Branta
Meergänse
Die große weißbrüstige Kanadagans (Branta canadensis) und die kleinere schwarzbrüstige Weißwangengans (Branta leucopsis)

Die große weißbrüstige Kanadagans (Branta canadensis) und die kleinere schwarzbrüstige Weißwangengans (Branta leucopsis)

Systematik
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Gänse (Anserinae)
Tribus: Echte Gänse (Anserini)
Gattung: Meergänse
Wissenschaftlicher Name
Branta
Scopoli 1769

Die Meergänse (Branta) sind eine Gattung echter Gänse (Anserini), die zur Familie der Entenvögel (Anatidae) innerhalb der Ordnung der Gänsevögel Anseriformes gehören. Sie haben ein wesentlich dunkleres Gefieder als die Feldgänse, einen schwarzen Schnabel und schwarze Füße.

Inhaltsverzeichnis

Systematik

Die Gattung besteht aus 5 Arten, hier geordnet nach Größe des Verbreitungsgebiets:

Nach DNA-Analysen ist diese Art-Einteilung phylogenetisch nicht haltbar. Die kleinen Unterarten der Kanadagans sind mit der Weißwangengans offenbar enger verwandt als mit den großen Unterarten, demnach ist das bisherige Taxon Kanadagans paraphyletisch und umfasst mehr als eine Art.

Hawaiigänse

Auf den Hawaii-Inseln sind durch Radiation der Kanadagans gleich drei Arten entstanden: die rezente Hawaiigans sowie die ausgestorbene Riesen-Hawaiigans (Geochen rhuax) und die Nene-Nui (Branta hylobadistes). Die beiden letzteren wurden bereits durch die polynesische Bevölkerung ausgerottet. Alle hawaiischen Gänse liegen genetisch betrachtet innerhalb der innerartlichen Variabilität der Kanadagänse (Branta canadensis), die auch heute noch öfters Hawaii besuchen. Der wissenschaftliche Name der Riesen-Hawaiigans ist wohl ungültig (nomen nudum), entsprechend den DNA-Analysen gehört sie ebenfalls zur Gattung Branta [1].

Alle drei Arten sind wesentlich größer als alle Kanadagänse und entweder schlechte Flieger oder flugunfähig. Selbst die flugfähige heute noch lebende Hawaiigans oder Nene unterscheidet sich äußerlich so sehr von Kanadagänsen, daß einige Forscher ihr eine eigene Gattung (Nesochen) zubilligten. Sie hat, da sie rein landlebend ist, keine Schwimmhäute an den Füßen. Die eng mit ihr verwandten flugunfähigen Arten haben diese Entwicklung fortgesetzt und sind noch schwerer gebaut mit kleineren Flügeln und kleinerem Brustbein als Ansatzpunkt für die Flugmuskulatur. Sie sind deshalb flugunfähig.

Die Hawaiigänse leben im Gegensatz zu ihren Ahnen nicht in Gewässergegend, sind stärker an das Leben am Boden angepasst und ernähren sich von Gras, Kräutern und Laub.

Auf den von Hawaii-Gänsen und Moa-Nalos besiedelten Inseln haben einige Pflanzen der Gattung Cyanea (Campanulaceae) dornenähnliche Strukturen und Blätter entwickelt, bei denen die Blätter junger Pflanzen sich von denen erwachsener unterscheiden. Beides diente wahrscheinlich zur Verteidigung gegen Hawaii-Gänse und Moa-Nalos. Die Unterschiede in der Blattform machen es den Vögeln schwerer, gut schmeckende Pflanzen am Aussehen zu erkennen.

Quellen

  1. Ellen E. Paxinos, Helen F. James, Storrs L. Olson, Michael D. Sorenson, Jennifer Jackson, Robert C. Fleischer: mtDNA from fossils reveals a radiation of Hawaiian geese recently derived from the Canada goose (Branta canadensis). In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 2002, Bd. 99, Nr. 3, S. 1399-1404
  • T. J. Givinish, K. J. Sytsma, J. F. Smith, W. J. Hahn: Thorn-like prickles and heterophylly in Cyanea: Adaptations to extinct avian browsers on Hawaii? Proc. Nadl. Acad. Sci. USA Vol. 91, pp. 2810-2814, March 1994 Evolution
  • Helen F. James, Thomas W. Stafford, David W. Steadman, Storrs L. Olson, Paul S. Martin, A. J. T. Jull, and Patrick C. McCoy: Radiocarbon Dates on Bones of Extinct Birds from Hawaii. doi:10.1073/pnas.84.8.2350 1987;84;2350-2354 PNAS
  • STORRS L. OLSON and HELEN F. JAMES: DESCRIPTIONS OF THIRTY-TWO NEW SPECIES OF BIRDS FROM THE HAWAIIAN ISLANDS. PART I. NON-PASSERIFORMES. ORNITHOLOGICAL MONOGRAPHS NO. 45 PUBLISHED BY THE AMERICAN ORNITHOLOGISTS' UNION WASHINGTON, D.C. 1991

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