Brauhausberg

Der Stadtteil Potsdam-Süd ist durch die in den Jahren 1942 - 1945 errichtete Eigenheimsiedlung "Kolonie-Daheim" (einer von 1894 - 1897 für die Arbeiter der Königlichen Eisenbahnwerkstätten (später Reichsbahnausbesserungswerk Potsdam) erbauten und heute unter Denkmalschutz stehenden Siedlung) und "Kunersdorfer Straße", sowie die denkmalgeschützte Stadtrandsiedlung und Siedlung Eigenheim am Rande der Ravensberge, aber auch durch die drei großen Neubausiedlungen Waldstadt I , Waldstadt II und Am Schlaatz geprägt. Er vereinigt die Teltower und Templiner Vorstadt sowie die Halbinsel Hermannswerder sowie die Vorstadtsiedlungen und Wohngebiete miteinander und stellt den bevölkerungsreichsten Stadtteil dar.

Inhaltsverzeichnis

Teltower und Templiner Vorstadt, Brauhausberg

Die Templiner Vorstadt (benannt nach der Wüstung Templin am Templiner See) liegt im Süden direkt an der B 2 in Richtung Michendorf, am Fuße des Potsdamer Brauhausberges.

Die Bezeichnung Brauhausberg geht auf das ehemalige Königliche Brauhaus zurück, das seit 1728 an diesem Berg seinen Sitz hatte. Für die Lagerung des Bieres wurden Stollen in den Berg getrieben, die noch heute zu sehen sind. In diesen wurden im Winter Eisschollen aus der nahe gelegenen Havel eingelagert, um auch im Sommer eine ausreichende Kühlung zu gewährleisten. Die ehemalige Brauerei war noch in den 1980er Jahren in Betrieb und wurde erst dann durch eine moderne Brauanlage im „Industriegelände“ Rehbrücke ersetzt. Auf dem Brauhausberg ließ der preußische König Friedrich Wilhelm III. 1804 für die Königin Luise einen Aussichtsturm im neugotischen Stil erbauen. Um diesen herum wurde von 1899 bis 1902 nach Plänen von Franz Schwechten die neue Kriegsschule (später Reichskriegsschule und SED-Bezirksleitung) erbaut, in deren Gebäude sich derzeit der Landtag Brandenburg befindet.

Zwischen Teltower und Templiner Vorstadt befindet sich das Waldgebiet Ravensberge, das durch seine weit verzweigten Wege und dem Kleinen und Großem Ravensberg auch als Naherholungsgebiet genutzt wird. Es zieht sich bis zum Templiner See und dessen Uferstraße hin zum Forsthaus Templin am Waldbad Templin (früher Strandbad Templin)[1]. Durch dieses Waldgebiet sind auch die Orte Caputh und Ferch zu erreichen. Hier befindet sich auch der Telegrafenberg mit dem bekannten Einsteinturm und dem Großen Refraktor (Teleskop) des Astrophysikalischen Instituts Potsdam, der Helmert-Turm. Hier haben sich nach der Wende in den 1990er Jahren auch das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung, das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), und das Geoforschungszentrum etabliert. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch der Deutsche Wetterdienst mit einer Außenstelle, der dort auch vorher schon ein wichtiges Domizil hatte.

Staatskanzlei Brandenburg

Einen großen Teil der Teltower Vorstadt nehmen der Neue und Alte Friedhof ein, die neben einigen kleineren in Babelsberg, die wichtigsten und größten Friedhöfe Potsdams sind. Sie werden nur durch die Magistrale der Heinrich-Mann-Allee (früher Saarmunder Straße) voneinander getrennt. Der Alte Friedhof ist 1796 angelegt worden und erhielt bereits 1867 seinen Namen, da wegen des Platzmangels auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Neue Friedhof angelegt werden musste. 1851 erhielt der Alte Friedhof eine spätklassizistische Trauerhalle mit einer Kapelle. Auf diesem Friedhof sind berühmten Potsdamer wie der Arzt Ernst von Bergmann, Eleonore Prochaska, Hermann Schulze-Delitzsch und der Orgelbauer Alexander Schuke (Begründer Schuke Orgelbau) beigesetzt. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Staatskanzlei und der Amtssitz des Ministerpräsidenten Brandenburgs.

