Bratelsbrunn
Březí
Wappen von ????
Březí u Mikulova (Tschechien)
DEC
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Jihomoravský kraj
Bezirk: Břeclav
Fläche: 1304 ha
Geographische Lage: 48° 49′ N, 16° 34′ O48.81833333333316.5675191Koordinaten: 48° 49′ 6″ N, 16° 34′ 3″ O
Höhe: 191 m n.m.
Einwohner: 1.562 (28. August 2006)
Postleitzahl: 691 81
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung (Stand: 2006)
Bürgermeister: Jozef Pavlík
Adresse: Hlavní 113
691 81 Březí u Mikulova

Březí, (deutsch Bratelsbrunn), ist eine Gemeinde mit 1.555 Einwohnern im Okres Břeclav in Tschechien. Sie liegt sechs km nordwestlich von Mikulov in der Region Südmähren. Ein Kilometer südlich des Dorfes verläuft die Landesgrenze zu Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bratelsbrunn wurde im Jahre 1249 erstmals erwähnt. Nach der Verödung der Ortschaft am Anfang des 16. Jahrhunderts. wurde Bratelsbrunn in den Jahren 1576–85 neu besiedelt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort von Kaiserlichen und den Siebenbürgern unter Behlen Gabor schwer verwüstet. Auch in den Napoleonischen Kriegen wurde Bratelsbrunn 1809 durch die Franzosen geplündert. Im Jahre 1858 zerstörte ein Großbrand 34 Häuser.

Der Erste Schulunterricht fand im Jahre 1696, und die erste Kirchweihe im Jahre 1696 statt. Seit 1740 gibt es eine eigene Pfarrei. 1880 erhielt Bratelsbrunn eine Haltestelle an der neuen Bahnlinie von Lundenburg nach Znaim. Hauptsächliche Erwerbszweige sind der Weinbau und die Landwirtschaft. Im Badehaus wurde die vorhandene schwefelhältige Heilquelle genutzt. Über Jahrhunderte hinweg, bis zum Schicksalsjahr 1945, sprachen die Bratelsbrunner die Mundart ihres bairischen Stammlandes.

Nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn. Durch den Vertrag von Saint-Germain wurde Bratelsbrunn zum Bestandteil der neuen Tschechoslowakischen Republik. Am 12. Dezember 1918 rückten tschechische Truppen in den Ort ein. Nach dem Münchner Abkommen rückten im Oktober 1938 deutsche Truppen im Ort ein. Danach gehörte der Ort bis 1945 dem Reichsgau Niederdonau an. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam die Gemeinde wieder zur Tschechoslowakei zurück. Aufgrund der Beneš-Dekrete erfolgte 1946 die Enteignung und Vertreibung der deutschen Ortsbewohner nach Westdeutschland.[1] Der Ort wurde neu besiedelt. Von den vertriebenen Familien verblieben 153 in Bayern, 99 in Württemberg, 62 in Baden, 4 in Hessen, 2 in Hamburg, 110 in Wien, 45 in Niederösterreich, 4 in Oberösterreich, 3 in Salzburg, 3 in Vorarlberg, 1 in der Steiermark, 1 in der Schweiz und 1 in der DDR. Eine Gedenkstätte im Ortszentrum von Wildendürnbach erinnert an die Vertreibung.

Seit 1650 führt der Ort sowohl ein Siegel als auch einen Wappen. In beiden war ein rundgemauerter Brunnen mit einem aufragenden Gestänge, dazwischen einen Eimer und je einen Stern auf jeder Seite. [2]

Matriken ab 1740. Geburtsmatriken bis 1906, Trauungsmatriken bis 1886, Sterbematriken bis 1898 im Mährischen Landesarchiv Brünn. Die Matriken jüngeren Ursprungs befinden sich in Nikolsburg. Grundbücher ab 1797.

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Häuser Einwohner Volkszugehörigkeit der Einwohner
Jahr Insgesamt Deutsche Tschechen Andere
1793 191 1086
1836 265 1569
1869 281 1605
1880 283 1702 1695 0 7
1890 307 1769 1758 9 2
1900 337 1888 1859 20 9
1910 349 1931 1922 1 8
1921 356 1726 1636 24 66
1930 408 1757 1563 150 44
1939 1663

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche des St. Johannes (1858 in neuromanischen Stil neu aufgebaut)
  • Dreifaltigkeitssäule Hl. Florian
  • Rathaus (1845)
  • Postamt (1882)

Persönlichkeiten

  • Friedrich Wymetal (* 18. Juli 1877 Brünn; † 9. August 1935 Bratelsbrunn) Vogel- und Schmetterlingsforscher

Quellen

  • Wilhelm Szegeda: Heimatkundliches Lesebuch des Schulbezirks Nikolsburg, 1935, Bratelsbrunn: Seite 72
  • Alfred Schickel, Gerald Frodl: Geschichte Südmährens, Bd.3, 2001, Bratelsbrunn: Seite 233, 409, 411, 417, 421, 423, 431, 573, 575.
  • Gerald Frodl, Walfried Blaschka: Kreis Nikolsburg von A–Z, 2006, Bratelsbrunn: Seite 49

Literatur

  • Tschechoslowakische Statistik, Bd.98, Band VI. Serie 7, Heft/I; Statistisches Jahrbuch 1938
  • Anton Kreuzer: Das mittelalterliche Bratelsbrunn. 1985
  • Karl Heinz Bauer: Regesten des Urkundenbestandes der Gemeinde Bratelsbrunn 1576–1753. 1969
  • Franz Peyer: Gedenkbuch der Ortsgemeinde Bratelsbrunn über die Jahre 1836-1895. 1991

Weblinks

Belege

  1. Archiv Mikulov: Odsun Nĕmců - transport odeslaný dne 20. kvĕtna, 1946.
  2. Bruno Kaukal: Die Wappen und Siegel der südmährischen Gemeinden, 1992, Bratelsbrunn Seite 37.

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