Braucommune Freistadt
Logo der Braucommune Freistadt mit der noch richtigen Frakturschreibweise
Brauerei Braucommune in Freistadt
Bier Freistädter Bier
Seit 1777
Standort Freistadt
Vorstand Dipl-TA Rudolf Scharizer
Braumeister BM Richard Grasmück
Prokurist Ewald Pöschko
Mitarbeiter 47 Personen
Produktion ca 95.000 hl
Brauhaus aus 1777
Gründungsurkunde von 1770, Seite 1
Gründungsurkunde von 1770, Seite 2

Die Braucommune in Freistadt ist eine Brauerei in Freistadt, Oberösterreich und wurde 1770 erstmals urkundlich erwähnt. Die Braucommune erzeugt jährlich rund 60.000 Hektoliter Bier, 20.000 hl alkoholfreie Getränke und 15.000 hl Handelsware. Somit ist die Brauerei Freistadt die Größte im gesamten Mühlviertel. Heute (2008) werden 47 Mitarbeiter beschäftigt. Das Liefergebiet umfasst das Mühlviertel, den Großraum Linz und Wien.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Bier hat in Freistadt seit jeher einen großen Stellenwert. Jeder Bürger der Stadt hatte seit 1363 das Recht, Bier zu brauen. Nicht jeder Bürger braute sein eigenes Bier und die Menge wurde auf Grund des Schätzwertes des Hauses festgelegt. Der Magistrat regelte und überwachte diese Menge entsprechend der Brauordnung. 1525 gab es insgesamt 12 Brauhäuser in der Stadt, die bis 1637 auf 5 und später auf 2 Brauhäuser zurückgingen.

Im 18. Jahrhundert kam es auf Grund der Qualität zur Unzufriedenheit der Bürger, daher wurde zwischen 1770 und 1780 ein neues Brauhaus außerhalb der Innenstadt errichtet. Alle 149 Hausbesitzer der Innenstadt wurden Mitglieder der Braucommune und sind es bis heute geblieben. Dies war ein Zusammenschluss des Braunbierhauses der „Gmain“ und des Weißbierhauses des Magistrats. Die Einlage der Commune bestand aus Eimern (1 Eimer sind rund 56 Liter), wobei in Summe 6.390 Eimer Gesamtvermögen eingebracht wurden. Die Eimer sind ungleichmäßig verteilt, die Einlage beträgt mindestens 15 Eimer und höchstens 140 Eimer. Dies hat sich bis heute so erhalten, das heißt, dass mit einem Hauskauf in der Innenstadt zusätzlich ein Anteil an der Brauerei Freistadt erworben wird.
Zuerst leitete der Bürgermeister die Commune, ab 1835/37 wurde ein gewählter Vorstand mit der Leitung betraut.

Die „Commune“ als Rechtsform einer Firma ist derzeit im Firmenbuch als solche eingetragen und gilt mittlerweile als die Letzte ihrer Art in Europa.

Das Brauwasser kommt aus zwei 80 Meter Tiefbrunnen in einem Wasserschutzgebiet bei St. Peter, westlich von Freistadt

Brauhaus

Der von 1770 bis 1780 erbaute barocke, dreigeschossige, dreiflügelige Bau steht seit 1986 unter Denkmalschutz. Im Inneren findet sich eine reiche Ausgestaltung mit Gewölben, meist Stichkappentonnengewölbe oder Kreuzgratgewölben. Im Südwesten wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Gebäude angebaut. Im Keller werden in den kommenden Jahren drei Sudkessel eingebaut, die Umbauten sind vom Denkmalamt genehmigt.[2]

Im Brauhaus ist die so genannte Brauhausgalerie untergebracht und das Gebäude dient bei der Landesausstellung 2013 als größte Ausstellungsfläche in den vier Orten.

Produkte

Biersorten

  • Ratsherrn Premium (12,1° Stammwürze, 5,1 % Alkohol)
  • Midium (9,8° Stammwürze, 3,8 % Alkohol)
  • März'n (11,3° Stammwürze, 4,8 % Alkohol)
  • Bio Zwickl (11,1° Stammwürze, 4,7 % Alkohol)
  • Dunk'l (12,5° Stammwürze, 4,8 % Alkohol)
  • Böck'l (16,3° Stammwürze, 6,8 % Alkohol)
  • Rotschopf (13,5° Stammwürze, 5,6 % Alkohol)
  • Mühlviertler Junghopfen Pils (nur im Oktober erhältlich)

Radler

  • Zwickl-Radler (40% Bier und 60% Zitronenlimonade, 2% Alkohol)

Limonaden

  • Fruchtlimonaden (Orange, Zitrone, Maracuja, Cola, Cola-Mix und Kräuter)
  • Fitnesslimonaden (Vitall Orange, Vitall Wasser)

Einzelnachweise

  1. Brauerei Freistadt - Heute[1]
  2. OÖ Nachrichten: Denkmalamt und Braucommune einigten sich beim Thema Sudhaus-Neubau, (abgerufen am 2. Februar 2009)

Siehe auch

Literatur

Rudolf Scharizer: Aus Freistadts vergangenen Tagem, In: Heimatgaue, 3. Jahrgang 1922, 1. Heft, S. 12-20

Weblinks

 Commons: Braucommune Freistadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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