Am Schlaatz

Die Plattenbausiedlung Am Schlaatz (slawisches Wort für Sumpf) als das jüngste Bebauungsgebiet dieses Stadtteils, wurde in den 1980er Jahren auf dem Potsdamer Teil der Nuthewiesen direkt an der Nuthe errichtet, wobei es hierzu notwendig gewesen ist, den Bauuntergrund mit Sand aus dem nahe gelegenen Baggersee (dieser wurde nur für diesen Zweck angelegt) an der Nutheschnellstraße aufzufüllen. Nach einem massiven Bevölkerungsschwund in den ersten Jahren nach der Wende und daraus notwendigen umfassenden Umbauten und Modernisierungen der Wohnungen, es handelte sich ursprünglich um so genannte Ratio-Wohnungen, mit 3-4 Zimmern und einer Größe von 54 bis 60 m², ist dieses Wohngebiet heute bei den zahlreichen Studenten der Potsdamer aber auch Berliner Hochschulen sehr beliebt.

Waldstadt I

Die Siedlung Waldstadt I ist das älteste der so genannten Potsdamer "Neubaugebiete" und wurde ab Ende der 1950er bis Ende der 1970er Jahre an der unmittelbaren Stadtgrenze zum damaligen Rehbrücke (heute ein Ortsteil von Nuthetal) errichtet. In diesem Bereich befindet sich auch die "Stadtrandsiedlung". Das Wohngebiet ist inmitten von Wald errichtet in einer Großblockbauweise und verfügt über eine Grundschule sowie die Potsdamer Waldorfschule.

Hier befindet sich auch der Fußballplatz des SSV Turbine Potsdam, aus dem u.a. 1999 der 1. FFC Turbine Potsdam ausgegliedert wurde, und hier am 3. März 1971 als Frauenmannschaft der BSG Turbine Potsdam gegründet wurde.

Waldstadt II

Das Wohngebiet Waldstadt II wurde Ende der 1970er bis Mitte der 1980er Jahren erbaut. Diese reine Plattenbausiedlung grenzt an ein großes Waldgebiet, in dem sich der Teufelssee und die Ravensberge als beliebte Ausflugsziele für die Potsdamer befinden. Bei diesem Waldgebiet handelt es sich gleichzeitig um ein Naturschutzgebiet, da in dieser Region Feuchtbiotope vorkommen. Das Naturschutzgebiet wird Süden begrenzt durch die Ortschaft Bergholz,Im Norden durch Potsdam, im Westen durch die Eisenbahntrasse des südlichen Berliner Rings und im Osten durch die Waldstadt II. Die beiden Wohngebiete Waldstadt I und II werden durch die Heinrich-Mann-Allee und eine Straßenbahntrasse voneinander getrennt. Die umfassendere Infrastruktur wie Ärztehaus und Einkaufscenter befinden sich in diesem Areal, welches auch den größeren Teil der beiden Waldstädte darstellt. Konzeptionell unterscheidet sich die Anlage des Neubaugebietes Waldstadt II im Verhältnis zum Neubaugebiet Am Schlaatz durch die Einbindung der vorhandenen Waldfläche in die Höfe und Ringe. Für diesen architektonischen Ansatz erhielt der Architekt der Waldstadt den Nationalpreis der DDR. 2007 beging die Waldstadt II ihr 25jähriges Bestehen.

Hermannswerder

Auf der dazugehörigen Halbinsel Hermannswerder befindet sich im südlichen Bereich der Stammsitz der Hoffbauer-Stiftung mit ihrer sozialen Ausrichtung und im nördlichen Bereich die durch die Eigenheimbebauung aus den 1950er bis 1970er Jahren, gekennzeichnete Tornow- und Küsselstraße. Herrmannswerder (auch Tornow) ist eine Halbinsel, die in den Templiner See hineinragt und somit ein Teil der Templiner Vorstadt. Das ca. 40 ha umfassende südöstliche Gebiet gehört zur evangelischen Hoffbauer-Stiftung, die dort z.B. ein evangelisches Gymnasium mit Internat und einige Pflegeeinrichtungen für die Alten- und Behindertenpflege betreibt. Auf dem restlichen, nord-östlichen Areal, den Landzungen Alter Tornow und Küssel, befinden sich seit den 1920er Jahren einige Villen und Einfamilienhäuser aber auch Kleingärten der Potsdamer. Diese Halbinsel ist durch eine Seilfähre auch mit der Westlichen Vorstadt verbunden.

Einzelnachweise

  1. Potsdamer Schwimmbäder

52.37861111111113.0791666666677Koordinaten: 52° 23′ N, 13° 5′ O


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