Branka
Branka
Branka führt kein Wappen
Branka (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Plzeňský kraj
Bezirk: Tachov
Gemeinde: Halže
Geographische Lage: 49° 50′ N, 12° 31′ O49.82722222222212.524444444444Koordinaten: 49° 49′ 38″ N, 12° 31′ 28″ O
Einwohner: 51 (1. März 2001)

Branka (deutsch: Galtenhof) ist ein Ortsteil der Gemeinde Halže im Okres Tachov, Tschechien. Der Ort liegt westlich der Stadt Tachov (Tachau) im Oberpfälzer Wald (Český les), nahe dem Grenzübergang zur Bundesrepublik Deutschland bei der Stadt Bärnau (Bayern).

Geschichte

Galtenhof ist nach dem Dreißigjährigen Krieg im Grenzwald westlich der Stadt Tachau entstanden, zusammen mit anderen Streusiedlungen, wie zum Beispiel Ringelberg. Die ersten „Waldhäusl“-Ansiedlungen sind bereits zur Zeit der Herrschaft Tachau unter Baron Johann Philipp Husmann entstanden, die eigentliche Besiedelung des Ortes Galtenhof hat aber erst nach dessen Tod, etwa ab 1664 begonnen. Der Ort gruppierte sich um den 8 ha großen "Irlweiher" (= Erlenweiher), tschechisch: Olšový rybník, und wird im Theresianischen Kataster von 1713 als „Waldhäusler Galtenhoff Ihrl Weyher“ vermerkt. Zu dieser Zeit bestand der Ort aus 9 Häusern.

Galtenhof gehörte unter der Herrschaft der Habsburger zur ehemaligen Österreichischen Monarchie. Die Grenze zu Bayern verlief im Westen wenige Kilometer von der Ortschaft entfernt. Dabei blieb es auch nach dem Zerfall des Österreichischen Kaiserreiches 1918 und der Gründung der ersten Tschechischen Republik.

Die Seelsorge für die Bewohner wurde zunächst von Tachau her wahrgenommen. Nach der Auflösung des Paulaner-Klosters in Heiligen bei Tachau durch Kaiser Josef II. ist dann in Hals aufgrund kaiserlicher Verfügung vom 15. Februar.1787 für den ehemaligen westlichen Teil des Tachauer Kirchspiels eine eigene Pfarrei entstanden, zu der außer Hals letztlich die Orte Galtenhof, Ringelberg und Planer-Brand gehörten.

Ein neues Schulhaus (Nr. 90) wurde 1890 errichtet. Außer der Schule und dem Haus Nr. 9 hatte die Gemeinde Galtenhof keinen nennenswerten Grundbesitz.

Die Zahl der Einwohner belief sich im Jahre 1930 auf 513 Personen und stieg bis zum Jahre 1939 auf 549 Personen an. Die höchste Hausnummer wurde mit Nr. 118 vermerkt. Am Irlweiher stand die Mühle (Nr. 1), die den Ort mit elektrischem Strom versorgte. Auch eine kleine Kapelle wurde am Ufer des Weihers errichtet.

In der Landwirtschaft waren nur 2 Landwirte mit mehr als 5 ha tätig sowie 43 „Häusler“, die zwischen 2 und 5 ha ihr eigen nannten. Oft waren die Kleinlandwirte auf einen zweiten Verdienst angewiesen. etwa als Waldarbeiter, im Fuhrwesen oder als Fabrikarbeiter in den verschiedenen Betrieben von Galtenhof, zum Beispiel in den Perlmutter- oder Holzformenfabriken. Bis zu 150 Arbeiter und Heimarbeiter, die für den Perlmutterknopfbetrieb Adler in Galtenhof tätig waren, verarbeiteten monatlich drei Waggons Perlmutt. Anfang der 1930er Jahre wurden Kunstharz und „Galalith“ als Werkstoffe verwendet, später der Betrieb auf Holzbearbeitung umgestellt. Im Gründungsjahr 1898 beschäftigte der Betrieb sechs Arbeiter, 1905 bereits 150 und in den 1930er Jahren bis zu 220 Mitarbeiter.

