweiten Weltkriegs brachte er es in der US-Armee bis zum Oberstleutnant. Roger Branigin war Mitglied der Demokratischen Partei. Zwischen 1926 und 1929 war er stellvertretender Staatsanwalt im Johnson County. Von 1930 bis 1938 war er Berater der Federal Land Bank in Louisville in Kentucky und zwischen 1948 und 1950 war er Mitglied des Umweltausschusses von Indiana (Indiana State Conservation Commission). Außerdem war Branigin noch Präsident der Handelskammer in Lafayette und Kurator der historischen Vereinigung des Tippecanoe County. Im Jahr 1956 bewarb sich Branigin erfolglos um das Amt des Gouverneurs von Indiana. 1964 schaffte er dann aber doch den Sprung in dieses Amt.

Gouverneur von Indiana

Branigin trat sein neues Amt am 11. Januar 1965 an. In seiner Amtszeit wurde das Wahlsteuergesetz (Poll Tax) aufgehoben. Durch dieses und ähnliche Gesetze in verschiedenen Staaten der USA wurde das Wahlrecht an ein bestimmtes Steueraufkommen gekoppelt. Damit wurden ärmere Bürger von Wahlen ausgeschlossen. In den Südstaaten der USA wurden damit auch die meisten Afro-Amerikaner über Jahrzehnte von den Wahlen ausgeschlossen, weil sie einfach die finanziellen Voraussetzungen zur Erfüllung dieses Gesetze nicht erfüllen konnten. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert wurden diese Gesetze nach und nach abgeschafft, so auch in Indiana unter Gouverneur Branigin. Auch die Eigentumssteuer auf Haushaltswaren wurde von Branigin abgeschafft. Branigin kämpfte auch gegen die damals weit verbreitete Korruption in der Staatsverwaltung an und hatte damit einigen Erfolg. Im Präsidentschaftswahlkampf des Jahres 1968 spielte der Gouverneur eine seltsame Rolle. Er trat nur bei den Vorwahlen in Indiana an und sollte dort die gewonnen Stimmen später auf Lyndon B. Johnson übertragen. Johnson erhoffte sich durch Branigin einen höheren Stimmenanteil, als bei einer eigen Kandidatur. Nach dem sich dann Johnson überraschend aus dem Wahlkampf zurückzog und seinen Verzicht erklärte, überließ Branigin seine Stimmen aus der Vorwahl in Indiana Hubert H. Humphrey. Immerhin hatte er bei der Vorwahl mit 31% der Stimmen den zweiten Platz hinter Robert F. Kennedy belegt, der auf 42% gekommen war.

Weiterer Lebenslauf

Nach dem Ende seiner Amtszeit wurde Branigin wieder als Anwalt tätig. Er war Kurator des Franklin Colleges und er wurde Mitglied der Indiana Historical Society. Roger Branigin starb im November 1975. Er war mit Josephine Mardis verheiratet, mit der er zwei Kinder hatte.

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