Der Zweite Weltkrieg endete für die Bevölkerung mit dem Einmarsch amerikanischer Truppen, die nach Ringelberg und Hals weiterzogen. Im Herbst 1946 hatten alle zwangsweise ausgesiedelten Deutschen das Dorf verlassen. Nach dem Krieg verlor die Gemeinde ihre Selbständigkeit und wurde zum Ortsteil von Halže. 1991 lebten in Branka 42 Menschen. Im Jahre 2001 bestand das Dorf aus 22 Häusern und hatte 51 Einwohner.

Quellen

  • Josef Schnabl (Bearb.): Heimatatlas des ehemaligen politischen Bezirkes Tachau-Pfraumberg. (Nach Sammlung von geretteten Karten, Plänen, Fotos sowie Überlieferungen der Ortsbetreuer und Einwohner der ehemaligen Gemeinden). Heimatkundlicher Arbeitskreis der Tachauer, Geretsried 1973.
  • Zdeněk Procházka: Tachovsko = Kreis Tachau. Nakladatelství Českého Lesa, Domažlice 1994, ISBN 80-901122-2-6, (Český les. Historicko-turistický průvodce = Historisch-touristischer Führer 2).

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • branka — brankà dkt. Ži̇̀rnių brankà …   Bendrinės lietuvių kalbos žodyno antraštynas

  • branka — brankà sf. (4) K; SD160 brinkimas, purpimas: Brankà kojų jo didelė J. Žirniai iš visų javų daugiausia turi brankõs Mrj …   Dictionary of the Lithuanian Language

  • branka — {{/stl 13}}{{stl 8}}rz. ż Ib, CMc. brankance; lm D. brankanek {{/stl 8}}{{stl 20}} {{/stl 20}}{{stl 12}}1. {{/stl 12}}{{stl 7}} dawniej: przymusowy pobór do wojska (zwłaszcza w odniesieniu do takiego poboru w styczniu 1863 r., który przyspieszył… …   Langenscheidt Polski wyjaśnień

  • Branka — Branka, die gewaltthätige Rekrutenaushebung im russischen Polen, wo in der Nacht die Häuser von Bewaffneten erstürmt u. die waffenfähigen Männer aufgegriffen u. gebunden hinweggeführt werden …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Branka — (v. poln. brac, russ. bratj, »nehmen, ergreifen«), die früher im russ. Polen übliche gewaltsame Rekrutenaushebung …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • branka — brȃnka ž <D L i, G mn ā/ ī> DEFINICIJA sport reg. vrata u sportskim igrama (nogometu, vaterpolu i sl.) [igrati na male branke; stati na branku] ETIMOLOGIJA češ …   Hrvatski jezični portal

  • Branka — slawischer Name, weibliche Form von → Branko (Bedeutungszusammensetzung aus: »kämpfen« und »Ruhm«) …   Deutsch namen

  • brȃnka — brȃnk|a ž 〈D L i, G mn ā/ ī〉 sport reg. vrata (vratnice, stative s gredom) u sportskim igrama (nogometu, vaterpolu i sl.) [igrati na male ∼e; stati na ∼u] ✧ {{001f}}češ …   Veliki rječnik hrvatskoga jezika

  • branka — ż III, CMs. brankance; lm D. brankanek 1. hist. «przymusowy pobór do wojska rosyjskiego, przeprowadzony w styczniu 1863 r.» 2. hist. «kobieta wzięta do niewoli» …   Słownik języka polskiego

  • Branka Babić — Branka Moser, geborene Babić (* 14. Februar 1951 in der SR Kroatien, Jugoslawien) ist eine kroatische Kunstmalerin, Bildhauerin und Restaurateurin. Künstlerisches Schaffen Für ihr Porträt des Kardinals Franjo Kuharić erhielt sie 1997 den ersten… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”